(Foto: Sterkrader Lesesommer)

Oberhausen. Es ist Jubiläumsjahr und das merkt man ganz deutlich! Ausverkaufte Veranstaltungen, intensive Begegnungen und ein neuer Besucherrekord: Die erste Woche des Sterkrader Lesesommers hatte es bereits in sich und zeigt, dass es eine groß die Begeisterung für Literatur und die Entdeckung von besonderen Orten in Sterkrade gibt.

Mit großer Freude blicken die Organisatorinnen und Organisatoren auf die erste Woche des Sterkrader Lesesommers zurück. Zum zehnjährigen Jubiläum ist die Veranstaltungsreihe mit viel Zuspruch, besonderen Begegnungen und mehreren ausverkauften Veranstaltungen gestartet. Dabei zeigt sich schon nach wenigen Tagen: Der Lesesommer lebt nicht allein von großen Besucherzahlen, sondern vor allem von der besonderen Nähe zwischen Lesenden und Publikum.

Den Auftakt machte am 28. August das Literaturhaus Oberhausen in Kooperation mit dem Theater Oberhausen in der Gaststätte Klumpen Moritz. Mit Lena Schätte, Bachmann-Preisträgerin und Autorin von „Das Schwarze in den Händen meines Vaters“, war gleich zum Start ein besonderer Gast in Sterkrade zu erleben. Die rund 100 Besucherinnen und Besucher sorgten für ein ausverkauftes Haus und einen gelungenen Beginn der Jubiläumsausgabe.

Literatur begegnete den Menschen in den vergangenen Tagen aber auch dort, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Bei der „hörbar Lesung to go“ wurden Passanten auf dem Sterkrader Wochenmarkt und in der Innenstadt spontan mit kleinen Texten, Gedichten und Anekdoten überrascht. Das Format wird auch an den kommenden Samstagen während des Lesesommers fortgesetzt.

Die Veranstaltung von Matthias Reuter in der Stadtteilbibliothek Sterkrade war ausgebucht. Aber so viele Gäste standen vor der Tür und wollten auch gerne den Oberhausener Autor und Musikkabarettist erleben. Da machte die Bibliotheksleitung kurzerhand möglich, dass auch spontan erschienene Gäste noch einen Platz fanden.

Ähnlich voll wurde es im traditionsreichen Stadtcafé Cordes. Dort las Andreas Reichenbach aus seinen beiden Bänden vom „Jungen aus Buschhausen“. Und rund 80 Gäste lauschten und schmunzelten.

Mehr als 300 Gäste in der Clemenskirche bei Frau Jahnke

Den bisherigen Höhepunkt des Lesesommers in seiner 10jährigen Geschichte bildete am Donnerstagabend der Auftritt von Frau Jahnke in der St.-Clemens-Kirche. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher kamen, um der Oberhausener Kabarettistin zuzuhören. Schon vor der Veranstaltung tummelte sich eine bunte Masse auf der Steinbrinkstraße und versorgte sich mit Getränken, die die Mitarbeiter der KjG St. Clemens vor Ort verkauften.

In der Kirche bot sich ein Abend, den es nur einmal gab. Frau Jahnke hatte neben ihren gewohnten Spitzen gegen Männer viel anderes im Gepäck. Es wurde gelaucht, gelaucht und appeliert – an die Menschlichkeit und an den Mut, mehr Mut zu haben.

Da die Hälfte der Eintrittsgelder eine Spende war, bekam die Oberhausener Tafel eine großzügige Spende von 1.500 Euro. Der Vorsitzende der Oberhausener Tafel, Friedhelm Bever, nahm die Spende vor Ort dankbar entgegen. So verband der Abend Literatur und Unterhaltung mit einem konkreten Beitrag für Menschen in Oberhausen.

Doch es müssen nicht immer die Superlative sein. Gerade die kleineren Veranstaltungen zeigen, was den Sterkrader Lesesommer seit vielen Jahren ausmacht. Wo die Runde überschaubarer war, entstanden besonders intensive Gespräche zwischen den Autorinnen und Autoren und ihrem Publikum. Nach den Geschichten von Joachim Wittkowski aus „Hic Hac Hoc – Der Lehrer hat einen Stock“ entwickelte sich ein lebhafter Austausch über den Schulalltag der unterschiedlichen Generationen und und gesellschaftliche Veränderungen. Aus einer Lesung wurde eine Diskussion über Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart.

Auch bei der Lesung von Sabine Henke, im Haushaltswarengeschäft Spickermann, gab es nicht nur Dönekes aus dem Buch, sondern auch Plaudereien über eigene Rezepte und Erinnerungen. Das ist es, was den Lesesommer ausmacht. Ein Motor für Begegnung, Erinnerungen und neue Perspektiven.

Noch viele Gelegenheiten, den Lesesommer zu entdecken

Nach diesem erfolgreichen Start richtet sich der Blick nun mit großer Vorfreude auf die kommenden Tage. Bis zum 13. September wartet der Sterkrader Lesesommer noch mit zahlreichen Veranstaltungen an ganz unterschiedlichen Orten auf. Bibliothek und Buchhandlung gehören ebenso dazu wie Café, Schule, Jugendzentrum, Technisches Rathaus oder weitere Veranstaltungsorte mitten im Stadtteil. Auf dem Programm stehen unter anderem Ruhrgebietsgeschichten, Krimis, Fantasy und Science-Fiction, die Human Library, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie weitere Formate, bei denen Begegnung und Austausch im Mittelpunkt stehen.

Die Organisatorinnen und Organisatoren freuen sich über den bewegenden Auftakt und sind zugleich dankbar für das große Engagement, das hinter dem Lesesommer steht. Autorinnen und Autoren, Veranstaltungsorte, ehrenamtlich Aktive, Kooperationspartner und viele weitere Unterstützende sorgen gemeinsam dafür, dass Sterkrade auf eine ganz besondere Weise entdeckt werden kann.

Und genau dazu sind die Besucherinnen und Besucher auch in den kommenden Tagen eingeladen: bekannte und neue Autorinnen und Autoren erleben, miteinander ins Gespräch kommen – und vielleicht ganz nebenbei einen Ort in Sterkrade finden, den sie bisher noch nicht kannten.

Der kostenlose Programmflyer liegt an vielen Orten in und um Sterkrade aus. Das vollständige Programm steht unter www.sterkrader-lesesommer.de.

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