Willich. Ein handgeschriebenes bzw. ausgedrucktes Hinweisschild am Fenster der Polizeiwache an der Grabenstraße sorgte am Wochenende für erhebliche Verunsicherung in Willich: „Die Polizeiwache Willich ist ab Montag, den 31.08.26 bis auf Weiteres geschlossen!“, war dort schwarz auf weiß zu lesen. Nachdem die FDP-Ratsfraktion mit Schärfe Aufklärung forderte, schaltete sich am Montagnachmittag die Kreispolizeibehörde Viersen ein und stellte klar: Die Wache wird keineswegs geschlossen – im Gegenteil, die Polizeipräsenz vor Ort wird personell sogar ausgebaut.
FDP erfuhr durch Vor-Ort-Termin von Aushang und schaltete Polizeiführung ein
Die FDP-Ratsfraktion Willich hatte bei einem Vor-Ort-Termin zufällig den Aushang entdeckt. Auf dem Aushang im Fenster der Dienststelle stand oben in roter und schwarzer Schrift die vermeintliche Hiobsbotschaft der Schließung ab dem 31. August, während darunter noch die regulären Werktags-Öffnungszeiten (Montags, Mittwochs, Freitags 7–15 Uhr sowie Dienstags und Donnerstags 10–18 Uhr) zu sehen waren.
Dass weder die Bevölkerung noch die Politik vorab über das offizielle Presseportal oder die Website der Kreispolizeibehörde über eine vermeintliche Schließung informiert worden waren, stieß bei den Liberalen auf kritisches Befremden.
Der ehemalige Ratsherr und FDP-Vorsitzende Thomas Brandt, der im Ortsteil Willich bestens vernetzt ist, fand dafür deutliche Worte: „Durch diese plötzliche Schließung ohne vorherige Bürgerinformation wird unsere Stadt gefühlt vom Sicherheitsnetz abgekoppelt. Das sorgt für Verunsicherung. Gerade jetzt brauchen die Bürgerinnen und Bürger verlässliche, sichtbare Präsenz und Ansprechpartner vor Ort. Wir erwarten von der Kreispolizeibehörde zeitnah partnerschaftliche Klarheit, wie der Schutz und die Erreichbarkeit lückenlos garantiert werden.“
Um Transparenz für die 50.000-Einwohner-Stadt zu schaffen, richtete die FDP-Ratsfraktion einen dringenden Fragenkatalog an den Leitenden Polizeidirektor Sebastian Wessel und den regionalen Wachleiter Bert Nolden. Sie forderten detaillierte Antworten zu den Hintergründen, dem Zeithorizont sowie den Sicherheitsgarantien für das Stadtgebiet.
Polizei klärt auf: „Missverständlicher Aushang“ – Wache wird personell verstärkt
Die Reaktion der Polizeiführung ließ nicht lange auf sich warten. Am Montagnachmittag trat der Leitende Polizeidirektor Sebastian Wessel den Gerüchten und der Sorge um eine Schließung vehement entgegen: „Es gibt keinerlei Pläne, die Wache in Willich zu schließen – im Gegenteil.“
Wie die Kreispolizeibehörde Viersen in einer Pressemitteilung mitteilte, handelte es sich bei dem Zettel im Fenster der Wache um eine missverständlich formulierte Mitteilung, die unbeabsichtigt den Eindruck erweckt habe, die Dienststelle mache komplett dicht.
Tatsächlich wird die Polizeiwache Willich ab dem 1. September personell aufgestockt:
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Mehr Beamte für den Schwerpunktdienst: Der in Willich ansässige Schwerpunktdienst wird mit zusätzlichen Beamtinnen und Beamten verstärkt.
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Neue Stationierung der Krad-Staffel: Die Motorrad-Einheit der Polizei, die im gesamten Kreis Viersen im Einsatz ist, erhält künftig ihren festen Stützpunkt in Willich. Dies sorge für eine deutlich höhere und noch sichtbarere Polizeipräsenz im Stadtgebiet.
Anzeigenerstattung und Erreichbarkeit vor Ort
Hintergrund der vorübergehenden Anpassungen ist die Neuordnung der Zeiten für die Publikums-Anzeigenerstattung vor Ort. Bis etwa Mitte September werden die genauen Zeiten für die Bürgeranliegen neu formatiert und anschließend offiziell bekannt gegeben.
Für Bürgerinnen und Bürger gilt weiterhin:
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Notrufe & Einsätze: Der Streifendienst und die Notruf-Versorgung über die 110 sind wie gewohnt rund um die Uhr voll gewährleistet.
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Vor-Ort-Kontakt: Wer an der Wache an der Grabenstraße klingelt, wird direkt mit der Leitstelle verbunden, die bei Bedarf sofort Streifenwagen oder Einsatzkräfte entsendet. Terminierte Gespräche (etwa beim Verkehrskommissariat) finden ohnehin wie vereinbart statt.
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Online-Anzeige: Anzeigen können rund um die Uhr auch bequem online über das Serviceportal der Polizei NRW erstattet werden.
Was als Schocknachricht an der Fensterscheibe begann, löst sich damit in Wohlgefallen auf: Der Vorstoß der FDP hat für die erhoffte schnelle Klarheit gesorgt – und die Willicher Bürgerinnen und Bürger können sich künftig auf noch mehr Polizeipräsenz vor Ort verlassen.


















