Rhein-Ruhr/Dortmund/Düsseldorf. Der Verwaltungsrat der VRR AöR hat den Antrag der CDU-Fraktion zum Einsatz KI-gestützter Videoanalyse im öffentlichen Personennahverkehr einstimmig beschlossen. Ziel ist es, moderne Technologien verantwortungsvoll einzusetzen, um die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten zu erhöhen und gleichzeitig die kritische Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs besser zu schützen.
Der Beschluss sieht unter anderem vor, die laufenden Pilotprojekte – insbesondere bei DSW21 Dortmund und der Rheinbahn Düsseldorf – auszuwerten, deren Wirksamkeit sowie die technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen zu bewerten, Fördermöglichkeiten aufzuzeigen und weitere Einsatzmöglichkeiten KI-gestützter Videoanalyse zu prüfen. Dazu gehört auch die mögliche Verknüpfung mit Leitstellen und Fahrgastinformationssystemen, um Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und Sicherheitskräfte schneller zu alarmieren.
Frank Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender im Verwaltungsrat der VRR AöR und Vorsitzender des VRR-Verkehrs- und Planungsausschusses, begrüßt die einstimmige Entscheidung: „Mit diesem einstimmigen Beschluss setzen wir ein starkes Zeichen für mehr Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr. Moderne Technologie ersetzt keine Sicherheitskräfte – sie unterstützt sie. Künstliche Intelligenz kann helfen, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen, Einsatzkräfte schneller zu alarmieren und dadurch Straftaten zu verhindern sowie Menschen besser zu schützen.“
Nach Auffassung Heidenreichs sollte die Entwicklung bereits heute weitergedacht werden. „Wenn eine KI künftig zuverlässig erkennt, dass beispielsweise eine körperliche Auseinandersetzung, ein sexueller Übergriff, eine schwere Bedrohung oder sogar der Einsatz einer Waffe stattfindet, sollten wir prüfen, ob das System automatisch eine deeskalierende Lautsprecherdurchsage auslösen kann. Eine Ansage wie: ‚Achtung! Es wurde eine Gefahrensituation erkannt. Sicherheitskräfte wurden informiert und sind bereits auf dem Weg.‘ kann potenzielle Täter abschrecken, Betroffenen das Signal geben, dass Hilfe unterwegs ist, und damit zur Deeskalation beitragen. Die Erfahrungen mit Bodycams zeigen, dass bereits der Hinweis auf eine beweissichere Dokumentation häufig konfliktmindernd wirkt.“
Darüber hinaus regt Heidenreich an, die Möglichkeiten moderner KI-Technologie auch im Bereich der Beweissicherung weiterzuentwickeln.
„Heute werden Videoaufzeichnungen aus datenschutzrechtlichen Gründen regelmäßig nach Ablauf kurzer Speicherfristen gelöscht. Deshalb sollte geprüft werden, ob für von einer KI eindeutig erkannte schwerwiegende Gefahrensituationen – etwa Gewaltdelikte, sexuelle Übergriffe oder Waffeneinsätze – künftig rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden können, um die relevanten Videosequenzen automatisiert manipulationssicher zu sichern und vor einer automatischen Löschung zu bewahren. Ziel wäre ausschließlich die beweissichere Dokumentation schwerer Straftaten zum Schutz der Opfer und zur Unterstützung einer effektiven Strafverfolgung. Ein Zugriff auf diese Daten dürfte ausschließlich auf gesetzlicher Grundlage und unter strengen rechtsstaatlichen Voraussetzungen durch die zuständigen Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden erfolgen.“
Für Heidenreich stehen Datenschutz und Sicherheit dabei nicht im Widerspruch. „Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Diese Chancen sollten wir verantwortungsvoll nutzen. Wer Busse und Bahnen nutzt, muss sich darauf verlassen können, dass modernste Technik dort eingesetzt wird, wo sie Menschen schützt, Straftaten verhindert und den Sicherheitskräften hilft, schneller und gezielter zu handeln.“
Mit dem einstimmigen Beschluss unterstreicht der VRR seinen Anspruch, Vorreiter beim verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr zu sein. Die laufenden Pilotprojekte innerhalb des VRR zeigen bereits heute, welches Potenzial moderne KI-Technologien für die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten bieten. Nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse konsequent auszuwerten und erfolgreiche Ansätze schrittweise auf weitere Verkehrsunternehmen im VRR zu übertragen.
Abschließend erklärt Frank Heidenreich: „Der öffentliche Nahverkehr der Zukunft muss nicht nur pünktlicher und leistungsfähiger, sondern auch sicherer werden. Moderne künstliche Intelligenz kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Sie ersetzt keine Menschen, sondern unterstützt sie dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen, Straftaten zu verhindern, Opfer besser zu schützen und Sicherheitskräfte schneller an den Einsatzort zu bringen. Wenn wir die Möglichkeiten neuer Technologien verantwortungsvoll und im Einklang mit unserem Rechtsstaat nutzen, stärken wir das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und machen Busse und Bahnen für alle noch sicherer. Genau darin liegt die große Chance der künstlichen Intelligenz: Sie dient nicht der Überwachung um ihrer selbst willen, sondern dem Schutz der Menschen.“





























