
Frechen. Die Stadt Frechen schnürt ein großes Investitionspaket für die lokale Bildungslandschaft. Mit einem Gesamtvolumen von über 50 Millionen Euro haben Rat und Verwaltung wegweisende Infrastrukturprojekte angeschoben.
Das Besondere dabei: Durch ein aktives Fördermittelmanagement gelingt es der Stadt, erhebliche Summen an Bundes- und Landesmitteln nach Frechen zu holen, um den städtischen Haushalt spürbar zu entlasten und gleichzeitig modernste Lernumgebungen zu schaffen.
„Wir investieren hier ganz gezielt in unsere Kinder und damit in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“, erklärte Bürgermeister Uwe Tietz. „Jeder Euro in unsere Schulen und Freizeiteinrichtungen ist ein Euro in die Fachkräfte von morgen. Dank der Rekordfördersätze, die wir sichern konnten, können wir in Qualität und Innovation investieren, ohne die kommunalen Finanzen zu überlasten.“ Kämmerin Gudrun van Cleef betonte: „Trotz der sehr angespannten Haushaltslage und des aufzustellenden Haushaltssicherungskonzepts bleiben wir handlungsfähig.“
Trotzdem konnte ein aktueller Förderaufruf zur energetischen Gebäudesanierung leider nicht erfolgreich mit Anträgen angesprochen werden. Zeitfenster und Bedingungen passen manchmal nicht zueinander: die vorläufige Haushaltsführung verhinderte das Starten neuer Projekte, solche „in der Schublade“ stellten sich als nicht passgenau heraus. Die Stadtverwaltung ist zuversichtlich, dass auch zukünftig attraktive Förderprodukte angeboten werden, um den grundsätzlich großen Bedarf an Gebäudesanierungen mit Hilfe von Zuwendungen schultern zu können. Hierzu wird es im Rahmen der Haushaltskonsolidierung erforderlich sein, dass zunächst alle Investitionsvorhaben einer erneuten Prüfung hinsichtlich ihrer Priorisierung unterworfen werden.
Zum Investitionspaket im Einzelnen:
Ein Meilenstein: Neubau des Schul-Rotationsgebäudes
Eines der bisher größten Einzelprojekte der städtischen Bildungsgeschichte nimmt konkrete Formen an: Für den Neubau eines modernen Schul-Rotationsgebäudes sind Gesamtkosten von rund 47,9 Millionen Euro veranschlagt. Der Rückbau des Altbestandes ist angelaufen. Über das neue NRW-Infrastrukturgesetz („Nordrhein-Westfalen-Plan“) hat Frechen den maximalen Förderanteil beantragt. Damit fließen voraussichtlich knapp 9,95 Millionen Euro an reinen Fördermitteln in dieses Großprojekt. Das Gebäude soll bereits im Jahr 2028 fertiggestellt werden.
Ausbauschub für den Grundschul-Ganztag
Pünktlich zum Ende der ersten Strukturwandel-Förderperiode hat die Verwaltung ein umfassendes Ausstattungspaket für fünf Frechener Grundschulen auf den Weg gebracht. An der Burgschule, Edith-Stein-Schule, Johannes-Schule, Mauritiusschule und Steinzeugschule wird die Erst- und Ersatzausstattung für die Offene Ganztagsschule (OGS) massiv modernisiert. Bei Gesamtkosten von rund 660.000 Euro profitiert Frechen von einem exzellenten Fördersatz von 90 Prozent – das Land steuert bei einer Bewilligung somit 594.090 Euro bei.
Erfolgsmodell Mauritiusschule Bachem
Der Neubau für den OGS-Ganztagsbetrieb an der Mauritiusschule in Frechen-Bachem erfährt einen erheblichen finanziellen Rückenwind. Durch ein cleveres Nachmeldeverfahren („Windhundverfahren“) konnte das städtische Fördermittelmanagement zusätzliche Budgetreste in Höhe von 645.103 Euro sichern. Damit steigt die Gesamtförderung für den 3,8 Millionen Euro teuren Neubau auf stolze 2,53 Millionen Euro. Der Fördersatz für dieses Projekt konnte so von knapp 50 Prozent auf mittlerweile 66,77 Prozent hochgeschraubt werden.
Zukunftstechnologien im Gymnasium Frechen (zdi/LNU)
Auch im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) spielt das an Frechens Gymnasium angesiedelte Leistungszentrum für Naturwissenschaften und Umweltfragen e.V. (LNU) auch künftig in der ersten Liga. Durch dessen Angebot wird MINT-Nachwuchs aus dem gesamten Kreisgebiet angesprochen. Über das Investitionsgesetz Kohleregionen wurden Förderanträge für drei zukunftsweisende Teilprojekte im Gesamtwert von knapp 310.000 Euro gestellt. Gefördert werden diese mit einem Rekord-Fördersatz von 97,50 Prozent (301.587 Euro Förderung). Das Besondere daran: Der verbleibende kommunale Eigenanteil wird vollständig durch ein Sponsoring abgedeckt, wodurch das gesamte Projekt für die Stadt vollkommen haushaltsneutral ist:
- zdi-Science-Trailer Rhein-Erft (ca. 87.000 Euro): Ein mobiles High-Tech-Forschungslabor für Umweltanalysen und Biodiversitätsmonitoring im gesamten Kreisgebiet.
- Makerspace Frechen (ca. 87.000 Euro): Ein innovativer Kompetenzraum für 3D-Druck und digitale Modellierung in Kooperation mit dem Keramion.
- MediaLab Frechen (ca. 135.000 Euro): Ein professionelles Fernsehstudio mit Greenscreen-Technik in Kooperation mit dem Lindentheater zur Förderung digitaler Medienkompetenz.
Lebendige Geschichte an der Schule
Weiterhin investiert die Stadt an der Mauritiusschule auch in die historische Identität: Eine bei den Bauarbeiten entdeckte und bereits geborgene historische römische Wasserleitung wird mit Hilfe von Denkmalfördermitteln und der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln (Fördersumme insgesamt knapp 55.000 Euro) fachgerecht konserviert und künftig für Schülerinnen und Schüler sowie Öffentlichkeit dauerhaft erlebbar gemacht.
Ein starkes Signal für den Strukturwandel
Mit diesen Investitionen nutzt die Stadt Frechen die Chancen des Strukturwandels im Rheinischen Revier – unter den herausfordernden Rahmenbedingungen der vorläufigen Haushaltsführung – konsequent aus. Durch die zeitweise Kombination von pauschalen Infrastrukturmitteln des Bundes und maßgeschneiderten Landesprogrammen stellt die Verwaltung sicher, dass die Modernisierung der Bildungseinrichtungen mit Hochgeschwindigkeit vorangetrieben wird. Die beschlossenen Maßnahmen sichern langfristig die gesetzlichen Betreuungsansprüche und heben die Bildungsqualität in Frechen auf ein neues Niveau.



















