Krefeld. Das ein Jahr alte Krefelder Start-up „Lasten-Zauber“ bietet in Krefeld Transporte aller Art mit dem Lastenrad an: Vom Baumaterial über Sofas und Kühlschränke bis zum Wertstoffhof-Transport machen Stephan Kröske und seine Partnerin Natascha Huse auf einem Fahrrad-Lastenanhänger fast alles möglich.
Vor wenigen Tagen ist das Start-up nun bundesweit mit einem Posting viral gegangen. Stephan Kröske erzählt: „Wir haben so viel an Vernetzung in Krefeld probiert und haben noch mehr Aufträge vermisst. Da hat uns eine Freundin geraten, dass wir uns über unseren Instagram-Account noch einmal persönlich vorstellen sollten. Ich bin kein klassischer Business-Mensch: Ich habe nur einen Sonderschulabschluss, arbeite aber Vollzeit und habe mit meiner Frau nebenbei noch die Selbständigkeit mit Lasten-Zauber aufgebaut. Darüber hat der Beitrag etwas erzählt und auch mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss sich nicht für die Umwelt interessieren. Wir fanden das gar nicht so besonders, aber der Beitrag ging total durch die Decke.“
Das Posting erreichte knapp 29.000 Likes, der Account wuchs von gut 100 Followerinnen binnen Tagen auf knapp 3.000 Followerinnen.
Natascha Huse schildert: „Damit haben wir nie gerechnet. Wir sind total gerührt von dem vielen lieben Zuspruch, den wir bekommen haben. Es gab sogar viele Menschen aus anderen Städten, die quasi neidisch waren und gerne so ein Angebot in ihrer Stadt hätten. Aber auch viele Krefelder scheinen durch den Beitrag auf uns aufmerksam geworden zu sein, denn die Buchungen sind in der kurzen Zeit schon um 1500 % nach oben gegangen!“
Lasten-Zauber ist das erste Krefelder Start-up, das dem „Klima-Pakt“ der Stadt beigetreten ist. Hierüber erhofft sich das Unternehmerpaar noch mehr Geschäftskunden und auch Aufträge aus der Stadtverwaltung selbst: „Immerhin bieten wir eine klimaneutrale Logistik an. Mit uns können die Unternehmen und die Stadtbetriebe Treibhausgase sparen und wir hätten dann einen Teil planbarer, regelmäßiger Aufträge“, erklärt Stephan Kröske.
Das Start-up verfolgt neben dem ökologischen Ansatz auch ein soziales Anliegen. Beide haben keinen Führerschein und wissen aus eigener Erfahrung, dass solche Transporte für Menschen ohne Kfz oder Fahrerlaubnis eine große Hilfe sein können. Menschen mit gutem Einkommen können dem Start-up Geld spenden, wodurch Transporte für Menschen ermöglicht werden, die zu wenig Geld haben. Auch bei sozialen Events in Krefeld fährt Stephan Kröske den großen Lastenanhänger immer wieder mit – zum Beispiel große Wasserbehälter zur Baumbewässerung, Musikboxen auf Fahrraddemonstrationen oder sogar rollende DJs zur musikalischen Unterhaltung von einem Krefelder Lauftreff.
Wie sich der virale Beitrag nun langfristig auf das Unternehmen auswirkt, könne das Paar noch nicht abschätzen, aber Natascha Huse bemerkt: „Wir haben mit unserem Beitrag weit über Krefeld hinaus Menschen erreicht und inspiriert, auch ohne Abitur eine gute Idee in eine Selbständigkeit umzusetzen. Und vielleicht gibt es durch uns bald auch in anderen Städten ähnliche Angebote. Dann hätten wir jetzt schon mehr erreicht, als wir uns das jemals hätten vorstellen können.“
InfoKlick: www.Lasten-Zauber.de



















