NS Dokumentationsstelle Villa Merländer Krefeld (Foto: NRW-Stiftung © Judith_Büthe)
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Krefeld. Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu und das Veranstaltungsprogramm der Villa Merländer steht in den Startlöchern. In der ersten Septemberhälfte stehen zwei Veranstaltungen zu Themen an, die der Villa Merländer besonders am Herzen liegen und das Team aktuell sehr beschäftigen.

Dienstag, 8. September 2026 um 18:00 Uhr – Die extreme Rechte auf TikTok – Geschichtsrevisionismus in jugendlichen Lebenswelten

Eine Veranstaltung des Villa Merländer e.V., zu Gast im Stadtbad auf der Neusser Straße. Der Eintritt ist frei, Voranmeldung unter ns-doku@krefeld.de

Dienstag ist der neue Montag: ab sofort wechselt das Vortrags-Impulsangebot (früher bekannt als Montagsimpulse) auf Dienstag.

TikTok ist zu einem bedeutenden Ort der politischen Kommunikation und Meinungsbildung junger Menschen geworden, in dem zunehmend rechte und rechtsextreme Inhalte verbreitet werden. In diesem Vortrag werden die Strategien der extremen Rechten auf TikTok genauer unter die Lupe genommen. Es wird aufgezeigt, wie historische Fakten gezielt verzerrt und für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Anhand konkreter Beispiele rechter TikToks wird deutlich, wie sich die extreme Rechte geschichtsrevisionistischer Deutungsmustern und Strategien wie Populismus bedient.

Referentin: Ida Tolle ist Studierende am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Hochschule Düsseldorf. Als Werkstudentin ist sie beim Jugendring Düsseldorf im Bereich der politischen Bildungsarbeit tätig.

Vortrag findet statt im historischen Stadtbad auf der Neusser Strasse, Eingang Neusser Straße.


Dienstag, 15. September 2026 um 19:30 Uhr:

“I See Your Pain, Despite Mine” – Diskussionsabend mit Möglichkeit zum Austausch in den Räumen der KuFA Krefeld

In Zeiten tiefgreifender Konflikte, zunehmender Polarisierung und schmerzhafter Spaltung laden wir zu einem Raum des mutigen Zuhörens und der radikalen Empathie ein.

Palestinians and Jews for Peace ist eine Gruppe palästinensischer, israelischer, jüdischer und anderer emanzipatorischer Freund*innen in
Solidarität, die sich für einen differenzierten Dialog sowie für einen mitfühlenden und respektvollen Umgang miteinander einsetzen, um bestehende Narrative zu Israel/Palästina zu verändern.

Menschen in dieser Gruppe sind auf sehr unterschiedliche Arten diskriminiert bzw. privilegiert, z.B. durch Antisemitismus, Rassismus, Homo- und Transphobie. Diese sich kreuzenden, überlagernden und teilweise vermeintlich gegensätzlichen Formen von Betroffenheit und Nicht-Betroffenheit möchten wir zum Ausganspunkt einer breiteren Diskussion über Zugehörigkeit, Konflikt und Mitmenschlichkeit machen. Anstatt festgefahrene Positionen oder moralische Gewissheiten zu bestärken, wagt diese Veranstaltung die Auseinandersetzung mit Widersprüchen und Komplexität.

Wir reflektieren darüber, wie Identitätspolitik – so wichtig sie für das Sichtbarmachen von Unterdrückungsstrukturen ist – manchmal auch Grenzen verhärten und den Blick auf gemeinsame, intersektionale Kämpfe verstellen kann. Wie prägen vererbte Traumata, Trauer und Angst – oft unausgesprochen – unsere Fähigkeit, Empathie füreinander zu empfinden? Und wie beeinflussen sie, was wir bereit sind zu hören oder auszusprechen?

Denn auch und besonders hier in Deutschland werden marginalisierte Positionen gegeneinander ausgespielt, geradezu beispielhaft im Diskurs über Israel/ Palästina, der vielfach mit erschreckend entmenschlichender Sprache geführt wird. Rassistische und antisemitische Ressentiments werden dadurch weiter salonfähig gemacht, sowohl in unterschiedlichen Teilen der linken Szene als auch in der Gesellschaft insgesamt. Von dieser Polarisierung und Spaltung profitieren letztlich rechte Kräfte, weswegen ein radikal-empathischer Ansatz aktuell vielleicht wichtiger ist als je zuvor. Dies ist ein Aufruf, Solidarität zu schützen – gerade in schwierigen Zeiten.

Der Eintritt ist frei – um vorherige Anmeldung per Mail an presse@kulturfabrik-krefeld.de wird gebeten. 

Über: Palestinians and Jews for Peace – Rehumanize  ist eine Gruppe palästinensischer, jüdischer und solidarischer Menschen aus Köln und Umgebung. Seit Oktober 2023 setzt sie sich ehrenamtlich für einen differenzierten Dialog, einen respektvollen Umgang und ein friedliches Zusammenleben ein. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Perspektiven sowie der gemeinsame Einsatz gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und antipalästinensischen Rassismus.

Der Abend findet in Kooperation mit der Kulturfabrik Krefeld statt.

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