Der Anbau umfasst den hier gelb umrandeten Haupteingang, die sechs Fenster (je 2 in drei Reihen) darüber und ganz oben den 4. Kreißsaal mit Anschluss an die Kinderklinik (l.) und die bestehenden Kreißsäle (r.) (Visualisierung © )
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Wesel. In Zeiten von Corona eine Investition in die Zukunft

Das Coronavirus hat das Marien-Hospital in eine Ausnahmesituation gebracht, die es so in der über 160-jährigen Geschichte des Krankenhauses noch nie gegeben hat. Und doch vermag Covid-19 die Weiterentwicklung der Klinik nicht aufzuhalten. Dies symbolisiert ein Kran, der jetzt montiert wurde. Er steht für ein Bauprojekt, das in besonderer Weise hoffnungsvoll in die Zukunft weist: Im Innenhof haben die Arbeiten für einen vierten Kreißsaal begonnen. Damit trägt das Marien-Hospital dem deutlichen Zuwachs an Geburten Rechnung. Die Zahl der Neugeborenen stieg binnen weniger Jahre von rund 950 auf über 1400 im Jahr 2019. Mit dem neuen Kreißsaal werden die bestehenden Kreißsäle entlastet. Er entsteht in einem viergeschossigen Anbau, mit dem eine Baulücke zwischen der Kinderklinik und dem Hauptgebäude geschlossen wird.

Zusätzlich sieben neue Doppelzimmer
Der 30 Quadratmeter große Kreißsaal inkl. Wartebereich findet in Metall-Leichtbauweise seinen Platz im vierten Obergeschoss, inklusive eines Zweibett-Zimmers. In den Etagen eins bis drei schafft das Marien-Hospital jeweils zwei Doppelzimmer, so dass künftig sieben neue Doppelzimmer einschließlich Nasszellen mit einer Größe von je 32 Quadratmetern für die Patienten zur Verfügung stehen werden. Im Erdgeschoss des Anbaus rundet ein neuer Haupteingang für die Kinderklinik das umfangreiche Bauprojekt ab. So wird es künftig nur noch einen Weg zur dann in sich geschlossenen Geburtsstation geben – ein deutlicher Gewinn an Komfort für Schwangere, Patienten und Personal. Die Pläne für den Anbau stammen vom Architekturbüro Kraft, Führes und Partner (Essen). Die Investitionssumme beträgt ca. zwei Millionen Euro.

Der Kran, der bis in eine Höhe von 28 Meter reicht, ist während der Rohbauarbeiten im Einsatz. Erster Schritt ist die Demontage der bestehenden Klinkerfassade inkl. Wärmedämmschutz, vor die der Anbau gesetzt wird. Später folgen Verankerungen im Mauerwerk und der Einbau freitragender Decken. So werden Fenster in der jetzigen Klinkerfassade umgestaltet zu Türen der künftigen Patientenzimmer.

Handwerker halten Abstand zum Schutz vor Infektionen
Mit den beteiligten Firmen wurde zum Schutz vor dem Coronavirus ein Personaleinsatz nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts vereinbart. Es wird nicht im Haus gearbeitet, sondern nur auf dem Außengelände, und es dürfen sich unter Einhaltung der Abstandsregeln nie mehr als drei Handwerker zugleich auf der Baustelle aufhalten. Die Technische Abteilung der pro homine, zu der das Marien-Hospital gehört, wird aufmerksam darauf achten, dass die Absprachen eingehalten werden.

Wegen der Bauarbeiten wurde der Spielplatz im Innenhof des Krankenhauses demontiert. Die Geräte (Kletterturm mit Rutsche und Schaukel) verloren dadurch ihr TÜV-Siegel und durften nicht wieder aufgebaut werden. Sie wurden zur Weiternutzung auf privatem Gelände an gemeinnützige Vereine verschenkt. Über den Förderverein der Kinderklinik sollen Ersatz-Geräte beschafft werden für eine neue Spielfläche, die an anderer Stelle im Innenhof entstehen wird.

Läuft alles nach Plan, steht der Rohbau im September 2020. Die Fertigstellung des gesamten Anbaus ist für das zweite Quartal 2021 geplant – aus heutiger Sicht …

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