
Tönisvorst. Samtene Flügel mit zwei roten Streifen. Spannweite? Gerade einmal 6,5 Zentimetern. Dennoch tragen die Flügel die Tiere mühelos über die Alpen – rund 1.000 Kilometer in Richtung Norden. Ihre Nahrung? Vornehmlich Blütennektar, aber auch gerne der berauschende Saft aus vergorenem Fallobst. Es ist die Rede vom Edelfalter Admiral.
Der Schmetterling hat in Tönisvorst einen neuen Rückzugsort gefunden: ein 1.800 Quadratmeter großes Grundstück im Hochbend. Dort darf auch die eine oder andere Brennnessel ungestört wachsen – eine unerlässliche Nahrungsquelle für seine Nachkommen, denn die Raupen des Admirals ernähren sich von den Blättern der Brennnessel. „Man nennt dieses Biotop auch offene Gartenbrache“, erläutert Bodo Meyer, 1. Vorsitzender des NABU Krefeld-Viersen e.V.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des NABU-Bezirksverbandes hatte der Verein Bürgermeister Kevin Schagen sowie Horst Klausmann, Leiter der Filiale Tönisvorst der Sparkasse Krefeld, zu diesem Biotop eingeladen. Dieses gedeiht seit nunmehr 14 Jahren im Hochbend und bietet nicht nur dem Admiral, sondern auch vielen anderen Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren einen Schutzort. „Das Grundstück wurde vererbt“, erklärt Meyer. „Der Vorbesitzer hatte hier bereits einen naturnahen Garten angelegt. Seine einzige Bedingung an uns war, dass das Grundstück zu einem Biotop weiterentwickelt wird.“
Mit alten Obstbäumen und Eiben bestockt, haben sich im Laufe der Zeit viele weitere Gehölze und Wildpflanzen angesiedelt, wie Kornelkirsche, Holunder, Feldahorn oder die blaue Kugeldistel. Unmittelbar angrenzend liegt ein Wald: „Hier haben wir bereits eine Schleiereule und die Finkenart Kernbeißer gesichtet“, so Meyer. Mit einer Wildkamera will der Verein künftig die Erfolge dieses Biotops durch Artenlisten messbar machen und die Sichtungen systematisch aufzeichnen.
Seit etwa 2012 wird das Grundstück entwickelt – was in diesem Fall bedeutet: der Natur Raum geben, damit sie sich ganz natürlich und ohne Eingriff des Menschen entwickeln kann. Um das Grundstück zu schützen, hat die Tönisvorster Filiale der Sparkasse Krefeld ein solides Gartentor gesponsert. „Wir unterstützen sehr gerne das Ehrenamt, das sich in diesem Fall für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen einsetzt“, betont Klausmann. Ihm sowie Bürgermeister Kevin Schagen überreichte der NABU das von Roland Busch geschriebene Buch anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bezirksverbandes.
„Biotope sind ein Schutzraum für die Natur und zugleich ein großer Gewinn für uns alle. Dass in Tönisvorst vom Landesamt bereits 36 Biotope als erhaltenswert und entwicklungswürdig erfasst wurden, zeigt, wie wertvoll unsere heimische Landschaft ist. Für mich ist jedes einzelne davon ein Schatz unserer Stadt – und ich freue mich über jedes Biotop, das wir erhalten, weiterentwickeln oder neu schaffen können“, so Bürgermeister Kevin Schagen abschließend.

















