Rhein-Ruhr. Was war in der vergangenen Woche im Westen von NRW besonders bemerkenswert – im positiven wie im negativen Sinne? Mit dem „LokalTop & LokalFlop der Woche“ greift LokalKlick regelmäßig zwei Geschichten auf, die über den einzelnen Ort hinaus von Bedeutung sind. Mal stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich für andere engagieren, mal Entwicklungen, bei denen es wenig Grund zur Freude gibt. In dieser Woche geht es um fünf Duisburger Sportherzen und um das angekündigte Ende eines traditionsreichen Industriestandorts in Wesel.
🟢 LokalTop: Fünf Sportherzen für besonderes Engagement
Sport lebt nicht nur von großen Veranstaltungen, erfolgreichen Mannschaften oder bekannten Namen. Vor allem lebt er von den Menschen, die sich oft über viele Jahre und Jahrzehnte engagieren, Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass Vereine und Sportangebote funktionieren.
In Duisburg sind am Mittwochabend fünf Persönlichkeiten für genau dieses Engagement ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Sören Link überreichte bei einem Empfang im Mercatorzimmer des Rathauses das „Sportherz der Stadt Duisburg“ an Peter Joppa, Winfried Lawrenz, Andreas Vanek, Denis Arsic und Heide Vorberg.
„Der Sport lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, andere begeistern und sich oft über Jahrzehnte hinweg mit viel Zeit und Herzblut einbringen“, sagte Sören Link. Mit dem Sportherz wolle die Stadt dieses besondere Engagement in der Sportstadt Duisburg würdigen.
Die fünf Ausgezeichneten stehen dabei für ganz unterschiedliche Formen des Einsatzes für den Sport. Sie übernehmen seit vielen Jahren Verantwortung in Vereinsvorständen, engagieren sich in der Nachwuchsförderung, organisieren Veranstaltungen oder unterstützen den Sport als verlässliche Partner im Hintergrund.
Damit macht die Auszeichnung zugleich auf diejenigen aufmerksam, die häufig nicht im Mittelpunkt stehen. Während auf dem Spielfeld die Aktiven und ihre Leistungen sichtbar sind, sorgen zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass Training, Wettkämpfe, Veranstaltungen und Vereinsleben überhaupt möglich sind.
Das „Sportherz der Stadt Duisburg“ würdigt deshalb nicht nur fünf einzelne Persönlichkeiten. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger stehen beispielhaft für die vielen Menschen, die den Sport in Duisburg tragen und weiterentwickeln.
Unser LokalTop der Woche: Weil fünf Menschen stellvertretend für viele andere ausgezeichnet wurden, die ihre Zeit und ihr Engagement in den Dienst des Sports und damit auch der Gemeinschaft stellen.
🔴 LokalFlop: Pilkington-Standort in Wesel wird geschlossen
Während in Duisburg das langjährige Engagement von Menschen für ihre Stadt gewürdigt wird, gibt es aus Wesel eine Nachricht, die für 68 Beschäftigte und den Wirtschaftsstandort eine ganz andere Bedeutung hat: Die Pilkington Automotive Deutschland GmbH, Teil der NSG Group, will die operativen Aktivitäten an ihrem Standort in Wesel voraussichtlich 2027 einstellen.
Nach Angaben des Unternehmens ist ein großer Teil der Gebäude auf dem Werksgelände bereits seit Jahren ungenutzt. Gleichzeitig wären zeitnah umfangreiche Investitionen notwendig, um den Standort künftig verkehrssicher betreiben zu können. Mit Blick auf einen möglichen Verkauf des Standorts seien diese Investitionen wirtschaftlich nicht zu verantworten, heißt es.
Für die aktuell 68 Beschäftigten bedeutet die angekündigte Schließung eine erhebliche Veränderung. Pilkington hatte die Mitarbeiter bereits im Frühjahr 2025 erstmals darüber informiert, dass mit einer Schließung gerechnet werden müsse. Nun befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE).
Dabei soll nach Unternehmensangaben nach möglichst fairen und transparenten Lösungen für die Betroffenen gesucht werden. Gleichzeitig werde geprüft, ob Beschäftigte aus Wesel an anderen Unternehmensstandorten weiterbeschäftigt werden können.
Auch die Zukunft des Geländes ist noch offen. Die weitere Nutzung der Gewerbefläche soll gemeinsam mit der Stadt Wesel und der NRW.URBAN GmbH & Co. KG vorangetrieben werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es bislang nicht. Als denkbare Eckpunkte nennt Pilkington einen Produktionsstopp im Juni 2027 und die Beendigung aller operativen Aktivitäten im September 2027.
Für Wolfgang Endemann, Geschäftsführer der Pilkington Automotive Deutschland GmbH, sei die Entscheidung nach einer sorgfältigen Prüfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen worden. Der Fokus liege nun darauf, gemeinsam mit den Sozialpartnern verantwortungsvolle Lösungen für die betroffenen Mitarbeitenden zu finden und gleichzeitig Perspektiven innerhalb des Unternehmens zu schaffen.
Die Dimension des Unternehmens wird auch mit Blick auf die NSG Group deutlich: Weltweit beschäftigt die Gruppe rund 25.400 Menschen, in Deutschland rund 2.250.
Unser LokalFlop der Woche: Weil mit dem angekündigten Ende der operativen Aktivitäten bei Pilkington nicht nur 68 Beschäftigte vor einer ungewissen beruflichen Zukunft stehen, sondern auch die weitere Entwicklung eines großen Gewerbeareals in Wesel offen ist.
Zwei Nachrichten aus zwei Städten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier fünf Menschen, die für jahrzehntelanges Engagement im Sport ausgezeichnet werden – dort ein Unternehmen, das sich aus einem traditionsreichen Standort zurückzieht. Beide Geschichten zeigen auf ihre Weise, wie wichtig Menschen, Engagement und verlässliche Strukturen für das Leben in unserer Region sind.
von Christian Voigt, Herausgeber von LokalKlick





























