Banz & Bowinkel, Primitivs AR, 2023 (Foto: © Künstler Banz & Bowinkel)
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Gelsenkirchen. Kunstmuseum Gelsenkirchen lockt mit innovativem Ausstellungskonzept

Wie entwickelt sich Kunst im digitalen Zeitalter weiter? Dieser Frage geht das Kunstmuseum Gelsenkirchen ab dem 11. März mit der Ausstellung „EVOLVING KINETICS“ nach. „Evolving Kinetics“ schafft einen Erfahrungsraum zeitgenössischer, digitaler Kunst, die in den Dialog mit der Sammlung des Kunstmuseums Gelsenkirchen tritt. In diesem Austausch lassen sich aktuelle Entwicklungen der kinetischen Kunst in den kunstgeschichtlichen Kanon einordnen. So werden neue Perspektiven auf die einzelnen Werke möglich.

Vernetzte Welten

Neue Medien verändern seit je her Traditionen der Kunst und bringen neue Kunstformen hervor. So war es unter anderem mit der Erfindung der Fotografie oder der Videokunst. Im Verlauf des technischen Fortschritts entwickelt sich die Beschaffenheit der Bilder weiter. Darüber entstehen neue Sehgewohnheiten, die als Spiegel ihrer Zeit ein Bewusstsein für die jeweiligen (technologischen) Bedingungen schaffen.

Neue Technologien erobern die Kunstwelt       

Auch im postdigitalen Zeitalter – einer Zeit, in der das Digitale ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden ist und sich etabliert hat – finden solche Entwicklungen statt. Neue Technologien wie Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) beeinflussen die Form, Struktur und Rezeption zeitgenössischer Kunst. Es findet eine technologische Erweiterung statt, die das Werk in den virtuellen Raum übersetzen und in dem die Betrachterinnen und Betrachter eintauchen. Mit digitalen Medien wie Smartphones, Tablets oder VR-Brillen ergeben sich neue Möglichkeiten der künstlerischen Praxis und des Werkerlebnisses. Dabei unterliegt das digitale Werk seinen eigenen, technischen Regeln – unabhängig von physischen Gesetzmäßigkeiten wie der Schwerkraft. Darüber eröffnet sich ein neuer Handlungsrahmen für die Kunst.

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellungen untersuchen, erweitern und verändern die (traditionelle) Form kinetischer Kunst, indem sie das Digitale mit einbeziehen. Die Arbeiten schweben frei im Raum, bilden eine Umgebung, in die Besucherinnen und Besucher eintauchen können und brechen die starren Strukturen des physischen Ausstellungsraums auf. Dabei steht der Moment der Bewegung im Vordergrund. Im Wechselspiel zwischen Werk und Technologie eröffnen sich neue Dimensionen der Dynamik, die die kinetischen Arbeiten ins Virtuelle transformieren und sie auf eine neue Art und Weise fortführen und erlebbar werden lassen.

Vielfältige Blickwinkel in einer Ausstellung

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen hat neun Künstlerinnen, Künstler und Kollektive gebeten, für „Evolving Cinetics“ neue Kunsterfahrungen zu schaffen: Kim Asendorf (DE), Banz & Bowinkel (DE), Armin Keplinger (DE), Rosa Menkman (NL), Nicolas Sassoon (FR), Studio Above&Below (Daria Jelonek and Perry-James Sugden) (UK) und Robert Seidel (DE).

Kim Asendorf, Rosa Menkman und Armin Keplinger schaffen in ihren Arbeiten immersive Räume, die an die OP-Art anknüpfen und den Ausstellungsraum digital erweitern. Banz & Bowinkel hingegen zeigen minimalistische Skulpturen, die als virtueller Überlagerung eine unmittelbare Wechselbeziehung zwischen der digitalen und analogen Welt erfahrbar machen. In ähnlicher Weise übersetzen Robert Seidel und das Studio Above&Below virtuelle in den physischen Ausstellungsraum und gewähren einen technologischen Blickwinkel der kinetischen Skulptur. Nicolas Sassoons Werke dynamisieren die starre Gestalt verschiedener Gesteinsblöcke und setzt dem organischen Material die technologische Materie gegenüber.

Die Ausstellung wird von Peggy Schoenegge (Organisation peer to space) kuratiert. „Evolving Kinetics“ ist vom 11. März bis zum 21. Mai im Kunstmuseum Gelsenkirchen an der Horster Straße 5-7 in 45897 Gelsenkirchen zu erleben. Der Eintritt ist frei und jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr möglich. Weitere Informationen sind über die Internetseite www.kunstmuseum-gelsenkirchen.de abrufbar.

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