Die Reinigungskräfte sind jederzeit im Einsatz – ob auf der Isolierstation oder in Bereitschaftsdienst (Foto: St.-Clemens-Hospital)
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Geldern. Nicht nur sauber, sondern rein. Der Waschmittelslogan aus den 70ern bringt die Anforderungen an eine moderne Krankenhaushygiene auf den Punkt. Schließlich ist eine oberflächliche Sauberkeit in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen nicht ausreichend. Vielmehr geht es darum, geeignete hygienische Maßnahmen zu treffen, um eine Verbreitung von Keimen zu unterbinden und Infektionsketten zu unterbrechen. Bei einem hochaktiven Virus wie dem Covid-19-Erreger ist das eine Mammut-Aufgabe.

Zum Beispiel für Isabella Zarden und Michael Kouker. Die beiden Hygienefachkräfte kämpfen im St.-Clemens-Hospital Geldern an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb der Krankenhausmauern. Ununterbrochen klingelt ihr Telefon. Einsätze am Abend oder Wochenende gehören derzeit zur Tagesordnung. „Zu Beginn ging es darum festzulegen, wie wir die Aufnahme der Covid-Patienten in unser Haus umsetzen können“, berichtet Isabella Zarden rückblickend. Gemeinsam mit Verantwortlichen aus Medizin und Pflege brachten die Hygienefachkräfte ihr Fachwissen in den Aufbau einer zweiten Intensivstation und einer großen Isoliereinheit ein. Dazu mussten nicht nur Patienten verlegt, sondern auch Wege definiert werden. „Die Covid-Stationen sind zwar vom Krankenhaus gut abgeschottet, aber keine autarken Bereiche. Sie benötigt Übergänge, um Patienten und Mitarbeitende einzuschleusen oder die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten sicherzustellen. Das muss sorgfältig geplant und geprüft werden“, beschreibt Michael Kouker die umfangreichen Vorbereitungen.

Seit über zwei Wochen sind die Stationen nun in Betrieb. Versorgt werden hier nicht nur Patienten mit nachgewiesener Infektion, sondern auch Verdachtsfälle. Mit der ersten Aufnahme hat sich das Aufgabenspektrum der beiden Hygiene-Experten erweitert. „Unser Fokus liegt jetzt darauf, die Ansteckung anderer Patienten oder Mitarbeitender zu verhindern“, sagt Isabella Zarden. Dazu wurde im St.-Clemens-Hospital eine interdisziplinäre Covid-19-Arbeitgruppe gebildet, die sich täglich zu Dienstbeginn trifft. Das Team berät die Betriebsleitung, wie geeignete Schutzmaßnahmen gestaltet werden müssen – und zwar immer mit Blick auf die aktuelle Situation. „Die Lage kann sich innerhalb von Minuten ändern. Dann müssen wir umgehend reagieren und beispielsweise für bestimmte Bereiche das Tragen von Schutzkleidung anordnen“, ergänzt Michael Kouker. Deshalb sind er und seine Kollegin ständig in Rufbereitschaft.

Genauso wie die Reinigungskräfte im St.-Clemens-Hospital. Auch für die 35 Frauen und Männer gilt aktuell der Ausnahmezustand, auch sie sind bei Bedarf rund um die Uhr im Dienst. Besteht in einem Bereich der Verdacht, dass er kontaminiert ist, erfolgt sofort eine gründliche Reinigung und Desinfektion. „Das ist eine wirklich schwere Arbeit, die die Kolleginnen und Kollegen in kompletter Schutzmontur verrichten müssen. Zum Einsatz kommen hochwirksame Mittel, die unangenehm riechen und bei unsachgemäßem Gebrauch zu Verätzungen führen können“, führt Dorothea Krause aus. Die Hauswirtschaftsleiterin koordiniert die Aufgabe gemeinsam mit ihrer Kollegin Gisela Maaßen. Beide unterstützen die Reinigungskräfte, wo immer es geht. Schließlich wissen sie, wie wertvoll diese Arbeit für das Haus ist. Wichtige Hilfe leistet auch die Firma Bardusch, die die Wäscheversorgung des Krankenhauses sicherstellt. „Insbesondere bei der Bereichskleidung ist das gerade ein äußerst schwieriger Job. Dank der guten Zusammenarbeit kriegen wir es aber immer hin, alle Abteilungen ausreichend zu versorgen“, so Dorothea Krause weiter.

Das sieht auch der Kaufmännische Direktor Christoph Weß. „Ich bin sehr stolz auf meine komplette Mannschaft – von Medizinern über Pflegende, Labor, Technik, EDV und Verwaltung bis hin zu den Kolleginnen und Kollegen der Pforte. Jeder von ihnen verrichtet einen unverzichtbaren Dienst zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten. Allerdings kommt es derzeit vor allem auf diejenigen an, die oft unbemerkt im Hintergrund ihren unverzichtbaren Dienst für unser St.-Clemens-Hospital leisten. Ihnen möchte ich an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen.“

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