Mönchengladbach. Am Freitag, 3. Juli, ist es gegen 23.30 Uhr an der Goethestraße zu einer Explosion gekommen, bei der vier Autos und ein Pflanzengefäß beschädigt wurden.
Bei Eintreffen der eingesetzten Beamten fanden sie ein stark beschädigtes Pflanzengefäß vor, das aus Europaletten und weiteren Holzbrettern bestand. Offensichtlich wurde an dem Gefäß eine Detonation ausgelöst, so dass dieses in mehrere Teile zersprang. Absplitterungen sowie unterschiedlich große Holzteile und Blumenerde lagen auf der Goethestraße verteilt. Aufgrund der Explosion wurden außerdem vier parkende Autos beschädigt.
Der zerstörte Blumenkübel ist Teil des Projektes “Amaliengarten”, eine Erinnerung an die Jüdin Amalie Jung, die einige Jahre an der Goethestraße gewohnt hat.
Die Polizei sucht Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben und/ oder Hinweise auf mögliche Täter geben können. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02161-290 entgegen.
Solidarität nach Explosion an jüdischem Gedenkprojekt – GRÜNE verurteilen den Anschlag aufs Schärfste
Nach aktuellem Stand der Ermittlungen ereignete sich die Detonation unmittelbar an einem jüdischen Gedenkprojekt, das an die Mönchengladbacher Jüdin Amalie Jung erinnert. Sie wurde 1941 deportiert und ermordet.
Der beschädigte Blumenkübel ist Teil eines lokalen Erinnerungsortes, der an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnert. Dass dieser Ort Ziel eines Anschlags wurde, erschüttert die Grünen zutiefst.
Der Staatsschutz ermittelt wegen der Explosion. Die Hintergründe sind noch unklar, doch der Angriff auf ein NS‑Erinnerungsprojekt hat eine besondere Dimension: Er richtet sich gegen das Gedenken an eine ermordete Jüdin – und damit gegen die Werte einer offenen, demokratischen und solidarischen Gesellschaft.
Andreas Wigan, Vorstandsmitglied und Landtagskandidat, betont: „Unsere Solidarität gilt den jüdischen Gemeinden und allen Menschen, die sich für Erinnerungskultur einsetzen. Wir GRÜNE Mönchengladbach verurteilen diesen Anschlag aufs Schärfste. Jeder Angriff auf jüdisches Leben, jüdische Einrichtungen oder Orte der Erinnerung ist ein Angriff auf uns alle.“
Die Grünen stehen fest an der Seite der jüdischen Gemeinden, der Initiativen der Erinnerungskultur und aller Menschen, die sich gegen Antisemitismus engagieren. Die Erinnerung an Amalie Jung und alle Opfer des Nationalsozialismus darf niemals eingeschüchtert oder verdrängt werden.
Michael Reichmann, Co‑Vorstandssprecher, ergänzt: „Erinnerung braucht Schutz – und klare Haltung. Wir erwarten eine schnelle und umfassende Aufklärung der Tat und danken den Einsatzkräften, die unmittelbar vor Ort waren. Als demokratische Zivilgesellschaft müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass Orte des Gedenkens geschützt bleiben und dass antisemitische, rechtsextreme oder geschichtsrevisionistische Gewalt keinen Raum bekommt.“




















