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Michael Birr (2.v.r.) begleitet die Verstu00e4rkung der Sicherheitsmau00dfnahmen an der Haagstrau00dfe fu00fcr den Moerser Weihnachtsmarkt in der Altstadt

Moers/Krefeld/Duisburg/Oberhausen. Die Ereignisse in Berlin haben die Frage nach der Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen wie auch auf Weihnachtsmärkten erneut in den Mittelpunkt gerückt. Deutschland und damit auch NRW stehen seit Langem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.

Aktuell liegen der Polizei Oberhausen aber keine konkreten Erkenntnisse oder Hinweise vor, die auf bestehende terroristische Planungen oder Aktionen hindeuten. Die Oberhausener Polizei hatte, stets in enger Absprache mit den Beteiligten der Stadt und des CentrO, angesichts der erhöhten Terrorgefahr bereits die Präsenz und die weiteren Sicherheitsmaßnahmen bei öffentlichen Veranstaltungen deutlich erhöht. Die aktuellen Geschehnisse in Berlin finden in den Sicherheitskonzepten Berücksichtigung. Unmittelbar nach den gestrigen Ereignissen hatte die Oberhausener Polizei verstärkt Aufklärung im Bereich der Weihnachtsmärkte und im gesamten Innenstadtbereich betrieben.

Ab sofort werden die Polizeibeamten auf den Oberhausener Weihnachtsmärkten mit sichtbaren Schutzwesten und mit Maschinenpistolen in Doppelstreifen unterwegs sein. Polizeipräsident Möhring: “Die Oberhausener Polizei steht in engem Informationsaustausch mit allen Sicherheitsbehörden und natürlich auch mit dem CentrO Management. Schon vor den Geschehnissen in Berlin wurden entsprechend ausgeweitete Sicherheitskonzepte erarbeitet und umgesetzt. Die Maßnahmen wurden nun noch einmal intensiviert. Gemeinsam tun wir alles dafür, die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Polizeibeamte, Angestellte des kommunalen Ordnungsdienstes und Sicherheitsbedienstete des CentrO werden auf den Weihnachtsmärkten in unserer Stadt erkennbar und auch verdeckt unterwegs sein. Alle Polizeibeamte sind noch einmal in hohem Maße sensibilisiert worden.”

Der zuständige Beigeordnete der Stadt Oberhausen, Frank Motschull, ergänzt die Ausführungen des Polizeipräsidenten: “Die Stadt Oberhausen wird gemeinsam mit der Polizei und dem CentrO Management die geeigneten Maßnahmen treffen, um die objektiven Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verbessern und gleichzeitig das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Bei allem Bedauern für das Geschehene ist es wichtig, den Oberhausener Bürgerinnen und Bürgern und den auswärtigen Besuchern weiterhin die Möglichkeit zu geben, die Weihnachtsmärkte mit einem guten und sicheren Gefühl zu besuchen.” Polizei, Stadt und CentrO Management werden auch weiterhin eng zusammenarbeiten, um so jederzeit auf eine geänderte Gefahrenlage reagieren zu können. Die Oberhausener Polizei rät den Menschen, besonnen zu reagieren, macht aber auch deutlich, dass es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen eine 100%ige Sicherheit nicht geben kann.

Die unfassbaren Ereignisse auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin führen auch in Duisburg zu weiteren Sicherheitsmaßnahmen. In Abstimmung mit der Polizei werden zwei große mobile Sperren an Zufahrtswegungen des Weihnachtsmarktes platziert. Diese sind während der Öffnungszeiten des Marktes mit Mitarbeitern der Polizei und der Stadt Duisburg besetzt. Außerdem werden auf dem Weihnachtsmarktgelände zahlreiche technische Sicherungsmaßnahmen platziert.

Beide Maßnahmen haben zum Ziel, ein schnelles durchfahren mit LKW oder PKW zu verhindern. Die Umsetzung erfolgt heute im Laufe des Tages durch die Stadt Duisburg mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Die Zahl der Ordnungskräfte, die in diesem Jahr sowieso erhöht war, wird nochmals aufgestockt. 

Der Veranstalter des Moerser Weihnachtsmarktes, MoersMarketing, lässt kurzfristig im Bereich des Eingangs Haagstraße drei Beton-Barrieren aufstellen. Die Feuerwehr kann im Notfall passieren, aber eine schnelle Durchfahrt eines LKWs würde dadurch beispielsweise verhindert. Die zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung, die Moerser Feuerwehr, der Leiter der Polizeiinspektion Moers und MoersMarketing-Geschäftsführer Michael Birr haben diese Erweiterung des Sicherheitskonzeptes am Dienstag einvernehmlich beschlossen. 

Michael Birr drückte den Familien der Berliner Opfer seine aufrichtige Anteilnahme aus: “Diese schreckliche Tragödie ist nicht fassbar, ich war gestern nach den ersten Nachrichten zunächst erstarrt. Dann kam die Sorge die richtigen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für die nächsten drei Tage bis zur Weihnachtsmarktschließung zu treffen.” Den Aufbau der Sperren an der Haagstraße begleitete der Marketing-Boss sorgfältig, bevor er zur Gedenkminute auf den Weihnachtsmarkt ging. Priester beider Konfessionen begleiteten das Gedenken.

Die Krefelder Polizei hat sich gemeinsam mit der Stadt und der Feuerwehr sowie dem Betreiber des Krefelder Weihnachtsmarktes auf angepasste Sicherheitsmaßnahmen rund um den Krefelder Weihnachtsmarkt verständigt. Neben einer zusätzlichen mobilen Polizeiwache am Dionysiusplatz und einer erhöhten Polizeipräsenz beinhaltet das gemeinsame Sicherheitskonzept auch die Installation einer mobilen Lkw-Barriere auf der Rheinstraße während der Öffnungszeiten der letzten Tage des Weihnachtsmarktes.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hielt eine Ansprache nach einem gemeinsamen, stillen Rundgang mit Superintendent Armin Schneider auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt:

“Liebe Duisburgerinnen und Duisburger, meine sehr geehrten Damen und Herren,

gestern Abend erreichten uns schreckliche Nachrichten aus Berlin.
12 Menschen starben, 48 wurden zum Teil sehr schwer verletzt.
Sie wurden Opfer eines unmenschlichen Terroraktes.
 
Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen der Todesopfer.
Und bei den Verletzten und ihren Angehörigen,
mit denen wir hoffen, dass es ihnen bald besser geht.
 
Dieser feige Anschlag war zugleich ein menschenverachtender Angriff auf uns alle.
Ein Angriff auf unsere Lebensweise, unsere Freiheit und unsere Demokratie.
Er sollte uns treffen in der Art, wie wir leben.
Wie wir gut und friedlich zusammenleben.
Auch und gerade in Duisburg.
 
Die Tat hinterlässt Abscheu und Entsetzen.
Aber auch Verunsicherung und Sorge.
Denn sie macht uns bewusst, wie verwundbar wir sein können.
Und welche Gefahren unser Leben in Freiheit und Demokratie bergen kann,
wenn es  skrupellose Terroristen und Mörder darauf anlegen.
 
Aber: Sorge und Verunsicherung sind schlechte Berater.
Und das gilt auch für unüberlegt geäußerte vermeintliche Problemlösungen.
Oder pauschalisierte Schuldzuweisungen.
Gerade jetzt müssen wir zusammenstehen.

Wir müssen entschlossen handeln, aber auch dabei unsere Werte leben.

Wir haben heute einige zusätzliche Vorkehrungen getroffen, um den Duisburger Weihnachtsmarkt sicherer zu machen. Vielleicht werden wir uns an daran gewöhnen müssen.

Aber wir dürfen und werden nicht zulassen, dass es Terroristen gelingt, in unserer Stadt Hass und Zwietracht zu säen.

Die Verletzung durch den feigen Anschlag trägt uns auf, gemeinsam

für unsere Werte,
für unsere Gesellschaft und
für die Art, wie wir leben,
einzutreten.
 
Duisburg, meine Damen und Herren, trauert mit Berlin.
Der gestrige Terror hat auch uns in Duisburg zutiefst getroffen.
Aber Duisburg lässt nicht zu, dass der Terror gewinnt.

 

Vielen Dank!”

 


 

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