Paul Steinbach, der die Titelrolle liest (Fotobearbeitung: Gabriele Trinczek)
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Krefeld/Mönchengladbach. Eigentlich hätten seit Wochen die Proben für das Schauspiel „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller laufen müssen. Die Premiere würde am 16. Mai im Theater Krefeld gefeiert, inszeniert von Schauspieldirektor Matthias Gehrt. Eigentlich – dieses Wort begleitet die Theaterschaffenden seit vielen Wochen, wenn sie in ihre Spielpläne schauen, die schon feststanden, bevor die Corona-Krise alles auf den Kopf gestellt hat. Doch das Theater Krefeld und Mönchengladbach ist digital präsent – Künstlerinnen und Künstler schicken eigene Videoclips aus ihrem „Homeoffice“ oder sendeten, wie bei dem erfolgreichen Mehrteiler „BackenohneMehl“ mit Jannike Schubert, sogar live aus der eigenen Küche.

Ein größeres Live-Projekt entsteht jetzt mit der szenischen Lesung von „Wilhelm Tell“: Am ursprünglichen Premierenabend, dem 16. Mai, wird um 19.30 Uhr direkt von der Krefelder Bühne gestreamt. Nach wie vor sind keine Zuschauer im Theater zugelassen, die Schauspieler konnten die Lesung aber unter den vorgeschriebenen Corona-Regelungen proben – mit dem nötigen Abstand, den sie auch während der Live-Übertragung am Samstagabend einhalten werden. Und weil nicht gespielt, sondern gelesen wird, braucht es hier und da Erläuterungen, damit die Zuschauer am Bildschirm die Handlung leichter nachvollziehen können. Deshalb hat Regisseur Matthias Gehrt einen Erzähler eingeführt, der die Regieanweisungen liest.

„Insgesamt filmen fünf Kameras die Schauspieler aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass Wechsel zwischen Totale, Halbtotale und Nahaufnahme möglich sind“, erklärt Dramaturg Thomas Blockhaus. Das aufwändige Projekt wird in Zusammenarbeit mit KRähennest-TV realisiert. Regisseur Matthias Gehrt empfiehlt, die Lesung mit Kopfhörern zu genießen: „Dadurch kommt vor allem der Sound, den Jörg Ostermayer kreiert hat, gut rüber“.

Der Live-Stream der szenischen Lesung ist am 16. Mai direkt auf der Startseite der Theater-Website www.theater-kr-mg.de abrufbar.

Als Bühnenfassung soll „Wilhelm Tell“ in der Spielzeit 2020/21 nachgeholt werden, wenn ein regulärer Vorstellungsbetrieb wieder möglich ist.

WILHELM TELL @ Live-Stream
Szenische Lesung unter Corona-Bedingungen

Friedrich Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“
in einer Bearbeitung von Matthias Gehrt und Thomas Blockhaus.
Musik von Jörg Ostermayer.

Mit: Nele Jung, Esther Keil, Jannike Schubert; Raafat Daboul, Henning Kallweit, Michael Grosse, Adrian Linke, Michael Ophelders, Paul Steinbach, Ronny Tomiska, Bruno Winzen

Samstag, 16. Mai 2020, 19.30 Uhr
www.theater-kr-mg.de

Dauer: ca. 75 Minuten

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