Pflegedirektor Carsten Schmatz (li.) und Bürgermeister Stephan Reinders mit dem Kranz (Foto: LVR)
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Bedburg-Hau. Es ist die Geschichte, vor der niemand die Augen verschließen darf: Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Ihnen bot sich ein Bild des Entsetzens und war in seiner Grausamkeit nicht zu überbieten. Bis heute ist dieser Ort Inbegriff für den beispiellosen Vernichtungswillen der Nationalsozialisten. Weit mehr als eine Million Menschen, die meisten von ihnen waren Jüdinnen und Juden, fielen allein hier dem Rassenwahn zum Opfer. Als Tag der Befreiung ist der 27. Januar seit 1996 bundesweiter Holocaust-Gedenktag für alle Opfer der Nationalsozialisten.

In Bedburg-Hau erinnerten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Mahnmal der LVR-Klinik ganz besonders an die mehr als 300.000 Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung, die in Deutschland zwischen 1940 und 1945 im Rahmen der sogenannten „T4-Aktion“ systematisch getötet und zwangsweise sterilisiert wurden. Hinter „T 4“ verbarg sich die Zentraldienststelle zur Durchführung der Morde mit Sitz in der Berliner Tiergartenstraße 4. Unter den Ermordeten waren auch fast 2.000 Patientinnen und Patienten aus Bedburg-Hau.

Pflegedirektor Carsten Schmatz, Klinik-Seelsorger Gunnar Krüger und Stephan Reinders, Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau, gedachten an diesem Tag der Opfer und legten einen Kranz nieder. In ihren Reden setzten sie ein Zeichen gegen zunehmenden Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit.

Im Anschluss an die Gedenkfeier nutzten viele Besucher noch die Möglichkeit, das Klinik Museum zu besuchen, in dem das Thema Euthanasie aufgearbeitet wird.

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