Charlotte Ehlers (Foto: Ratsgruppe LUKS)
Anzeigen

Krefeld. Die Änderung der Gemeindeordnung NRW im Juli 2025 hat es ermöglicht, dass auch Jugendliche ab 16 Jahren ein kommunalpolitisches Amt bekleiden können.

Die Umbesetzungen der Ratsgruppe LUKS im Krefelder Stadtrat am 3.6. haben nun dafür gesorgt, dass Krefeld seine jüngste Mandatsträgerin seit Bestehen der Gremien hat: Charlotte Ehlers ist erst 17 Jahre alt und übernimmt nun den ordentlichen Sitz im Venlo-Ausschuss sowie einen stellvertretenden Sitz im KLIMA-Ausschuss der Ratsgruppe.

In den anstehenden Ausschussterminen muss sie nun noch verpflichtet werden. Charlotte Ehlers sagt: “Ich bin schon immer politisch gewesen. So wie sich die Welt heute mit Rechtsruck und Klimakrise entwickelt, frage ich mich, wie man da noch unpolitisch sein kann. Deswegen finde ich es super toll, wenn ich vor Ort wirklich die Politik mitgestalten kann. Das ist viel einfacher und effektiver, als man denkt und es von der Bundespolitik kennt.”

Die 17-jährige ist Krefelder Schülerin in der Abiturphase, engagiert sich für Antifaschismus, Klimaschutz und LGBTQIA*-Rechte. Aktiv wirkt sie mit im Rat für Vielfalt und in der Schülervertreung.

Björna Althoff von der Ratsgruppe LUKS freut sich über den neuen Zuwachs: “Wir haben Charlotte Ehlers schon eine Weile als interessierte, engagierte Jugendliche kennen gelernt und freuen uns, dass sie nun aktiv bei und mit uns in die Kommunalpolitik einsteigen möchte und noch mehr junge Perspektive einbringt.”

Ihr Ratskollege Marcus Lamprecht ergänzt: “Wir haben schon bei unserer Gründung versucht, aktiv Schüler/innen und Student/innen für ein kommunalpolitisches Amt zu begeistern. Denn immerhin kann man so in überalteten, nicht repräsentativen Gremien für die eigene Zukunft mitentscheiden, lernt Dinge(Fähigkeiten?), die man überall im Leben gebrauchen kann und erhält dafür auch eine kleine Aufwandsentschädigung, die Schüler/innen und Studierende immer gebrauchen können.”

Die Ratsgruppe möchte jungen Menschen Mit machen, in die “Erwachsenenpolitik” hineinzuwirken – mit Bürgeranregungen oder Burgeranfragen, die jeweils keine Altersbeschränkung haben oder durch ein eigenes Mandat ab 16 Jahren. Ratsfrau Althoff findet: “Schon unsere beiden Studierenden Adrian Dobnik und Charlotte Höft machen nach extrem kurzer Einarbeitung einen richtig guten Job mit viel Input.

Das zeigt einmal mehr, dass Kommunalpolitik kein Hexenwerk ist und vielen viel zu große Selbstzweifel gemacht werden, ob sie geeignet sind, mitzumachen, obwohl alle älteren, die dort sitzen, auch nur mit Wasser kochen. Die Selbstzweifel betreffen sehr häufig Frauen oder junge Menschen. Egal, wer das hören muss: einfach mal ausprobieren – aufhören kann man immer noch.”

Dazu passend meint Charlotte Ehlers: “Auch mich hat es etwas Überwindung gekostet, diesen Schritt zu gehen, aber jetzt freue ich mich darauf, etwas in Krefeld zu verändern und hoffe, dass ich zusammen mit anderen jungen Krefelder Kommunalpolitiker/innen Jugendlichen Mut machen kann, sich mit einzubringen.”

Beitrag drucken
Anzeigen