v.l. Dr. Leo Gielkens und Bürgermeister Christian Küsters (Foto: Stadt Nettetal)

Rhein-Ruhr. Corona bedingt finden die Gedenken anlässlich der Befreiung im Konzentrationslager Auschwitz vor 76 Jahren mit stillen Kranzniederlegungen und auf digitalem Weg im Redaktionsbereich von LokalKlick statt

Am gestrigen Mittwoch, 27. Januar, dem 76. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, begehen die internationale Staatengemeinschaft den Gedenktag für die Opfer des Holocaust und die Bundesrepublik den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Das diesjährige Gedenken musste aufgrund von Pandemie bedingten Einschränkungen vielerorts auf einen kleinen Teilnehmerkreis beschränkt werden.

Am 27. Januar 1945 erreichten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager und befreiten 7.500 Männer und Frauen. Knapp 60.000 weitere Auschwitz-Häftlinge waren kurz zuvor von den Nazis „evakuiert“ und auf Todesmärsche nach Westen getrieben worden. Forscher gehen davon aus, dass von den mindestens 1,3 Millionen Menschen, die nach Auschwitz kamen, 1,1 Millionen starben, der weitaus größte Teil davon waren Juden. Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland offizieller Gedenktag. Seit 2005 wird er weltweit als Holocaust-Gedenktag begangen. Holocaust oder Shoa sind dabei Begriffe für den Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden. Der Tag der Befreiung von Auschwitz ist seit 2005 ein internationaler Gedenktag.

 

Stadt Wesel und Jüdisch-Christlicher Freundeskreis legen Kranz zum Holocaust-Gedenktag nieder

Auch in Wesel wurde in diesem Jahr am Jüdischen Mahnmal am Willibrordi-Dom an die Ermordung der Weseler Mitmenschen jüdischen Glaubens gedacht. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und der Vorsitzende des Jüdisch-Christlichen Freundeskreises e. V., Wolfgang Jung, legten gemeinsam einen Kranz nieder. Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen konnte die Holocaust-Gedenkfeier in der ursprünglichen Form in diesem Jahr nicht durchgeführt werden. Die Stadt Wesel, der Jüdisch-Christliche Freundeskreis e. V. und das Konrad-Duden-Gymnasium hatten im Vorfeld beschlossen, die Gedenkfeier abzusagen.

Mit der Kranzniederlegung folgten die Beteiligten dem Aufruf des World Jewish Congress (WJC). Unter dem Hashtag #WeRemember können sich alle Menschen an der Kampagne des WJC in den Sozialen Medien beteiligen. Dazu wird ein Foto mit einem Blatt Papier, auf dem „#WeRemember“ steht, unter dem Hashtag #WeRemember in sämtlichen Sozialen Medien hochgeladen. Ziel ist, die Geschehnisse in den Köpfen der Menschen präsent zu halten, damit sich ein solches Verbrechen nicht wiederholt.

Wer in einem Moment der Stille der ermordeten Weseler Mitbürger*innen gedenken möchte, kann zudem gerne eine Kerze am jüdischen Mahnmal entzünden und aufstellen.

Seit 2007 wird auf Initiative des Jüdisch-Christlichen Freundeskreises e. V. in Wesel an diesen Tag erinnert. Die weiterführenden Schulen beteiligen sich seit 2010 an der Gestaltung dieses Tages. Berührend und würdig haben Schülerinnen und Schüler der beiden Gymnasien und der Gesamtschule Am Lauerhaas die jeweiligen Gedenktage bisher gestaltet.

Die Zeit bringt es mit sich, dass die Zeitzeugen immer weniger werden. Erst vor wenigen Wochen ist Wesels Ehrenbürger Ernest Kolman verstorben. Er besuchte regelmäßig seine Heimatstadt Wesel, um von den Verbrechen und Gräueltaten der Nationalsozialisten an seiner Familie zu berichten. Vor allem jungen Menschen erreichte er mit seinen sehr emotionalen Vorträgen.

Die Stadt Wesel hat 2018 den Film „Ernest Kolman – Erinnern gegen das Vergessen“ über sein Leben veröffentlicht. Mit diesem Film werden seine Erinnerungen für nachkommende Generationen für immer bewahrt. Schulen und Institutionen können den Film beim Stadtarchiv der Stadt Wesel für bildungspolitische Zwecke entleihen (Anfrage an archiv@wesel.de).

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und der Vorsitzende des Jüdisch-Christlichen Freundeskreises e. V., Wolfgang Jung, beteiligen sich an der Kampagne “#WeRemember” World Jewish Congress (WJC) (Foto: privat)

 

Gegen Ausgrenzung, Herabwürdigung und Unterdrückung im Alltag

“Der Shoa-Überlebende Max Mannheimer sagte Schülerinnen und Schülern immer: ,Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon‘“, so Bürgermeister Uwe Leuchtenberg gestern in Tönisvorst anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus auf dem jüdischen Friedhof in Vorst. „Dafür, dass so etwas nie wieder geschehen kann, hält die Stadt Tönisvorst dieses Gedenken wach. An meiner Seite heute Pfarrer Eiker, der dankenswerterweise mit mir hier stellvertretend für die anderen, den Kranz niederlegt“, so Bürgermeister Uwe Leuchtenberg. Dabei erinnert der Bürgermeister daran, dass die Mechanismen, die zu solch unfassbaren Taten, wie der systematischen Vernichtung menschlichen Lebens führen, bereits im Kleinen anfangen: „Mit der Einteilung in ,wir‘ und ,die‘, mit Ausgrenzung, Herabwürdigung und Unterdrückung im Alltag. „Etwas, dem wir bereits heute wieder entschlossen entgegentreten müssen“, so Leuchtenberg abschließend.

v.l. Pfarrer Eicker und Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (Foto: Catharina Perchthaler)

 

Wachsam gegen Antisemitismus und Fremdenhass

Der 27. Januar ist internationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz mahnt in Bottrop Oberbürgermeister Bernd Tischler gegen Fremdenhass und Antisemitismus einzutreten. „Auch bei uns in Bottrop gab es Menschen –Väter, Mütter, Kinder und Familien– , die dem Terror zum Opfer fielen und ermordet wurden. Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ist Anlass, sich an ihr Schicksal zu erinnern“, sagt er in einer Videoansprache.

„Das Grauen von Auschwitz wurde zum Synonym der Shoa und des Holocaust“, so Tischler. „Nationalsozialismus, Antisemitismus, Fremdenhass und rechtes Gedankengut sind die Keimzellen für Terror, Mord und Diktatur. Wir müssen wachsam bleiben und uns klar dagegenstellen“, sagt er in dem Video, das unter www.bottrop.de zu sehen ist.

Oberbürgermeister Bernd Tischler erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus (Foto: privat)

 

Gedenken an die Befreiung Auschwitz einmal anders

Leider konnte in diesem Jahr aufgrund der Corona Pandemie bekanntlich die traditionelle Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz nicht in gewohnten Rahmen mit Beteiligung Xantener Schulen durchgeführt werden.

Deshalb griff Bürgermeister Thomas Görtz in Xanten sehr gerne die Anregung von Dr. Wolfgang Schneider, engagierter Xantener Bürger bei der Aufarbeitung und Erinnerung des Schicksals jüdischer Bürger in Xanten, auf, in sehr kleinem Rahmen dennoch Corona gerecht diesem besonderen Tag in der deutschen Geschichte zu gedenken.

Und so machten sich Dr. Schneider und Görtz am 27. Januar bei nasskaltem Wetter auf zu einem Rundgang zu zweit zu den über 30 „Stolpersteinen“ in der Xantener Innenstadt, die an die in Xanten in dieser dunklen Zeit Nazideutschlands lebenden und in Konzentrationslagern ermordeten Juden erinnern sollen.

Görtz zeigte sich beeindruckt vom profunden detaillierten Wissen Schneiders über das Schicksal jeder einzelnen Familie, von dem Schneider, der auch zu den drei speziell geschulten Führern für den von der TIX angebotenen Stolpersteinrundgang gehört, an jedem Standort berichtete.

Der Rundgang endete am Sitz der ehemaligen jüdischen Synagoge in der Scharnstraße, wo Schneider und Görtz ein Blumengebinde niederlegten.

„Dieser 27. Januar ist für uns Deutsche alljährlich ein tief bewegender Tag des Erinnerns, des Gedenkens, der Trauer aber auch der Hoffnung und Freude wegen der Befreiung noch vieler Inhaftierter in Auschwitz und anderen KZs der Nazis. Deshalb bin ich froh, dass wir mit der Idee von Dr. Wolfgang Schneider einen würdigen Weg gefunden haben, diesen Tag nicht einfach so vorüber ziehen zu lassen, und unter Corona Bedingungen der unzähligen Opfer des Naziterrors zu gedenken“, so Xantens Bürgermeister. Er äußerte gemeinsam mit Schneider die Hoffnung, dass der weitere Gedenktag zur Reichspogromnach am 09. November wieder öffentlich und mit breiter Beteiligung der Xantener gestaltet werden kann.

(Foto: privat)

 

Flaggen auf Halbmast

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hingen die Flaggen vor dem Rathaus in Monheim am Rhein auf Halbmast.

 

#WeRemember – Videointervention zum Tag des Gedenkens

Am Mittwoch, dem 27.01.2021 von 17 bis 21 Uhr erinnerten das Atelier für kulturelle Angelegenheiten (AkA) und das FARB Forum Altes Rathaus Borken mit einer Videointervention am FARB und am 3Eck im Rahmen der #WeRemember-Internet-Kampagne an die Opfer des Holocausts.

Bei der internationalen Aktion sind Menschen aller Länder und Religionen aufgerufen, am 27. Januar – dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau – ein Selfie ins Netz zu stellen und dabei ein Plakat hochzuhalten mit den schlichten Worten “We remember” (Wir erinnern). Die Initiative soll ein “Aufstand gegen das Vergessen” und gleichzeitig ein Aufruf zum Erinnern sein. Mit einem Foto und dem Hashtag #WeRemember haben zahlreiche Politiker und Prominente schon 2020 ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

Auch das FARB zusammen mit Stefan Demming vom AKA regen in diesem Jahr mit einer Video-Aktion außen am FARB und am 3Eck zum individuellen und kollektiven Erinnern an.

Von 17 bis 21 Uhr wurde an der Nordfassade der Hl Geist-Kirche zum De-Wynen-Platz eine großformatige Videoprojektion (ca. 8 Minuten) mit Fotos vom ehemaligen jüdischen Leben in Borken projiziert. Die historischen Aufnahmen zeigen Orte und Persönlichkeiten jüdischen Lebens in Borken bis zur Deportation 1941 und zum Teil darüber hinaus. Die verfolgten jüdischen Mitbürger, deren Schicksale recherchiert und dokumentiert sind (s. Buch: Die jüdischen Gemeinden in Borken und Gemen – Geschichte, Selbstorganisation, Zeugnisse der Verfolgung. Hg: i. A. des Arbeitskreises Jüdische Geschichte in Borken und Gemen und der Stadt Borken von Mechtild Schöneberg, Thomas Ridder und Norbert Fasse), sind vor allem in ihrem Menschsein zu sehen, nicht in erster Linie als Opfer.

(Foto: © Stadt Borken)

 

Nettetal gedenkt der Opfer des Holocausts

Vor genau einem Jahr gedachten die Schülerinnen und Schüler der Realschule Nettetal mit einer beeindruckenden Feier in der Alten Kirche der Opfer des Holocausts. Bürgermeister Christian Küsters gedachte im Beisein von Dr. Leo Gielkens, Schulleiter der Gesamtschule Nettetal, die in diesem Jahr für die Organisation der Feier verantwortlich gewesen wäre, am Mahnmal an der Alten Kirche der Opfer der nationalsozialistischen Ideologie und erinnerte daran, dass es gut und richtig sei, trotz Corona-Pandemie zumindest in kleiner Runde zusammenkommen und der zahllosen Opfer zu gedenken. Zeitgleich ermutigte Küsters die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule und in ganz Nettetal, sich auch weiterhin aktiv mit Menschenrechten und Menschenwürde auseinanderzusetzen und gegen Ausgrenzung, Gewalt und Intoleranz vorzugehen.

-siehe Titelfoto-

 

Holocaust: Gedenken am Platz der Synagoge

Zum Holocaust-Gedenktag legten Lev Ismikhanov, Vorsitzender des Vereins Davidstern, Oberbürgermeister Uwe Richrath, Sergej Aruin, Ausschussvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Monsignore Heinz-Peter Teller (v.l.) am Platz der Synagoge einen Kranz nieder.

„Mir ist es wichtig, am Tag der Befreiung des Lagers Auschwitz-Birkenau die Opfer der Judenverfolgung zu würdigen und daran zu erinnern“, so Oberbürgermeister Uwe Richrath in Leverkusen. „Wir müssen uns als Deutsche auch heute noch diesem Thema stellen. Denn Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind in den vergangenen Jahren sehr viel massiver geworden. An einem Tag wie heute ist es wichtig, sich klarzumachen, was im schlimmsten Fall die Konsequenz solcher Haltungen sein kann.“

Zum Holocaust-Gedenktag legten Lev Ismikhanov, Vorsitzender des Vereins Davidstern, Oberbürgermeister Uwe Richrath, Sergej Aruin, Ausschussvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Monsignore Heinz-Peter Teller (v.l.) am Platz der Synagoge einen Kranz nieder (Foto: Stadt Leverkusen)

 

Bundestagsabgeordnete gedenken am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Am 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau gedenken Bündnis 90/Die Grünen aller Opfer des Nationalsozialismus. In besonderem Gedenken an die homosexuellen Opfer haben die drei Bundestagsabgeordneten der GRÜNEN, Ulle Schauws MdB aus Krefeld/Neukirchen-Vluyn und Moers, Sven Lehmann MdB aus Köln sowie Kai Gehring MdB aus Essen, einen Kranz am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten niedergelegt.

Die drei Abgeordneten erklären dazu: “Der heutige Gedenktag ist Mahnung und Auftrag für die Zukunft. Er muss uns für immer daran erinnern, was die Deutschen während des Nationalsozialismus so vielen Menschen angetan haben und wozu menschenfeindliche Hetze führen kann. Homosexuelle wurden auch noch lange nach 1945 kriminalisiert und verfolgt. Bis heute bestehen Vorurteile und Ablehnung gegenüber queeren Menschen in weiten Teilen der Bevölkerung. Das zeigt auch die leider immer wiederkehrenden Schändung dieses Denkmals.

“Sich zu korrigieren, sich ehrlich an die Geschichte zu erinnern – und sich nötigenfalls auch zu entschuldigen, wenn Unrecht geschehen ist: das sind große Stärken der Demokratie” – sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2018 an dieser Stelle. Mit der Rehabilitierung und Entschädigung der nach §175 Verurteilten wurde ein wichtiger Schritt getan, doch er kam für viele Betroffene viel zu spät. Noch heute ist viel Leid nicht ausgesprochen und aufgearbeitet.

Es ist dringend an der Zeit, dass der Deutsche Bundestag in seiner jährlichen Gedenkstunde am 27. Januar auch der homosexuellen Opfer gedenkt. Dafür werden wir uns weiter beim Bundestagspräsidium einsetzen.”

(Foto: privat)

 

Vor 76 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit

Die Shoah-Gruppe, bestehend aus Mitgliedern von Pax Christi, Stadt Vreden, Vredener Schulen und Vredener Kirchengemeinden, lud ein, am 27. Januar um 19.15 Uhr jede und jeder bei sich zu Hause innezuhalten, eine Kerze anzuzünden, das Glockengeläut zu hören und der Toten zu gedenken.

„Damit es anders anfängt zwischen uns allen“ (Hilde Domin, deutsche Schriftstellerin jüdischen Glaubens. Sie ist vor allem durch ihre Lyrik bekannt, die stets von ihren jahrelangen Erfahrungen im Exil geprägt ist.)

Infolge des Lockdowns wegen der Corona-Pandemie kann die Gedenkfeier zum Jahrestag nicht in gewohnter Form stattfinden. Diesmal ist es den interessierten Menschen überlassen, privat eine Gedenkminute einzulegen. „Wir gedenken aller Verfolgten des Naziregimes, der Ermordeten und der Überlebenden, Juden, Sinti und Roma, der Homosexuellen, der Behinderten, der Kirchenleute, die sich nicht anpassten, der politisch Verfolgten und aller, die das Regime auszuschalten versuchte. Insbesondere sind die Vredener zu nennen, die den Terror nicht überlebt haben.“

Ermordet in Auschwitz: Elfrieda Bartz, 69 J., Meta Gottschalk, 40 J., Ilse Heimann, 39 J., Antoinette Körbchen, 55 J., Rosalie Lebenstein, 76 J., Julius Mogendorff, 58 J., Gerda Rosenthal, 20 J., Helmut Rosenthal, 6 J., Henriette Rosenthal, 46 J., Hildegard Rosenthal, 16 J.
Ermordet in Izbica: Irma Harff, 38J., Siegmund Körbchen, ~69J.
Ermordet in Lodz: Erich Humberg, ~25J., Siegfried Rosenthal, ~58J.
Ermordet in Riga: Karl Herz, ~30 J., Klara Herz, ~62 J., Erich Münchhausen, ~50 J., Günter Münchhausen, ~10 J., Hedwig Münchhausen, ~52 J.
Ermordet in Sobibor: Betty Joseph, 57 J.
Ermordet in Stutthof: Bernhard Herz, ~22 J.
Ermordet in Theresienstadt: Rosa Albersheim, 69 J., Sara Auerbach, 71 J., Esther Elsberg, 83 J., Margarete Heimann, 84 J., Sophia Herz, 68 J., Therese Pineas, 83 J., Therese Rose, 66 J.(?), Theresia Wolff, ~80 J.
Ermordet in Treblinka: Isidor Herz, 66 J.
An den Folgen der Verletzungen in der Pogromnacht in Vreden verstorben: Vrouwgje van Gelder, 81 J.
Ermordet an unbekannten Orten: Jenni Heilbronn, ~33 J., Henriette Wolffs, ~55 J.

Siebenarmiger Leuchter vor dem Seccobild „Exodus“ von Sieger Köder aus dem Jahr 2000 in der Kirche St. Georg (Foto: Stadt Vreden)

 

Gedenkveranstaltung am Mahnmal in aller Stille

In diesem Jahr fand am Mittwoch, den 27. Januar aufgrund der Coronavorsichtsmaßnahmen die Gedenkfeier am Mahnmal der LVR-Klinik in Bedburg-Hau nur im kleinen stillen Rahmen statt. Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus legten der Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau Stephan Reinders und der Kaufmännische Direktor und Vorsitzende des Klinikvorstands Stephan Lahr einen Kranz nieder. Begleitet wurde die Zeremonie vom evangelischen Seelsorger der LVR-Klinik Bedburg-Hau, Holger Mackensen. Auch die Klinik stellt sich am Holocaust-Gedenktag ihrer historischen Verantwortung. Allein im März 1940 wurden 1.600 Patienten „abtransportiert“, um in anderen „Anstalten“, vor allem in Grafeneck und Hadamar, ermordet zu werden. Der letzte Transport in Bedburg-Hau fand am 12. Juli 1944 statt. Insgesamt wurden mehr als 2.800 Patientinnen und Patienten aus Bedburg-Hau in andere Anstalten gebracht und dort ermordet.

„Für uns ist es wichtig, die Erinnerung an die Opfer wach zu halten, weil wir uns der Verantwortung bewusst sind, ähnliche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern“, erklärte der Kaufmännische Direktor. „Die Unmenschlichkeit und Brutalität, die vielen Menschen damals angetan wurde, darf sich nicht wiederholen, dafür müssen wir uns immer wieder einsetzen.“

Stilles Gedenken am Mahnmal der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Gemeinsam legten der Kaufmännische Direktor der LVR-Klinik Bedburg-Hau Stephan Lahr und der Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau Stephan Reinders stellvertretend für die Klinikmitarbeitenden und die Bedburg-Hauer Bürger einen Kranz nieder (Foto: privat)

 

Sonja Bongers MdL: Rechten Parteien und Tendenzen widerstehen

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sonja Bongers hat anlässlich des Holocaustgedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau in den letzten Januartagen des Jahres 1945 durch die Rote Armee erinnert. „Der heutige 27. Januar, der Gedenktag für die Opfer des Holocaust erinnert uns immer daran, wozu Menschen im negativsten Sinne fähig sein können. Auch in Oberhausen hatten wir zahlreiche Opfer des Nationalsozialismus zu beklagen. Gemeinsam müssen wir gegen jede Form der Unterdrückung aufstehen und mutig für Demokratie und Freiheit eintreten“, sagte die SPD-Politikerin.

Deutschlands Demokraten stehen zusammen

„Besonders seit dem Aufkommen rechter Parteien haben sich in einigen wenigen Teilen der Bevölkerung wieder die Denkmuster des Hasses, der Intoleranz, des Antisemitismus und der Demokratiefeindlichkeit breit gemacht. Aber Deutschland ist nicht so: Deutschland ist tolerant, ein wichtiges Mitglied der Staatengemeinschaft und Stütze der Demokratie. Das lassen wir uns nicht nehmen. Da stehen die demokratischen Parteien in diesem Land zusammen“, so Bongers weiter.

 

Theodor-Heuss-Gymnasium gibt Opfern ein Gesicht – Anlässlich des Holocaust-Gedenktages stellt die Süder Schule sein Jahresprogramm vor

Der 27. Januar ist seit 19996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Im Jahr 2005 wurde der Tag von den Vereinen Nationen auch zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Seit Jahren erinnert auch die Stadt Recklinghausen am 27. Januar mit einer zentralen Veranstaltung daran, dass auch in Recklinghausen die Nazis Menschen drangsalierten, verfolgten und umbrachten.

Längst ist dieser Tag ein wichtiger Baustein in der ausgeprägten Gedenkkultur der Stadt. In diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums ein Programm zusammengestellt. Dieses kann jedoch wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Bürgerhaus Süd präsentiert werden. „Das ist schade, denn die Schule hat sich sehr viel Mühe gegeben, viel Arbeit und Zeit investiert“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche.

Schulleiter Jörg Schürmann entwickelte mit den Schülerinnen und Schülern die Idee, eine Videobotschaft zu produzieren, die über das Internet verbreitet werden soll. Ein Grußwort spricht dabei auch Bürgermeister Christoph Tesche. Wobei das Programm, das das Süder Gymnasium geplant hat, weit über den 27. Januar hinausgeht. Unter dem Motto „Opfern ein Gesicht geben – THG und Süd erinnern und gestalten miteinander Zukunft“ wurden für das komplette Jahr 2021 verschiedene Beiträge geplant und dazu eine ganze Reihe von Kooperationspartnern mit ins Boot geholt.

Die Palette der vielfältigen Aktionen reicht von der Gestaltung eines Schaufensters von Britts Bücherforum an der Bochumer Straße, Exkursionen, Vorträge, Aufführungen des Theaters Gegendruck, eine Buchenwald-Ausstellung, über die Vorführung des Films „Hitlerjunge Quexx“ im Cineworld bis zu bis zu einer Lehrer*innenfortbildung mit dem Titel „Rechtsextremismus erkennen“.

„Mich hat das Programm, das das THG auf die Beine gestellt hat, wirklich sehr beeindruckt. Er reiht sich nahtlos in die Gedenktage der vergangenen Jahre ein, die von anderen Schülerinnen und Schüler ebenfalls mit sehr viel Kreativität gestaltet wurden. Dieses große und vor allem kontinuierliche Engagement unserer Schulen ist ein Grund, warum ich auf die Gedenkkultur in unserer Stadt stolz bin“, sagte Christoph Tesche. „Wir werden damit dem Anspruch gerecht, die Opfer der unmenschlichen Nazi-Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Indem wir uns mit ihrer Geschichte intensiv auseinandersetzen, halten wir die Erinnerung an sie wach und mahnen künftige Generationen zur Wachsamkeit. Das sind wir den Opfern schuldig“, betonte der Bürgermeister.

Und so beteiligt sich Christoph Tesche auch 2021 wieder an einer Aktion, zu der Jüdische Weltkongress aufgerufen alljährlich aufruft. Personen des öffentlichen Lebens lassen sich mit einem Schild mit der Aufschrift #WeRemember fotografieren. Dieses Foto wird über die Social-Media-Kanäle verbreitet, außerdem erscheinen die Teilnehmer in Form einer Projektion in Auschwitz. Die weltweit größte Aktion zur Erinnerung an den Holocaust findet unter dem Motto statt: „Von der Vergangenheit lernen. Die Zukunft schützen.“ „Wir erleben gerade, dass sich Verschwörungstheorien verbreiten, während die ganze Welt gegen das Corona-Virus kämpft. Dabei tauchen auch immer wieder Mythen auf, die Juden und andere Minderheiten zu Sündenböcken machen wollen. Dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen“, sagte Christoph Tesche.

Das Video zum Gedenktag findet sich ab dem 27. Januar auf der Homepage des Theodor-Heuss-Gymnasiums: www.thg-recklinghausen.de

Die Kooperationspartner des THG:

  • Verein für Orts- und Heimatkunde
  • Institut für Stadtgeschichte
  • Britts Bücherforum, Bochumer Str. 137
  • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis RE e.V.
  • Kinderlehrhaus e.V.
  • Stadtbücherei im Haus der Bildung
  • Volkshochschule Recklinghausen
  • Initiative Süd e.V.
  • Theater Gegendruck
  • Initiative „Lesen gegen das Vergessen“
  • Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
Auch in diesem Jahr beteiligt sich Bürgermeister Christoph Tesche an der internationalen Kampagne #WeRemember (Foto: Stadt RE)

 

Virtuelles Gedenken: Film als Alternative

Pandemiebedingt kann das zentrale Gedenken der Stadt Dortmund in diesem Jahr nicht wie gewohnt ablaufen – geplant war eine Veranstaltung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, in dem parallel die Ausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“ hätte eröffnen sollen. Die Ausstellung wurde verschoben, da das Museum coronabedingt geschlossen ist.

Um ein Gedenken dennoch zu ermöglichen, hat sich der Vorbereitungskreis entschlossen, einen Film zu produzieren. Gedreht wurde er im ehemaligen Dortmunder Polizeigefängnis, der heutigen Gedenkstätte Steinwache. In unmittelbarer Nähe der Steinwache nahmen vor genau 79 Jahren Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus Dortmund ihren Anfang.

Der Film startet mit Grußworten von Oberbürgermeister Thomas Westphal und Pfarrer Ralf Lange-Sonntag von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Anschließend liest die Schauspielerin Tirzah Haase Passagen aus dem Bericht von Jeanette Wolff über die erste große Deportation aus Dortmund am 27. Januar 1942. Jeanette Wolff wurde von den Nationalsozialisten politisch verfolgt und war nach dem Krieg u.a. Mitbegründerin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Außerdem ist in dem Film Dr. Felix Klein zu hören. Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus spricht über die Aktualität des Themas und vertritt die These, dass das Gedenken an den Holocaust und seine Opfer nicht in der Vergangenheit stehen bleiben darf, sondern an die nach wie vor mörderische Präsenz des Antisemitismus erinnern muss.

Der Film ist ab dem 27. Januar abrufbar unter dem Link www.dortmund.de/holocaustgedenktag.

 

Öffentliche Gedenkveranstaltung auf Mai 2021 verschoben

„Die Opfer des NS-Regimes dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ich rufe Sie alle dazu auf, sich heute an die Opfer des Holocausts in Herten und der Welt zu erinnern, damit sich solche schlimmen Verbrechen nicht wiederholen. So etwas darf nie wieder passieren“, so Bürgermeister Matthias, der sich anlässlich des Holocaust-Gedenktags per Videobotschaft an die Hertenerinnen und Hertener wenden wird.

Das Video finden Interessierte ab Mittwoch auf der städtischen Homepage unter www.herten.de/bürgermeister oder auf Facebook (www.facebook.com/stadtherten) sowie Instagram (www.instagram.com/stadt_herten). Der Holocaust-Gedenktag erinnert bundesweit jedes Jahr an die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr findet aufgrund von Corona leider keine offizielle Gedenkveranstaltung in Herten statt. Vorbehaltlich der pandemischen Lage soll die Gedenkveranstaltung Anfang Mai nachgeholt werden. Dann laden die Schülerinnen und Schülern der Willy-Brandt-Realschule zur Einweihung einer Gedenktafel in der Ewaldstraße 50 ein.

Darauf wird an die jüdische Familie Simmenauer erinnert, die durch Gefolgsleute des NS-Regimes ihre Lebensgrundlage in Herten verlor und nach Palästina fliehen musste. Mit den Lehrkräften Ute Westrup und Hans-Josef Engberding haben die Jugendlichen sich im Unterricht mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt und eine szenische Lesung vorbereitet. Die Aktion wird von dem Projekt „Demokratie leben!“ unterstützt.

Familie Simmenauer in Herten

1898 gründeten Arnold und Johanette Simmenauer einen Laden für Manufakturwaren an der Ewaldstraße 50. Nach ihrem Tod in den 1920er-Jahren übernahm ihr Sohn Bernard Simmenauer das Textilgeschäft. Durch Entrechtung, Berufsverbote und tägliche Schikanen war die jüdische Familie jedoch im März 1936 gezwungen, ihren Betrieb an die Firma Brockmeier & Co. GmbH zu verkaufen. Ein halbes Jahr später gelang es Bernard Simmenauer mit seiner Frau Käthe und der viereinhalbjährigen Tochter Jenny Ruth sowie der Schwester Johanna Simmenauer und ihrem Mann, Dr. Fritz Stern, Deutschland zu verlassen und nach Palästina überzusiedeln.

Teilnehmen & Erinnerungskultur mitgestalten

Wer selbst etwas zur Erinnerung und zum Gedenken an die Opfer des Holocausts beitragen möchte, kann vom 27. bis 29. Januar die eingelassenen Gedenkplatten im Stadtgebiet (www.herten.de/verwaltung-politik/stadtportrait/spurensuche-gedenktafeln-in-herten.html), die an die Hertener Opfer des Naziregimes erinnern, säubern und dort Blumen oder eine weiße Rose niederlegen. Alle Teilnehmenden können Fotos vom Reinigen der Platten oder den niedergelegten Blumen machen und an Sabine Weißenberg von der VHS Herten schicken. Ausgewählte Fotos werden dann mit dem „Patennamen“ auf der Homepage von „Demokratie leben“ veröffentlicht. Mit dem Zusenden der Bilder erteilen die Personen das Einverständnis für die Veröffentlichung.

Für weitere Informationen steht Sabine Weißenberg von der VHS Herten gerne unter der Telefonnummer 02366 303-541 oder per E-Mail an s.weissenberg@herten.de zur Verfügung.

Die Gedenkplatte an der Ewaldstraße 50 erinnert an die jüdische Kaufmannsfamilie Simmenauer (Foto: privat)

 

Erinnerung ist das, was bleibt …

Anlässlich des Internationalen Gedenktages der Vereinten Nationen für die Opfer des Holocausts und der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar erinnert die Stadt Ahaus an die Verlegung der Stolpersteine, die seit 2005 in Ahaus verlegt sind. Die Stolpersteine sind ein Projekt des VHS-Arbeitskreises Ahauser Geschichte 1933-1945 unter der Leitung von Ingeborg Höting.

Die Stolpersteine wurden vor Häusern jüdischer Mitbürger/innen aus Ahaus verlegt, die damals durch die Nationalsozialisten in die Vernichtungslager deportiert worden waren. Sie bestehen aus einer Messingplatte, in die die Namen und Geburtsdaten der Deportierten sowie die Deportationsdaten eingraviert sind. Auch ist dort angegeben, wann die deportierten Jüdinnen und Juden ermordet wurden oder ob sie den Holocaust überlebt haben.

Einigen jüdischen Familien gelang es glücklicherweise zuvor fliehen. Und zu einigen der Überlebenden und deren Nachfahren gibt es Kontakt, sodass Angehörige ehemaliger jüdischer Familien aus Ahaus bei den Stolpersteinverlegungen dabei sein konnten. Sie stehen teils mit dem Arbeitskreis und der Stadt Ahaus bis heute in Verbindung.

Das Projekt selbst gibt es seit 1996. In Ahaus wurden die Stolpersteine zwischen 2005 und 2011 verlegt. Die Hintergrundrecherche und die Vorarbeiten sowie die Betreuung der Stolpersteine haben neben dem VHS-Arbeitskreis besonders Schüler/innen der Ahauser Anne-Frank-Realschule übernommen. Es ist besonders Hermann Löhring, einem ehemaligen Lehrer der Realschule, zu verdanken, dass sich die Schüler/innen bis heute intensiv mit der Geschichte der Ahauser Jüdinnen und Juden beschäftigen und sich weiterhin beständig um die Stolpersteine kümmern und sie regelmäßig reinigen.

Stolpersteine in Ahaus (Foto: © Stadt Ahaus)

 

Digitale Beiträge zum Schülergedenktag in Köln

Der diesjährige Jugend- und Schülergedenktag findet erstmalig digital statt. Aufgrund der Pandemie können weder Bühnenprogramm noch Ausstellung wie gewohnt stattfinden. Schülerinnen und Schüler haben stattdessen in Gruppen- und Einzelarbeit im Unterricht, aber auch in ihrer Freizeit vielfältige Beiträge erstellt, die digital auf der Internetseite des NS-Dokumentationszentrums präsentiert werden.

Zum Teil haben die Jugendlichen einer Realschule sowie von Gymnasien über mehrere Wochen oder Monate mit einem außerschulischen Bildungsträger und Vereinen an ihren Werken gefeilt. Ergebnis sind sechs vielfältige Arbeiten, die das breite Spektrum ihrer Auseinandersetzung mit den Themen des Jugend- und Schülergedenktages zeigen: Von Theater, einem Musical-Video über „Quer-denken“, Videoinstallationen über Interviews- und das Zeitzeugenprojekt bis hin zur Dokumentation von Stolpersteinverlegungen sowie der Recherche zum Schicksal ehemaliger jüdischer Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule. Intensiv und kreativ haben sich die jungen Kölnerinnen und Kölner mit der Vergangenheit, aber auch den Herausforderungen der Gegenwart auseinandergesetzt und so „eine Brücke in die Zukunft“ geschlagen. In digitaler Form wird an die Opfer der NS-Diktatur erinnert und auf aktuelle Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus aufmerksam gemacht.

Die Beiträge und Projektergebnisse werden in einer digitalen Ausstellung im Gewölbe des NS-DOK im virtuellen Raum des 360-Grad-Rundganges des Hauses gezeigt. Eine neue Präsentationsform, die es trotz Lockdowns ermöglicht, die beeindruckenden Schülerprojekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Austausch darüber zu ermöglichen. Sechs Beiträge von Kölner Schulen sowie je ein Beitrag des zentralen Hebräisch-Kurses Bergisch Gladbach und des Bundesverbandes Information & Beratung für NS-Verfolgte sind zugänglich unter www.nsdok.de/jugend (Internetseite ist ab 27. Januar 2021 freigeschaltet).

Der Jugend- und Schülergedenktag geht zurück auf Altbundespräsident Roman Herzog. 1996 rief er Jugendliche dazu auf, fortan am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten der „Roten Armee“ die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Kölner Schulen beteiligen sich seit 24 Jahren an diesem Gedenktag.

 

“Erinnern für die Zukunft”

Zum 27. Januar erinnern der Verein “Erinnern für die Zukunft” und die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers an den “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus”. Dieser Tag wurde 1996 auf Betreiben von Bundespräsident Roman Herzog als bundesweiter Gedenktag gesetzlich verankert, 2005 von den Vereinten Nationen auch zum internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt.

“Zu diesem Tag des Gedenkens sollten wir uns in Moers der mehr als tausend Widerstandsfamilien im Altkreis Moers erinnern, in denen es brutale Verhaftungen gab. Wir erinnern uns auch der mehr als 900 jungen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – großenteils aus der ehemaligen Sowjetunion -, die hier zwischen 1941 und 1945 den Tod fanden. Bei den Krankenmorden, der NS-“Euthanasie”, geht die aktuelle Forschung von mehr als 300 Opfern aus. Und noch höher dürfte die noch nicht ermittelte Zahl der ermordeten Juden des gesamten Kreises Moers liegen – allein für Moers sind 181 standesamtlich bezeugt”, erklärt Bernhard Schmidt von der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers und dem Verein Erinnern für die Zukunft e.V.

“Moers, so hieß es hier immer wieder relativierend, sei doch einigermaßen glimpflich über die NS-Zeit hinweggekommen. Wir sollten aber immer dieser beeindruckenden Zahlen an unschuldigen Opfern eingedenk sein, wenn rechtspopulistische Politiker das brutale Geschehen von damals heute zu einem “Fliegenschiss” in der deutschen Geschichte reduzieren, und wenn die zur Mahnung gelegten Stolpersteine immer wieder von Neonazis geschändet werden: ERINNERN FÜR DIE ZUKUNFT”, mahnt Schmidt auch angesichts des beigelegten Fotos eines beschmierten Stolpersteins bei seiner Pressemitteilung.

Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie an der Filderstraße, beschmiert mit dem rechtsextremen Emblem “Combat eighteen”, d.h. “Kampf Adolf Hitler” (Foto: privat)

 

Reinigung der Stolpersteine – Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus in Erkrath

In Erkrath findet am 27. Januar seit 2017 die Reinigung der Gedenksteine in Alt-Erkrath und Hochdahl statt. Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig erinnern vor den ehemaligen Wohnhäusern an Erkrather Opfer der Nationalsozialisten.

In diesem Jahr wurde die Reinigung aufgrund der strengen Infektionsschutzmaßnahmen nicht wie üblich durch Vertreterinnen und Vertreter von Rat und Verwaltung, Stolperstein-Paten sowie Erkrather Schülerinnen und Schüler begleitet, sondern von Bürgermeister Christoph Schultz alleine durchgeführt. An fünf Stellen in Alt-Erkrath sowie einer weiteren in Hochdahl brachte er die Steine mit Polierpaste wieder zum Glänzen und gedachte dabei der Ermordeten: „Durch das Aufpolieren der Steine ehren wir jedes Jahr das Andenken der Ermordeten. Die Gedenksteine ziehen den Blick automatisch an und geben so auch im Alltag immer wieder einen Denkanstoß.“

Der erste Erkrather Stolperstein wurde im Jahr 2007 verlegt. Die erste Reinigung erfolgte im Jahr 2013 auf Anregung von Stolperstein-Pate Uwe Koopmann und Waltraud Servos, der Enkelin des ermordeten Emil Schmidt.

Bürgermeister Christoph Schultz am Gedenkstein von Bertha Mayer an der Düsselstraße 13 in Alt-Erkrath (Foto: © Stadt Erkrath)

 

„So etwas darf nie wieder passieren“

Bürgermeister Werner Arndt legt Blumengesteck auf dem Alten Friedhof Brassert nieder / Stilles Gedenken statt Gedenkfeier / Digitales Board auf www.marl.de

Am gestrigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hat Bürgermeister Werner Arndt in Marl ein Blumengesteckt auf dem Alten Friedhof Brassert und künftigem Friedenspark niedergelegt. Mit dabei waren Maresa Kallmeier und Claudia Flaisch, die beiden Vorsitzenden des neuen Ausschusses für Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Toleranz, der sich auch mit friedensfördernden Themen befasst.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie konnte die öffentliche Gedenkfeier nicht wie gewohnt stattfinden. Stattdessen gab es ein nicht-öffentliches stilles Gedenken am Herzliya-Baum als Sinnbild für die enge Beziehung zur israelischen Partnerstadt. „Heute gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Diese schreckliche Zeit darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagte Bürgermeister Werner Arndt. „Auschwitz gilt als Synonym für Rassenwahn, für Unterdrückung und Verfolgung sowie staatlich organisierten Massenmord. So etwas darf nie wieder passieren“, mahnte Arndt auch vor dem Hintergrund „völkisch-nationalistischer Strömungen.“

Unter den Ausschwitz-Häftlingen war auch Halina Birenbaum, die den Holocaust überlebte und heute in Marls israelischer Partnerstadt Herzliya wohnt. Halina Birenbaum konnte wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht nach Marl kommen und an der Gedenkfeier teilnehmen. In einem Brief an den Bürgermeister schreibt sie: „Seit über 20 Jahren komme ich nun schon nach Marl, der Partnerstadt von Herzliya, um meine Lebensgeschichte zu erzählen. Die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Marl im letzten Jahr und die Pflanzung des Herzliya Baumes vor drei Jahren bewirken meine tiefe Verbundenheit mit der Stadt Marl.“ Birenbaum ist zuversichtlich, dass die weltweite Corona-Pandemie überwunden wird und „die Menschheit, auch diesen Kampf gewinnen wird“, sodass sie im nächsten Jahr beim Marler Ausschwitz-Gedenktag wieder dabei sein kann. Halina Birenbaum und der Marler Rolf Abrahamson, der den Holocaust im Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebte, gehören zu den tragenden Säulen der Erinnerungsarbeit in Marl.

In diesem Jahr sammelte die Stadt Marl Zitate zur Bedeutung des Auschwitz-Gedenktages von Mitwirkenden der vergangenen Jahre. Diese Zitate können Bürgerinnen und Bürger jetzt auf einem digitalen Board auf der städtischen Homepage finden.

Bürgermeister Werner Arndt (rechts) legte heute ein Blumengesteckt auf dem Alten Friedhof Brassert und künftigem Friedenspark nieder. Mit dabei waren Maresa Kallmeier (links) und Claudia Flaisch (Mitte), die beiden Vorsitzenden des neuen Ausschusses für Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Toleranz (Foto: Stadt Marl)

 

Plakataktion erinnert an die Opfer des Holocaust – Prägnante Zitate, die zum Nachdenken anregen

13 Plakate zieren jetzt die Fußgängerzone in Hattingen/Ruhr und auch vor dem Rathaus werden Passanten mit aussagekräftigen Zitaten konfrontiert. Grund dafür ist der internationale Gedenktag an die Opfer des Holocaust, der am 27. Januar eines jeden Jahres stattfindet.

Die Stadt Hattingen hat in Kooperation mit der Initiative „Partnerschaft für Demokratie – Hattingen“ die Plakataktion ins Leben gerufen, denn aufgrund der Corona-Pandemie mussten größere Zusammentreffen und Gedenkveranstaltungen entfallen. „Wir urteilen nach Volksgenossen, nicht nach Menschen“ ist nur ein Zitat der Erinnerungsaktion. Die Zitate stehen für sich in auffälliger Farbe, ein kurzer Erklär-Text zum geschichtlichen Kontext rundet die Plakate ab.

„Auch wenn in der Corona-Pandemie größere Zusammenkünfte nicht umzusetzen sind, konnten wir mit der Plakataktion ein wichtiges Zeichen setzen. Wer sich diese abscheuliche Taten vor Augen führt, schätzt unsere friedlichen und demokratischen Verhältnisse, in denen wir leben dürfen, umso mehr. Hattingen ist eine tolerante und lebenswerte Stadt und wir tragen alle dazu bei, dass das so bleibt“, betont Bürgermeister Dirk Glaser.

Stadtarchivar Thomas Weiß unterstützte die Aktion, indem er gemeinsam mit Olaf Jacksteit von der Koordinierungsstelle der Stadt und Jerome Eckenbach, Ansprechpartner der Initiative „Partnerschaft für Demokratie – Hattingen“ die Zitate von verfolgten Hattinger Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus zusammengetragen hat.

„Die Aktion soll vor allem zum Nachdenken anregen und zum Dialog miteinander auffordern. Schon beim Aufhängen der Plakate haben wir viele positive Rückmeldungen von den Passanten bekommen. Themen wie Ausgrenzung, Rassismus und Hass müssen thematisiert werden und dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so Jerome Eckenbach.

Plakate mit aussagekräftigen Zitaten, die an die die Opfer des Holocaust erinnern sollen. Bürgermeister Dirk Glaser (u.l.), Olaf Jacksteit von der städtischen Koordinierungsstelle (o.l.), Jerome Eckenbach (u.r.) und Stadtarchivar Thomas Weiß (Foto: © Stadt Hattingen)

 

Landeshauptstadt gedenkt der Opfer des NS-Regimes

So wurde der Erinnerungstag in Düsseldorf jenseits der breiten Öffentlichkeit in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde, Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, sowie Prof. Dr. Edeltraud Vomberg, Präsidentin der Hochschule Düsseldorf, mit einem Gedenkgang und einer stillen Kranzniederlegung begangen.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “Es ist mir ganz persönlich ein Anliegen, dass solche Gedenktage niemals vergessen werden. Wir müssen die Erinnerung an Auschwitz, an den Holocaust und alle anderen Verbrechen der Nazis wach halten. Deswegen ist es wichtig, dass wir allen Einschränkungen zum Trotz auch an diesem 27. Januar ein würdiges Zeichen der Erinnerung – auch an die Düsseldorfer Opfer des Holocaust – setzen.”

Gedenken in Derendorf
Unter Einhaltung der aktuellen Coronaregelungen fand der Gedenkgang in Derendorf am heutigen Nachmittag statt. Er begann am Erinnerungsort Alter Schlachthof an der Hochschule Düsseldorf und führte zum Mahnmal am ehemaligen Güterbahnhof Derendorf. Dr. Joachim Schröder, der Leiter des Erinnerungsortes, erläuterte am Erinnerungsort zum Start des Gedenkgangs die historischen Hintergründe: In der ehemaligen Großviehhalle wurden vom Herbst 1941 bis zum September 1944 die zu deportierenden Menschen “gesammelt”, bevor sie zu Fuß zum Abtransport am Güterbahnhof Derendorf gebracht wurden. Rund 6.000 jüdische Menschen aus der gesamten Region waren hiervon betroffen, nur wenige überlebten die Ghettos, Lager und Vernichtungsstätten.

Der Gedenkgang führte zum ehemaligen Güterbahnhof, über die Münster- und die Yorckstraße bis zum Holocaust-Mahnmal, Ecke Toulouser Allee/Marc Chagall-Straße. An der Stelle, an dem dieses 2012 eingeweihte Mahnmal steht, waren die Menschen in Personenwagen verladen und deportiert worden. Gemeinsam legten Oberbürgermeister Dr. Keller, Dr. Horowitz und Prof. Vomberg Kränze nieder. Aron Malinsky, der Kantor der Jüdischen Gemeinde, sang das Trauergebet “El male rachamim”.

Ein Video zu diesem Thema finden Sie auf YouTube unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf

Am Spätnachmittag legte zudem Jakub Wawrzyniak, Generalkonsul der Republik Polen in Köln, einen Kranz am Mahnmal in Derendorf nieder. Der Generalkonsul ist seit Oktober 2019 Doyen des Konsularischen Korps in Nordrhein-Westfalen. Er wurde vom Leiter der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann, begleitet. Jakub Wawrzyniak: “Unsere Worte werden niemals die Hölle oder das Grauen beschreiben können. Unsere Worte werden niemals dem Leid und dem Schmerz gerecht. Doch das stille Gedenken ist auch keine Option: die Wahrheit über den Holocaust darf nicht sterben. Sie darf nicht verzerrt oder für irgendeinen Zweck instrumentalisiert werden. Im Namen des heiligen Gedenkens an die Vernichtung der Juden und aus Respekt vor den anderen Opfern der Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, unter denen auch Millionen meiner Landsleute sind – dürfen und wollen wir dies nicht tolerieren. Wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen, damit die Welt diese Verbrechen nie vergisst. Damit nichts dergleichen wieder passiert.”

Digitale Fotoaktion “#We remember”
Zudem beteiligte sich die Landeshauptstadt an der Online-Gedenkaktion “#WeRemember” des World Jewish Congress: Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Bürgermeister Josef Hinkel sowie die Bürgermeisterinnen Clara Gerlach und Klaudia Zepuntke ließen sich mit Schildern mit der Aufschrift “#WeRemember” in der Dauerausstellung der Mahn- und Gedenkstätte fotografieren und setzten so ein öffentliches Zeichen gegen den aktuellen Judenhass und Antisemitismus. An der Aktion beteiligten sich zudem unter anderem auch der Erinnerungsort Alter Schlachthof und die Mahn- und Gedenkstätte.

#LichterGegenDunkelheit
Darüber hinaus findet am heutigen Abend zum zweiten Mal die Aktion “Lichter gegen Dunkelheit” statt. Da die Kommunikation der Gedenkstätten und -initiativen nach außen momentan vor allem digital stattfinden muss, bietet die Seite www.lichter-gegen-dunkelheit.de die Möglichkeit, ein gemeinsames Zeichen in den öffentlichen Raum zu geben. Auch die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und der Erinnerungsort Alter Schlachthof werden nach Einbruch der Dunkelheit ein sichtbares Zeichen setzen und Teil dieser bundesweiten Aktion sein. Die Fenster der Mahn- und Gedenkstätte werden so farblich von innen beleuchtet. Zwischen 17 und 19 Uhr ist die Illumination an der Fassade zur Mühlenstraße am heutigen Mittwochabend zu sehen. Alle Fotos dazu gibt es auf den Social-Media-Kanälen der Gedenkstätte und unter dem Hashtag #lichtergegendunkelheit.

Digitales Lernen zur NS-Diktatur
Der Besuch außerschulischer Lernorte, wie der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte oder des Erinnerungsortes an der Hochschule, ist für die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands von großer Bedeutung. Hier wird deutlich, dass Ausgrenzung und Verfolgung in Düsseldorf – auf den Straßen, in den Schulen, vor der eigenen Haustür – stattgefunden haben. “Die Beschäftigung mit der NS-Zeit ist ein wesentliches Thema des Geschichtsunterrichts, darüber hinaus für Schülerinnen und Schüler aber auch essentiell, um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen kritisch reflektieren zu können”, erläutert Stadtdirektor und Schuldezernent Burkhard Hintzsche. In Zeiten des Distanzlernens dürfe die wichtige Aufgabe der historisch-politischen Bildung nicht in den Hintergrund treten. “Das Schulverwaltungsamt hat sich in einem Pilotprojekt zur ‘virtual education’ deshalb bewusst dafür entschieden, mit der Mahn- und Gedenkstätte zusammenzuarbeiten.”

Ergebnis dieser Zusammenarbeit zwischen dem Schulverwaltungsamt, der Mahn- und Gedenkstätte und dem Düsseldorfer Medienunternehmen “Werft 6” ist ein digitaler Workshop in den virtuellen Räumlichkeiten der Mahn- und Gedenkstätte. Finanziell gefördert wurde das Pilotprojekt unter anderem vom Kulturdezernat, dem Schulverwaltungsamt und der BürgerStiftung Düsseldorf. Der Workshop steht Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern kostenfrei zur Verfügung und ist bereits in der Lernmanagementsoftware “itslearning” zu finden.

Die Möglichkeiten zum Einsatz sind vielfältig: Von Einzelaufgaben über Gruppenarbeiten bis hin zu Projekttagen, an denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mahn- und Gedenkstätte Klassen und Kurse per Videocall begleiten können. Im Workshop finden sich so konkrete Aufgabenstellungen sowie eine Vielzahl von historischen Fotos, Dokumenten und Audio-/Video-Beiträgen zu ausgewählten Lebensgeschichten von Düsseldorfer Kindern und Jugendlichen in der NS-Zeit. Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse können sich so zum Beispiel mit der Geschichte Gary Wolffs, Überlebender der Shoa und Zeitzeuge, auseinandersetzen, historische Hintergründe recherchieren und auch die Perspektive seiner Enkel als Angehörige der “dritten Generation” kennenlernen.

Ein Trailer zur Entstehung des Projekts mit Impressionen des digitalen Rundgangs findet sich auf YouTube unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf. Zudem kann der digitale Workshop auf der Website werft6.com/virtual-education-mug-duesseldorf ausprobiert werden. Dort finden sich auch weitere Fotos und der Trailer zum Projekt.

Die Mahn- und Gedenkstätte bietet Lehrerinnen und Lehrern am 19. und 26. Februar zudem Webinare zum digitalen Workshop an. Anmeldung werden bitte via E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de geschickt.

Auch der Erinnerungsort Alter Schlachthof, der ebenfalls derzeit wegen der Pandemie geschlossen ist, hat sich umgestellt und bereits verschiedene digitale Veranstaltungen und Workshops angeboten (siehe www.erinnerungsort-duesseldorf.de). In einem Biografie-Workshop etwa lernen junge Menschen, eigenständig Biografien von Verfolgten zu recherchieren und zu verfassen, die dann im Digitalen Archiv der Ausstellung des Erinnerungsortes präsentiert werden – so bleiben die Geschichten der Menschen in dauerhafter Erinnerung (www.erinnerungsort-duesseldorf.de/neuigkeiten). In Kooperation mit dem DGB-Bildungswerk bildet der Erinnerungsort online Teamerinnen und Teamer außerschulischer Bildungsorte sowie Lehrerinnen und Lehrer aus, die eigenständig Gedenkstättenfahrten vorbereiten (www.dgb-bildungswerk-nrw.de/seminare/d17-218111-195). “Diese online-Angebote können die persönliche Begegnung, den persönlichen Besuch eines Erinnerungsortes nicht ersetzen”, so Dr. Joachim Schröder, “aber sie leisten einen wichtigen Beitrag, dass die Geschichte der NS-Terrorherrschaft nicht in Vergessenheit gerät.”

Gemeinsam legten Oberbürgermeister Dr. Keller (vorne im Bild), Dr. Horowitz und Prof. Vomberg Kränze nieder (Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin)
Beitrag drucken
Anzeigen