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Annette Dietz (l.) und Andrea Quaß im „Haltepunkt Kaiserstraße“ (Foto: privat)

Mülheim. Die neue Einrichtung der Theodor Fliedner Stiftung, der „Haltepunkt Kaiserstraße“, eröffnet im Oktober. Menschen mit einer chronischen Alkoholerkrankung oder einer psychischen Erkrankung erleben wieder einen geregelten Alltag durch Tagesstruktur.

„Tagesstruktur, das heißt wieder Leben. Wenn ich in meinem Zimmer sitze, da kommen nur die Gedanken an früher. Hier bekomme ich ein Feedback, dafür, wo ich jetzt stehe und was ich noch weiter tun kann.“

Diese und ähnliche Rückmeldungen haben Andrea Quaß und Annette Dietz schon von vielen Betroffenen gehört. „Durch Abhängigkeit oder Krankheit gerät der für uns so normal erscheinende Alltag aus den Fugen“, weiß Andrea Quaß. Die gelernte Kunst- und Gestalttherapeutin leitet ab September die neue Einrichtung der Theodor Fliedner Stiftung. Der Haltepunkt Kaiserstraße bietet Platz für 25 chronisch Alkoholkrankte und psychisch Erkrankte. Interessierte und Betroffene können sich schon jetzt unter Telefon (0208) 43 96 69 89 melden. Getreu der Thematik hat man sich für den Namen „Haltepunkt Kaiserstraße“ entschieden. „Über unsere ambulanten Angebote können wir Betroffenen wieder Halt im Leben geben“, so Annette Dietz, die mit zum Team in der Kaiserstraße gehören wird.

Derzeit arbeiten beide noch im Haus Engelbert, ebenfalls eine Einrichtung der Theodor Fliedner Stiftung und betreuen bereits chronisch Suchtkranke. Am neuen Standort werden sie gemeinsam mit Betroffenen dem Tag wieder eine Struktur geben – suchtmittelfrei. Wiederkehrende Angebote zu festen Zeiten geben Sicherheit und Orientierung. Betroffene können handwerken oder kochen und vor allem miteinander sprechen. „Gerade für Menschen mit einer Alkoholerkrankung ist es wichtig, dass das Erleben von Zugehörigkeit, Wertschätzung und Akzeptanz wieder an die Stelle des Alkohols und der Einsamkeit tritt“, sagt Andrea Quaß. „Mit unserer ambulanten Tagesstruktur stellen wir ein vielseitiges Angebot zur Verfügung, das hilft, den Tag suchtmittelfrei und sinnstiftend zu gestalten – sei es in alltäglicher Haushalts- und Lebensführung, Beschäftigung oder Freizeit. Im gemeinschaftlichen Tun können Kontakte geknüpft und gepflegt werden.“

Aktuell laufen die Umbauarbeiten in der Kaiserstraße 20 auf Hochtouren. Für den Standort hat man sich bewusst entschieden. „Wir wollen in der Stadt sein, nah am Leben“, betont Fachbereichsleiterin Birgitta Neumann, Koordinatorin des Projekts „Haltepunkt Kaiserstraße“ in der Theodor Fliedner Stiftung. Hier könne man das vielseitige Angebot bestmöglich auf den Weg bringen.

Für die Theodor Fliedner Stiftung  sind die ambulanten und stationären Hilfen Teil einer ganzheitlichen Betreuung. Übergänge sind möglich und werden individuell gefördert. „Menschen mit einer Suchterkrankung oder psychischen Erkrankung in unterschiedlichen Lebenssituationen benötigen auch unterschiedliche Hilfen. Der „Haltepunkt Kaiserstraße“ leistet dabei einen weiteren Beitrag“, so Andrea Quaß. Mit großer Freude und Spannung blicken alle auf die für den 5. Oktober geplante Eröffnung.

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