Der Krefelder Radrennfahrer Hans "Hennes" Junkermann auf der Radrennbahn im Kaiser-Wilhelm-Park, September 1958 (Foto: Stadtarchiv Krefeld)

Krefeld. Mehrfacher Deutscher Meister und Teilnehmer der Tour de France

Der ehemalige Krefelder Radrennfahrer Hans Junkermann ist im Alter von 87 Jahren gestorben. In den 1960er-Jahren zählte er national und international zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern auf der Straße und der Bahn. Mit 16 bestritt Hans Junkermann, genannt „Hennes“, sein erstes Rennen, Auftakt zu einer Karriere im Rennsport, die über zwei Jahrzehnte dauern sollte. Der am 6. Mai 1934 in St. Tönis geborene Junkermann gewann unter anderem mehrfach den Deutschen Meistertitel, einen Europameistertitel im Zweier-Mannschaftsfahren, er nahm 19-mal an Weltmeisterschaften teil und er ist zweimaliger Sieger (1959 und 1962) der Tour-de-Suisse. Bei der Tour de France ging er sieben Mal an den Start und gelangte fünfmal unter den besten Zehn. Er nahm an fast 100 Sechstagerennen auf der Bahn teil, von denen er neun gewann – die meisten zusammen mit Rudi Altig. Mit ihm wurde er zudem 1965 auch Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren. Und 1970 den europäischen Titel im Derny-Rennen, wobei ein leichtes Motorrad als Schrittmacher im Bahnradsport eingesetzt wird. In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste im Radsport hat die Stadt Krefeld ihm 1984 das Stadtsiegel verliehen.

Zum großen Triumph reichte es nicht, weil Junkermann selten auf ein leistungsstarkes Team im Gegensatz zu seinen Konkurrenten zurückgreifen konnte. Und einmal, als scheinbar alles stimmte, warf ihn auf der 14. Tour-Etappe der Tour de France 1962 eine Fischvergiftung aus dem Sattel. „Hätt‘ ich doch de verdammte Fisch nitt jejässe“, ging als geflügelter Satz in die Geschichte des deutschen Radsports ein.

Nach seiner langen aktiven Karriere wirkte Junkermann als Trainer, 14 Jahre lang beispielsweise bei Olympia Dortmund. Zu seinen erfolgreichsten Schützlingen zählen Erik Zabel, Hartmut und Udo Bölts, Rolf Aldag und Bern Gröne. Für mehrere Hundert Kilometer pro Woche auf dem Rad war Junkermann auch noch im hohen Alter bekannt. Selbst ein schwerer Sturz, bei dem er sich 2015 sechs Rippen brach und am rechten Arm schwere Prellungen zuzog, stoppte ihn nicht. In einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2017 sagte er: „Ich fahre mittlerweile wieder fast täglich etwa 100 Kilometer.“

dürfte vom “Mücke-Preis” im April 1960 stammen, Junkermann zwischen Oberbürgermeister Josef Hellenbrock und Radrennfahrer Klemens Großimlinghaus (Foto: Stadtarchiv Krefeld)
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