Bo Skovhus (Wozzeck) (Foto: Karl Forster)
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Düsseldorf. Ein Wiedersehen mit Stefan Herheims gefeierter Inszenierung von Alban Bergs Oper „Wozzeck“ gibt es ab Sonntag, 7. Juni, 18.30 Uhr im Opernhaus Düsseldorf.

Es wird zugleich ein Wiedersehen und -hören mit mehreren der bei der Premiere in der Spielzeit 2017/18 bejubelten Protagonist/innen – allen voran der dänische Star-Bariton Bo Skovhus, der für die Titelpartie erneut in Düsseldorf zu Gast ist. Sarah Ferede gibt ihr Debüt als Marie, Cornel Frey debütiert in der Rolle des Hauptmanns und Corby Welch kehrt als Tambourmajor auf die Düsseldorfer Bühne zurück. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Opernensembles, jungen Sänger/innen aus der Akademie für Chor und Musiktheater und den Düsseldorfer Symphonikern bringen sie Alban Bergs expressionistisches Musikdrama zum Leuchten. Die musikalische Leitung übernimmt Roland Kluttig.

„Ich liebe Musik, die es wagt, menschliche Gefühle auszustellen, und Alban Bergs ‚Wozzeck‘ tut dies auf erschütternde Art und Weise“, sagt Stefan Herheim. Seit der Spielzeit 2022 ist der international gefragte Opernregisseur Intendant des MusikTheaters an der Wien. Für ihn gilt es, Musiktheater im Hier und Jetzt zu begreifen und aus der unmittelbaren Wirkung der Musik etwas Eigenständiges zu schaffen. Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, das Alban Berg als Opernvorlage diente, basiert auf einem authentischen Fall: Am 3. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Perückenmacher Johann Christian Woyzeck seine Geliebte. Nach einem dreijährigen Prozess um seine Zurechnungsfähigkeit wird er trotz Zweifel für schuldig erklärt und öffentlich hingerichtet. Als Geschichte einer Hinrichtung sieht Stefan Herheim auch Bergs Oper: „In 15 musikali­schen Szenen erlebt Wozzeck seine Existenz als Höllenritt in einer Gesellschaft, die ihn zum Mörder macht.“ Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist die u. a. in den USA heute noch legitimierte Praxis, Menschen im Namen der Gerechtigkeit zu töten: In einer Todeskammer soll der verurteilte Wozzeck durch die Gift­spritze hingerichtet werden. Sobald das Gift seinen Blutkreislauf erreicht und die aufwühlende wie psychologisch präzis erzählende Musik einsetzt, vermischen sich Erinnerung, Angst, Wahn, Hoffnung und Verzweiflung zu surrealen Bildern – zu einer grotesken Todesrevue im Sterbemoment.

Info: „Wozzeck“ von Alban Berg ist eine deutschsprachige Oper in drei Akten mit einer Spieldauer von 1¾ Stunden und wird ohne Pause gespielt. Tickets gibt es ab 22 Euro – am Dienstag, 2. Juni, 18 Uhr lädt die Deutsche Oper am Rhein zur kostenlosen Opernwerkstatt mit Probenbesuch ein. Alle Termine, Infos und Tickets auf operamrhein.de

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