Meerbusch. Die DLRG Meerbusch steht seit 1966 für die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Meerbusch, in diesem Zeitraum wurden erstaunliche rund 12.000 Schwimm- und Rettungsschwimmprüfungen erfolgreich absolviert. Der Leiter der Ortsgruppe Dirk Warthmann betont: „Ohne Übertreibung können wir feststellen: Sehr viele Meerbuscher aller Altersklassen haben bei uns das Schwimmen und das Retten gelernt.“
Etwa 60 Jahre alt ist auch das Schwimmbad an der Friedenstraße in Meerbusch Büderich. Diese Parallelität ist kein Zufall. Ist ein Schwimmbad vorhanden, so finden sich fast immer engagierte Mitglieder der DLRG, die in ihrer Freizeit die so wichtige Kulturtechnik „Schwimmen“ an Kinder, Jugendliche und Erwachsene vermitteln. Die sichere Beherrschung der Schwimmtechnik sichert nicht nur das eigene Leben und fördert die Freude an der Bewegung. Sie sichert darüber hinaus auch das Leben von Mitmenschen, sofern zusätzlich die Techniken beherrscht werden, die in Rettungsschwimmkursen vermittelt werden.
Die Existenz eines Schwimmbades für die wetterunabhängige Ausbildung zu jeder Jahreszeit ist damit Voraussetzung. Eine breite Mehrheit im Stadtrat hat die Kernsanierung des bestehenden Schwimmbades vor einigen Jahren beschlossen, was die Arbeitsgrundlage der Ortsgruppe für weitere Jahrzehnte sichert.
Wie hat die Entwicklung nun begonnen? Zunächst mit einer Gründungsurkunde. Noch heute ist ein Mitglied aktiv, dessen Unterschrift unter der Gründungsurkunde des damaligen „Stützpunkts Büderich“ steht:
Es ist Hans Szyszka, vielen aus seiner aktiven Dienstzeit als Schwimmmeister im Meerbuscher Hallenbad bekannt. Er formulierte es einmal so: „Was hat sich seit der Gründung verändert?
Betrachten wir einmal die Schwimmprüfungen. Es gab das Seepferdchen, den Freischwimmer, den Fahrtenschwimmer und den Jugendschwimmschein für Kinder und Jugendliche. Für die Erwachsenen gab es den Freischwimmer und den Fahrtenschwimmer. Danach konnten sie den Grundschein, den Leistungsschein und an der Spitze den Lehrschein der DLRG erwerben.
Da jeder Schwimmverein seine eigenen Zeugnisse für Kinder und Jugendliche hatte, setzten sich alle Schwimmverbände zusammen und schafften eine einheitliche Regelung. Aus dem Frei- und Fahrtenschwimmer und dem Jugendschein wurden die Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Auch bei den Erwachsenen hatte sich etwas verändert. Aus dem Frei- und Fahrtenschwimmer wurden die Schwimmzeugnisse für Erwachsene in Bronze, Silber und Gold. Der Bereich des Rettungsschwimmens (Grundschein, Leistungsschein und an der Spitze der Lehrschein) veränderte sich zum Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold und an der Spitze nach wie vor der Lehrschein.
Nicht nur bei den Abzeichen stellten wir Veränderungen fest, sondern auch in den Ausbildungsmethoden und Schwimmtechniken. Zum Beispiel wurde aus der Stoßgrätsche beim Brustschwimmen die Schwunggrätsche. Der Kopf wird nicht nur über Wasser gehalten, sondern befindet sich bei Ausatmen im Wasser. Beim Rettungsschwimmen führte man die Kombinierte Übung ein, sie stellt annähernd den Rettungsvorgang eines Ertrinkenden dar. Die Befreiungsgriffe hat man so umgestellt, dass sie für den Retter sinnvoll und praktisch sind. In der Wiederbelebung hat sich einiges geändert. Wir sind vom Brust-Druckverfahren abgegangen und sind zur Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung übergegangen, weil wir hier mehr Erfolg bei der Wiederbelebung haben.“
Neben vielen Veränderungen bei den Schwimm- und Rettungsschwimmtechniken haben sich auch die Farben und das öffentliche Bild der DLRG gewandelt. Aus dem ursprünglichen blau-weiß wurde ein orange-weiß und später das bekannte rot-gelb. Der ehemalige langjährige Ortsgruppenleiter Gerhard Bachmann hatte die Anfänge auf eine kurze Formel gebracht: „Es begann mit Badehose, Einsatzbereitschaft und gutem Willen zum selbstlosen Werk“!
„Einsatzbereitschaft und guter Wille“ sind noch heute gültig. Zur Badehose ist eine Reihe weiterer Utensilien gekommen.
Einsatzbereitschaft und guter Wille haben dazu geführt, dass der heutige Vorstand fast ausschließlich aus ehemaligen Schwimmschülern der ersten Jahre besteht. Fast alle Vorstandsmitglieder sind Rettungsschwimmer, die meisten besitzen zusätzlich den Lehrschein, die Lehrbefähigung der DLRG.
Die Weiterqualifizierung des eigenen Nachwuchses auch für die Vorstandsarbeit ist immer ein Kennzeichen der Ortsgruppe gewesen. Die ersten Ausbilder, die mit der Badehose und dem guten Willen, waren aufgrund der hohen Nachfrage nach Schwimmkursen gezwungen, frisch ausgebildete junge Rettungsschwimmer für die Ausbildung im Wasser bzw. am Beckenrand zu begeistern und entsprechend zu qualifizieren.
Dies ist auch eine Herzensangelegenheit von Uschi Schäfer, die im Jahr 1980 ihren Lehrschein erhielt und seitdem als Ausbilderin tätig ist. Parallel engagierte sie sich u.a. als Ausbildungsleiterin, Geschäftsführerin, Schatzmeisterin und Ansprechpartnerin an der Abendkasse. Sie begleitet und prägt seit nunmehr 56 Jahren unermüdlich die Ortsgruppe und ist ein Beleg für Wandlungsfähigkeit und Offenheit, den Verein immer wieder zu modernisieren und nicht „stehenzubleiben“.
Zu ihrem Ortsgruppeneintritt im Jahr 1970 erzählte sie: „Es war die Zeit, in der man noch in die Badeanstalt fuhr und der dortige Bademeister ein strenges Regiment führte. Wir Frauen übertrumpften uns in der Unansehnlichkeit der Badekappe, bis es endlich orange Stoffkappen mit DLRG Schriftzug gab. Mein schrägstes Modell war ein weißes pickeliges Ding mit roten Plastikblumen. Vergessen habe ich, ab wann wir eigentlich unsere Haarpracht auch im Wasser zeigen durften.“ Interessant ist, dass sich Bade- und Schwimmkappen in allen bunten kreativen Variationen bis heute erhalten haben.
Die Weiterbildung der Aktiven ist in sechs Jahrzehnten erheblich verfeinert worden. Heutzutage kann auf ein umfangreiches Qualifizierungsangebot zurückgegriffen werden, ergänzt durch regelmäßige interne Weiterbildungswochenenden. Das Festigen von Rettungsschwimmfähigkeiten gehört natürlich auch dazu. So übernehmen Jugendliche schon frühzeitig Verantwortung in der Kursleitung.
60 Jahre sind am Vereinsmanagement nicht spurlos vorüber gegangen. Konnten in der Anfangsphase noch mit Karteikasten, Abendkasse und Sparbuch die Mitglieder und die Finanzen verwaltet werden, so ist heute ein Verein mit Mitgliederzahlen zwischen 600 und 800 ohne eine moderne Aufstellung nicht denkbar. Berufliche Kenntnisse der Vorstandsmitglieder fließen immer wieder in die Organisation ein.
Alle Aktiven und Vorstandsmitglieder bringen seit 60 Jahren ihre Freizeit für die Ziele der DLRG in Meerbusch unentgeltlich, ehrenamtlich und freiwillig ein. Warum? Eine Ausbilderin zitierte einmal so: „Tun Sie gelegentlich Etwas, womit Sie weniger oder gar nichts verdienen. Es zahlt sich aus.“
Im Rahmen eines Jubiläumsempfangs in der Teloymühle in Lank feierte die Ortsgruppe ihr 60jähriges Bestehen. Sehr viele folgten der Einladung des Ortsgruppenleiters Dirk Warthmann, der bereits 24 Jahre in dieser Funktion tätig ist, und versammelten sich in der gemütlichen Atmosphäre der Mühle. Ein Gitarrenensemble der Städtischen Musikschule Meerbusch unter der Leitung von Julio Almeida sorgte für eine gelungene musikalische Einrahmung der Veranstaltung. Für ihre 40jährige Mitgliedschaft und auch Tätigkeit als Aktive wurden Mario Schnee und Frank Schauerte geehrt. Jörg Böhm und André Hoffleit erhielten für ihre langjährige Tätigkeit in verschiedenen Funktionen das DLRG Verdienstabzeichen in Gold mit Brillant.




















