
Essen. Mitten im Sommer sorgen ausgerechnet gestrickte Schals für staunende Blicke: Ein langer Solidaritätsschal am Turm der Anbetungskirche wurde beim Sommerfest am Essener Dom zum Symbol für gelebten Zusammenhalt. Dazu lockten Flohmarkt, Kultur und Musik zahlreiche Gäste in die Innenstadt.
Wollige Schals mitten im Sommer? Mit dem über 450 Meter langen, bunten Solidaritätsschal, der mehrfach gewickelt am Turm der Essener Anbetungskirche hing, haben die Verantwortlichen des Sommerfests am Dom am Samstag, 11. Juli, nicht nur für einen eindrucksvollen Blickfang gesorgt, sondern wohl auch für manch fragendes Gesicht. Dabei ist die Geschichte womöglich ungewöhnlich, aber letztlich ziemlich einfach – eben „genial sozial“, wie das Motto des Dom-Sommerfests: Über 300 Menschen haben in den vergangenen Wochen fleißig gestrickt und ihre Schals am Samstag zu einem Riesen-Schal zusammengenäht, für den selbst der hohe Turm der Anbetungskirche bei weitem zu klein war. „Jetzt werden die einzelnen Schals wieder auseinandergetrennt und helfen in der kalten Jahreszeit Menschen, die dann ganz besonders auf Wärme angewiesen sind“, erklärt Cityseelsorger Bernd Wolharn.
Neben dem Schal sorgten vor allem die traditionellen Flohmarkstände für „genial soziale“ Begegnungen: Viele Passantinnen und Passanten stöberten durch die üppig bestückten Trödelsortimente, die Gruppen aus Gemeinden, von katholischen Verbänden und Ordensgemeinschaften auf der Kettwiger Straße präsentierten. Zum 29. Mal öffnete in diesem Jahr der Flohmarkt am Dom, dessen Erlös zur Hälfte die meist ehrenamtliche Arbeit der Kirchengruppen unterstützt.
Die andere Hälfte der Flohmarktstände sowie alle Erlöse des Sommerfests und viele Spenden kommen Hilfsprojekten in Essen und aller Welt zugute: Die katholische Jugendsozialarbeitseinrichtung „Die Boje“ unterstützt mit ihrem Projekt „StattSchule – von Null auf Zukunft“ Essener Jugendliche, die im klassischen Schulsystem den Halt verloren haben. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat finanziert ein sozialpastorales Projekt rund um sauberes Wasser in Peru, während die Organisation Missio Kinder, Frauen und Männer in Madagaskar hilft, die bei der Förderung des Minerals Mica unter katastrophalen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden.
Auch die Kultur kam beim Sommerfest rund um den Dom nicht zu kurz: Ein kurzes Mittagskonzert an der Domorgel beendete die Lunchkonzert-Woche, das Domschatz-Team lud zu Vorabbesichtigungen in den umgebauten Ausstellungsräumen ein und führte durch den Dom und in die Kapelle der Goldenen Madonna – was gerade am heißen Nachmittag ein besonderes Vergnügen war.
Eine Freiluft-Messe auf dem Domhof bildete den Abschluss des Programms. Passend zur laufenden Fußball-WM sorgte hier DJK-Seelsorger Andreas Strüder gleichermaßen für geistliche und sportliche Akzente.




















