In Castrop-Rauxel wurden bereits mehrere digitale Ortsnetzstationen errichtet. Vor der Station „Am Emscher Ufer“ trafen sich: v. l.: Jan Philipp Schwering, Westnetz GmbH, Rafael Rüdel, Geschäftsführer der Stromnetzgesellschaft Castrop-Rauxel, Kati Leder, Leiterin Recht und Regulierung der Westconnect GmbH und Geschäftsführerin der Stromnetzgesellschaft Castrop-Rauxel, Dirk Schürhoff und Jonas Henne, beide Westnetz GmbH (Foto: Westnetz GmbH / Alexander Böhm)
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Castrop-Rauxel. Live-Daten ermöglichen Echtzeitanalyse und bedarfsgerechten Netzausbau

Die Stromnetzgesellschaft Castrop-Rauxel investiert in das Stromnetz der Zukunft und beauftragt den Verteilnetzbetreiber Westnetz GmbH Ortsnetzstationen im Stadtgebiet zu digitalisieren. Mit der Digitalisierung der Technik kann die Stromnetzgesellschaft die aus dem Netz gewonnenen Live-Daten zu Strom und Spannung künftig besser beobachten, steuern und flexibler auf Veränderungen von Netzaktivitäten reagieren. In den Neubaugebieten Am Emscher Ufer, Beerenbruch Viertel und Marien Gärten hat Westnetz bereits digitale Ortnetzstationen installiert. Im nächsten Jahr werden die vorhandenen Ortnetzstationen auf der Georgstraße in Höhe der Hausnummer 35 und auf der Augustastraße im Bereich der Hausnummer 27a durch digitale Ortsnetzstationen ersetzt.

Ortsnetzstationen wandeln Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung um. Digitale Ortsnetzstationen haben die gleiche Funktion, übertragen aber zusätzlich Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaser. Damit kann Westnetz das Stromnetz in Echtzeit analysieren und steuern. Diese Daten helfen dem Verteilnetzbetreiber, das Netz bedarfsgerecht auszubauen. Darüber hinaus erkennt das System unerwünschte Vorkommnisse wie Stromausfälle besonders schnell: Die Technik unterstützt bei der Eingrenzung von Fehlern im Netz und verkürzt durch die Möglichkeit der Fernsteuerung die Ausfallzeiten im Stromnetz.

Schon heute sehen die Stromnetzgesellschaft Castrop-Rauxel und Westnetz einen signifikanten Anstieg der Netzbelastung und stoßen daher frühzeitig die Modernisierung der Technik an. „In wenigen Jahren werden unsere Netze einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sein. Dazu tragen vor allem der Ausbau der Elektromobilität sowie der Einsatz von Wärmepumpen bei“, sagte Rafael Rüdel, Geschäftsführer der Stromnetzgesellschaft. Kati Leder, Leiterin Recht und Regulierung der Westconnect GmbH und ebenfalls Geschäftsführerin der Stromnetzgesellschaft ergänzte: „Zusätzlich muss das Netz immer mehr dezentrale Energie aus Photovoltaikanlagen und anderen Eigenerzeugungsanlagen dezentral aufnehmen. Um diese Entwicklung aufzufangen, bereiten wir unsere Technik schon heute auf die Zukunft vor.“

 

Hintergrund:

Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Ebenso ist das Stromnetz in das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), das Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) und das Niederspannungsnetz (400 Volt) unterteilt. Die unterschiedlichen Netze bedienen verschiedene Abnehmer: das Hochspannungsnetz größere Orte und energieintensive Unternehmen, das Mittelspannungsnetz kleinere Orte und Unternehmen sowie das Niederspannungsnetz einzelne Haushalte und Geschäfte. Umspannwerke und Ortsnetzstationen stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Spannungsebenen her – vergleichbar mit Autobahnkreuzen oder Autobahnabfahrten.

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