(Foto: Justin Alexander Derondeau)
Anzeigen

Düsseldorf. Im Sportpark in Unterhaching beginnt der Auswärts-Endspurt für Rhein Fire. Nach neun allesamt deutlichen Siegen in Folge sind die Schützlinge von Cheftrainer Jim Tomsula das ‘Team to beat’, das Maß aller Dinge, in der European League of Football (ELF). Demgegenüber sind die Munich Ravens, die Gastgeber am Sonntag (20. August 2023, Kick-off: 16.25 Uhr), nach ihrem 32:30-Auswärtssieg bei Stuttgart Surge die ‘Mannschaft der Stunde’ in der ELF. „Die Münchner sind zwar ein neues Team, spielen aber eine tolle Saison. Man merkt, dass sie erfahrene Coaches und talentierte Spieler haben“, urteilt Headcoach Tomsula. „Und sie werden bis zuletzt um ihren kleine Chance auf die Play-offs fighten.“

Dementsprechend wollen die Rheinländer auch bestens vorbereitet in das erste von drei noch verbliebenen Spielen im fremden Stadion gehen. Bereits Samstag Vormittag macht sich der Fire-Tross auf den 625 Kilometer weiten Weg in die bajuwarische Metropole, die bisher längste Auswärtsfahrt der Saison. Außer den football-üblichen kleinen oder größeren Blessuren zeigte die physisch sehr harte Partie beim 40:9 gegen die Hamburg Sea Devils keine Nachwirkungen, daher stimmte sich das Team beim Training äußerst konzentriert auf die – sicher nicht leichte – Aufgabe bei den ‘Raben’ ein.

Ravens haben die besten Receiver der ELF
Besonders gefordert sein wird die Fire-Defense. Schließlich verfügt Ravens-Cheftrainer und Offense Coordinator John Shoop, der immerhin zehn Jahre NFL-Erfahrung auf dem Buckel hat, über den – nach den Rheinländern – besten Angriff der Liga. 3.787 Yards Raumgewinn und 40 Touchdowns stehen nur hinter Fires 4044 Yards und 56 TDs. Quarterback Chad Jeffries ist mit 2398 Yards Raumgewinn durch Pässe Nummer drei der ELF und Markell Castle ist mit 67 Fängen für 1.114 Yards und 12 Touchdowns mit großem Abstand führender Wide Receiver der Liga.

Besonders werden sich die Fire-Fans noch an die Schrecksekunden im Hinspiel erinnern, als die Münchner in der Schauinsland-Reisen Arena gleich den Kick-off zum Touchdowns retournierten und nach dem Ausgleich der Hausherren durch die Erfolgs-Combo Jeffries-Castle auch mit 14:7 in Führung gingen, ehe die Rheinländer die Partie in den Griff bekamen. Das war immerhin die einzigen Male in der laufenden Saison, dass die Rheinländer in Rückstand gerieten.

Fire-Offense wird sich etwas einfallen lassen
Was Fire sicherlich helfen wird, ist die konzentrierte Einstellung von Spielern und Coaches, die Fokussierung auf die jeweils anstehende Aufgabe. So war nach dem Triumph gegen die Sea Devils der dadurch frühzeitig geschaffte Einzug in die Play-Offs der sechs besten ELF-Teams (fast) kein Thema. „Danke für die Glückwünsche, aber die Play-offs beginnen frühestens in vier Wochen. Bis dahin stehen noch drei Spiele auf dem Plan, die wir nicht mit links erledigen können“, zeigte beispielsweise Till Janssen klar, wo die Prioritäten liegen. „Jetzt beschäftigen wir uns erst einmal mit den Ravens.“ Wobei auf Cornerback Janssen und seinen Kollegen Jannik Seibel auf der anderen Seite mit Top-Receiver Castle in Haching eine extrem anspruchsvolle Aufgabe wartet.

Außer Jeffries und Castle dominieren im Angriff der Süddeutschen ‘Allzweckwaffe’ Marvin Rutsch, der bereits durch Lauf, Pass und Returns punktete, und der nigerianisch-irische Runningback Tomiwa Oyewo. Auf der anderen Seite hat sich die Münchner Deckung bisher als zwar physisch sehr robust, aber keineswegs sattelfest erwiesen. Im Hinspiel schaffte die Fire-Offense 529 Yards Raumgewinn, (236 durch Lauf, 293 per Pass), und das, obwohl nach der Verletzung von Nathaniel Robitaille und vor der Verpflichtung des zuletzt überragenden Willie Patterson ohne einen (in der ELF sonst fast obligatorischen) US-Passempfänger gespielt wurde. „Wir haben uns die Spiele der Ravens angeschaut, uns wird schon etwas gegen ihre Defense einfallen“, ist Andrew Weidinger, Offense Coordinator von Rhein Fire, ganz sicher.

Beitrag drucken
Anzeige