Inszenierungsfoto zu „Hass“ (Foto: © Theaterhaus Jena, Candy Welz)

Mülheim an der Ruhr. Zeitgenössische deutschsprachige Dramatik hat ihr Zuhause in Mülheim an der Ruhr: Seit mehr als 50 Jahren zeigen die Mülheimer Theatertage jedes Jahr im Mai die besten neuen Stücke. Renommierte Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bringen die uraufgeführten Werke auf die Bühne.

Um die Wartezeit bis zur nächsten Festivalausgabe im Mai 2027 zu verkürzen, präsentieren die Mülheimer Theatertage in der Reihe ZwischenStücke auch unterjährig ausgewählte Gastspiele und Lesungen von Autor*innen aus dem Theaterkontext. Jetzt steht das Programm für 2026/27 fest.

Der Schweizer Autor Béla Rothenbühler eröffnet am 7. Oktober 2026 die Reihe und das gleich mit einer deutschen Erstaufführung. Rothenbühler ist ein Theatermacher, der in seiner Heimat Luzern sowohl hinter der Bühne als Autor, Dramaturg und Produzent als auch auf der Bühne als Musiker und Performer die Szene aufmischt. Mit seinem Roman „Polyphon Pervers“ – ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2024 – belebt er die Tradition des Schelmenromans neu: Seine satirische Reise durch Kultur, Unterhaltung und Geld ist nicht nur clever, sondern selbst ein Meisterwerk der Unterhaltung. Béla Rothenbühler liest und performt im Theatersaal des Theaters an der Ruhr aus der hochdeutschen Übersetzung, Schauspieler und Musiker Stefan Schönholzer aka Rotchopf steuert Hip-Hop auf Luzerndeutsch bei. Gemeinsam machen sie aus der Lesung eine energiegeladene Performance mit Live-Musik: ein aberwitziger, polyphon-polyglotter Ritt durch die Kunstblase.

Am 23. Oktober 2026 wird mit einem Gastspiel des Theaterhaus Jena eine langjährige Zusammenarbeit fortgesetzt. Die Inszenierung „Hass / Μίσος / Ură“ nimmt den Film „La Haine“ (1995) von Mathieu Kassovitz als Ausgangspunkt, um gegenwärtige Formen des Lebens am Rande der Gesellschaft zu untersuchen. Neu geschriebene Texte übertragen Motive, Figuren und Konflikte in die heutige Realität der Jenaer Peripherie. Es entstehen Szenen von Jugendlichen zwischen Herkunft und Herkunftslosigkeit, zwischen Plattenbau und globalen Bilderströmen, zwischen gesellschaftlicher Unzufriedenheit und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Denkweisen. Auch in dieser Produktion treibt übrigens ein Hip-Hop-Soundtrack die Handlung voran, eigens von Musiker Sorbas geschrieben und live performt.

Jetzt vormerken: Am 3. Dezember ist Autorin Clara Leinemann mit ihrem Roman „Gelbe Monster“ zu Gast in Mülheim. Zwei weitere Theater-Gastspiele und eine Lesung warten im Frühjahr 2027 auf das Publikum, bevor es vom 8. bis 29. Mai 2027 endlich wieder heißt: Vorhang auf für die 52. Festivalausgabe der Mülheimer Theatertage!

 

Programmübersicht 2026/27

Mittwoch, 7.10.26, 19.30 Uhr

Rap-Literatur-Performance

„Polyphon Pervers“

von und mit Béla Rothenbühler feat. Stefan Schönholzer
im Theater an der Ruhr

 

Freitag, 23.10.26, 19.30 Uhr

Gastspiel Theaterhaus Jena

„Hass / Μίσος / Ură“

nach dem Film „La Haine“ von Mathieu Kassovitz
im Theater an der Ruhr

 

Donnerstag, 3.12.26, 19 Uhr

Lesung

„Gelbe Monster“

Clara Leinemann
in der Stadtbibliothek Mülheim

 

Donnerstag, 21.1.27, 19.30 Uhr

Gastspiel Hessisches Landestheater Marburg

„Fischer Fritz“

Raphaela Bardutzky
im Theater an der Ruhr

 

Donnerstag, 18.2.27, 19 Uhr

Lesung

„Selbstregulierung des Herzens“

Peggy Mädler
in der Stadtbibliothek Mülheim

 

Mittwoch, 14.4.27, 19.30 Uhr

Gastspiel Theater Heidelberg

„Die Odyssee (XS)“

Felix Krakau / Homer
im Theater an der Ruhr

 

Spielstätten

Theater an der Ruhr
Akazienallee 61, 45478 Mülheim an der Ruhr

Stadtbibliothek im Medienhaus
Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr

Tickets sowie Infos zu den Gastspielen und Lesungen auf www.stuecke.de.

Die ZwischenStücke sind eine Veranstaltungsreihe der Mülheimer Theatertage in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mülheim und dem Theater an der Ruhr.

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