Köln. Auf dem Parkplatz am Lindweilerweg zwischen Lindweiler und Longerich hat sich eine illegale Müllhalde entwickelt. Seit mehr als drei Monaten türmen sich dort nach Angaben von Anwohnerinnen, Anwohnern und Dirk Bachhausen Bauschutt, Sperrgut, Hausmüll, Kleidung, Altpapier und zahlreiche Müllsäcke. Hinzu kommen Kanister mit unbekannten Flüssigkeiten, von denen möglicherweise eine Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt ausgeht.
Der Zustand wurde nach Bachhausens Dokumentation inzwischen mehr als 30 Mal an die Stadt Köln und die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln gemeldet. Dennoch wurde der Parkplatz bis heute nicht vollständig geräumt. Allein in dieser Woche kamen erneut mehr als 40 Müllsäcke hinzu.
Meldung abgeschlossen – Müll weiterhin vorhanden
Dass Hinweise innerhalb der Verwaltung weitergereicht werden, ohne dass das Problem vor Ort gelöst wird, zeigt auch das städtische Portal „Sag’s uns“. In einer öffentlich einsehbaren Meldung vom Lindweilerweg 156 wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Müllberg immer größer werde. Die AWB erklärte, sie dürfe den dort vermuteten Sondermüll nicht beseitigen und habe den Fall an das Umweltamt weitergeleitet.
Anschließend wurde die Meldung im Portal als „abgeschlossen“ gekennzeichnet – obwohl der Müll weiterhin auf dem Parkplatz liegt.
Höhenschranke könnte weitere Ablagerungen erschweren
Die Art und die Menge der Ablagerungen lassen vermuten, dass ein Teil des Mülls mit Transportern oder Lastwagen angeliefert wurde. Bachhausen fordert deshalb neben der sofortigen Räumung eine dauerhafte bauliche Lösung. Eine geeignete Höhenschranke könnte verhindern, dass größere Lastwagen und Hochdachtransporter den Parkplatz weiterhin ungehindert anfahren. Normale Pkw sollen den Parkplatz weiterhin nutzen können.
Wilder Müll kostet Köln Millionen
Das Problem betrifft nicht nur den Lindweilerweg. Nach aktuellen Angaben der AWB wurden im Jahr 2025 in Köln bereits 28.400 Einsätze zur Beseitigung wilden Mülls registriert. Die eingesammelte Menge stieg auf knapp 2.900 Tonnen. Die jährlichen Kosten für Littering und illegale Ablagerungen belaufen sich inzwischen auf fast 16 Millionen Euro. Dafür stehen stadtweit neun Spezialfahrzeuge und rund 25 Beschäftigte zur Verfügung.
Dirk Bachhausen fordert von der Stadt Köln:
- die unverzügliche vollständige Räumung des Parkplatzes am Lindweilerweg,
- eine sofortige fachliche Untersuchung und Sicherung der Kanister mit unbekanntem Inhalt,
- die kurzfristige Installation einer geeigneten Höhenbegrenzung mit geregeltem Zugang für Rettungs-, Forst- und Reinigungsfahrzeuge,
- verbindliche Bearbeitungsfristen für gemeldeten wilden Müll,
- die Kennzeichnung eines Vorgangs als „abgeschlossen“ erst nach der tatsächlichen Beseitigung,
- regelmäßige Kontrollen an bekannten Abladeorten sowie konsequente Ermittlungen gegen die Verursacher.
„Die Stadtverwaltung hatte mehr als genug Zeit. Jetzt muss der Müll vollständig entfernt und der Parkplatz dauerhaft gesichert werden. Jede weitere Woche des Nichtstuns lädt die nächsten Verursacher geradezu dazu ein, ihren Abfall ebenfalls dort abzuladen“, erklärt Bachhausen abschließend.




















