v.l. Dirk Franke, Christof Laege, Sarah Philipp MdL, Bülent Adigüzel (Foto: AWO)
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Duisburg/Düsseldorf. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Wie komme ich an mein Geld? – Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Sarah Philipp und Frank Börner die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der AWO-Integration in Duisburg. Hintergrund sind bundesweit rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen pro Monat. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten machte AWO-Integration auf die Bedeutung einer starken Schuldnerberatung und wirksamer Präventionsangebote für Duisburg aufmerksam.

Geschäftsführer Dirk Franke schilderte die aktuelle Situation: In Duisburg gibt es jeden Monat bis zu 4.000 Kontopfändungen. Bei einer Kontopfändung läuft für den Schuldner eine sehr kurze Frist, um eine Bescheinigung von der Schuldnerberatung zu erhalten. Ansonsten wird das Geld weggepfändet. Somit können weder Miete, Strom noch sonstige Zahlungen gezahlt werden.

Gleichzeitig steigt der Unterstützungsbedarf durch hohe Lebenshaltungskosten, steigende Mieten, Energiekosten und wirtschaftliche Unsicherheiten. Frühzeitige Beratung hilft dabei, Wohnungsverlust, Energiesperren und andere existenzielle Notlagen zu vermeiden. Ratsuchende erhalten bei der AWO zeitnahe Unterstützung, in akuten Krisensituationen auch kurzfristig.

„Duisburg gehört seit Jahren zu den Städten mit den höchsten Überschuldungsquoten in Deutschland“, erklärte Dirk Franke. „Gerade deshalb brauchen wir eine starke Schuldnerberatung und eine verlässliche Präventionsarbeit. Wer Menschen frühzeitig unterstützt, verhindert persönliche Notlagen, stabilisiert Familien und spart zugleich erhebliche soziale Folgekosten.“

Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist das Präventionsprojekt „Du und Dein Geld“, das die Duisburger Wohlfahrtsverbände gemeinsam mit der Stadt Duisburg durchführen. Dabei lernen Schülerinnen und Schüler einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld, Konsum, Verträgen und Verschuldungsrisiken. Die AWO hat in den vergangenen zehn Jahren über 10.000 Schülerinnen und Schüler an Duisburger Schulen über mögliche Gefahren der Geldgeschäfte informiert und damit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Überschuldung geleistet.

Darüber hinaus ermöglichen die gemeinsamen Beratungsangebote der Wohlfahrtsverbände wichtige Unterstützung für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Von den Angeboten profitieren vor allem Erwerbstätige, Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Auszubildende sowie Selbstständige und Familien, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Die Schuldnerberatung ist damit längst nicht nur ein Angebot für Menschen im Leistungsbezug, sondern eine wichtige Unterstützung für viele Bürgerinnen und Bürger in der Mitte der Gesellschaft.

Zum Abschluss des Gesprächs betonten Sarah Philipp und Frank Börner die hohe Bedeutung der Schuldnerberatung und Prävention für die soziale Infrastruktur in Duisburg.

Die Botschaft der Aktionswoche ist eindeutig: Eine Stadt mit den sozialen Herausforderungen wie in Duisburg, braucht auch künftig eine starke Schuldnerberatung für alle Menschen in finanziellen Notlagen.

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