Olaf Schaper mit Besen inmitten einer Helfer:innengruppe in Bad Münstereifel; In Handarbeit wurde tonnenschwerer Schutt abgetragen (Foto: privat)
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Düsseldorf. Aufräumen, sichern, abpumpen. Strom- und Wasserversorgung aufbauen. Jede Hand wird gebraucht in den Hochwassergebieten in Ahrtal, in Erftstadt-Blessem und Bad Münstereifel. Nicht nur Polizei und Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk sind im Einsatz, sondern auch Düsseldorfer Notfallseelsorger:innen. Olaf Schaper ist einer von ihnen. Eine Woche hat er Betroffene in den Hochwassergebieten Ende Juli begleitet.

„Als Notfallseelsorger vor Ort in Erftstadt-Blessem geht es darum, mit Empathie, Geduld und der Bereitschaft, das Leid mit auszuhalten, zu helfen – ohne Schüppe und Schubkarre. Bereitwillig zeigen uns Menschen ihre Häuser und Gärten, wie sie jetzt aussehen. Wir wissen aber auch um Traumatisierungen. Einige haben mitangesehen, wie sich Menschen in den Fluten nicht mehr halten konnten und ertranken, so geschehen in Bad Münstereifel. Wir hören unzählige traurige, sehr berührende Geschichten der Menschen vor Ort. In Erftstadt-Blessem dürfen wir Notfallseelsorger:innen die Bewohner:innen begleiten, die seit zehn Tagen das erste Mal für wenige Minuten in ihre zerstörten Häuser an der Abrisskante der Kiesgrube dürfen. Das wollen sie nicht ohne uns machen. Der mit Abstand schwierigste und dramatischste Teil des Notfallseelsorgeeinsatzes an diesem Tage.
Es gibt auch Leute, die zusammenbrechen, die wir ganz konkret halten müssen. Andere bitten uns leise, für sie und die Region zu beten“, sagt Olaf Schaper, verantwortlich für die Feuerwehr- und Notfallseelsorge in Düsseldorf.

„Wir bekommen eine große Fülle an Solidarität und externer Hilfe mit. Das macht den Bewohner:innen Mut, weiterzumachen. Viele, die keine Versicherungen haben, müssen ja fast bei Null anfangen.  Für uns selbst tat es gut, nicht nur vor dem Fernseher sitzen zu müssen, sondern vor Ort unterstützen zu dürfen“, sagt Pfarrer Olaf Schaper.

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