Anzeige

Duisburg. Sie kommen aus Syrien, Guinea oder Somalia, leben zum größten Teil in Flüchtlingsheimen in Duisburg und am Niederrhein, und warten auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge. Doch statt diese lange Zeit der Ungewissheit abzusitzen, haben einige Asylbewerber Initiative ergriffen. Elf Flüchtlinge profitieren von gezielter Sprachförderung sowie der Qualifizierung aus einer Umschulung zum Fachhelfer Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik. Initiiert und umgesetzt von der Kreishandwerkerschaft, wird das Projekt vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW gefördert.

Die größte Herausforderung, selbst bei gut ausgebildeten Fachkräften, liegt stets im sprachlichen Bereich: „Die Sprache ist das Nadelöhr. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen, die zu uns nach Deutschland kommen, so schnell wie möglich die Gelegenheit bekommen, Sprachkurse wahrzunehmen“, sagt Dr. Frank Bruxmeier, Geschäftsführer des Bildungszentrums Handwerk in Duisburg. Genau an dieser Stelle setzt das Modellprojekt an: Die Teilnehmer haben über Wochen und Monate so intensiv an ihrer Sprachkompetenz gearbeitet, dass sie nun aktiv an Alltags- und beruflichen Gesprächen teilhaben können. Auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes sind die Flüchtlinge, die teilweise seit über zwei Jahren in Deutschland leben, nun wesentlich besser vorbereitet. Ibrahim Yetim, MdL begrüßt dieses Engagement ausdrücklich: „Die Teilnehmer zeigen, dass sie, trotz aller Schwierigkeiten, für sich und ihre Familie eine Zukunft erarbeiten wollen.“

Für Oberbürgermeister Sören Link ist das Modellprojekt der Kreishandwerkerschaft ein Hoffnungsschimmer in der sich immer weiter zuspitzendenden Flüchtlingsproblematik: „Vor Menschen, die auf eine so bewegte und zum Teil dramatische persönliche Vergangenheit zurückblicken und dennoch voller Tatendrang stecken und den unbedingten Willen zur Integration haben, ziehe ich meinen Hut. Was hier in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer geleistet wird, ist beispielhaft.“

Das nächste Ziel für die Teilnehmer des Projekts ist bereits klar definiert: In knapp zwei Jahren möchten die Flüchtlinge ihre Gesellenprüfung erfolgreich absolvieren.

Beitrag drucken
Anzeigen