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Weihbischof Wilfried Theising segnete das neue Pfarrheim in DuisburgRheinhausen (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer)

Duisburg. Dass er gleich zwei neue Gebäude in einer Gemeinde an einem Tag einweihen durfte, das war auch für den Xantener Weihbischof Wilfried Theising eine Premiere. Bei seinem Besuch in St. Peter in Rheinhausen segnete er morgens den neuen Kindergarten, abends das benachbarte Pfarrheim. „Ich freue mich sehr darüber“, sagte er bei der abendlichen Feier am Mittwoch, 1. Juni. Zuvor hatte er im Gottesdienst daran erinnert, dass die Pfarrei „schmerzliche Erlebnisse“ durchgemacht habe: zwei Kirchen mussten geschlossen werden, ebenso Pfarrheime. „Umso schöner“, sagte Theising, „heute etwas neues zu beginnen und zu eröffnen. Das stärkt uns für die Zukunft.“

Vor zwei Jahren begann der Bau des Pfarrheims, das auf 580 Quadratmetern Fläche künftig vielen Gruppen ausreichend Platz in modernen Räumen bietet. Allein der Hauptsaal, in dem die Einweihung gefeiert wurde, hat 160 Quadratmeter. Allerdings kann er unterteilt werden, so dass er von zwei Gruppen parallel genutzt werden kann. Nun soll das Gebäude mit Leben gefüllt werden, wünschten sich Theising und Pfarrer Johannes Mehring. Der bedankte sich beim Weihbischof auch für die Unterstützung durch das Bistum, das nicht nur bei der Finanzierung des 1,5 Millionen Euro teuren Baus geholfen, sondern auch den Architektenwettbewerb begleitet hatte.

Den Grundstein des Pfarrheims hatte die Steinmetzin Nicola Bohnen gestaltet, die in der direkten Nachbarschaft wohnt. Als Vorlage diente ihr ein Kreuz aus dem Sinai, das im sechsten Jahrhundert in einen Fels graviert wurde und schon seit Jahren das Symbol der Gemeinde ist. Zunächst hatte die 30-Jährige das Kreuz auf eine grobe Bruchsteinplatte graviert, anschließend hatte sie es auf den Grundstein übertragen. Pfarrer Mehring wies auf eine Besonderheit hin: „Über dem Kreuz ist eine Brücke, die verbindet. Und auch im Kreuz treffen sich vier Richtungen. Es ist wie bei uns: Die unterschiedlichen Gemeinden finden sich im Kreuz wieder, und bilden so eine Einheit in der Verschiedenheit.“

Das Kreuz hatte zudem Theising in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt: „Für viele Menschen ist es ein Ärgernis, ein Zeichen der Torheit“, sagte er mit Blick auf die zuvor gehörte Lesung aus dem Korintherbrief. Es sei in der Tat ein grausames Zeichen, mit dem Kreuz werde gequält und getötet, sagte der Weihbischof, aber es sei auch ein Zeichen der Liebe Jesu Christi, der das Kreuz freiwillig auf sich genommen habe: „Das Kreuz erinnert an die grenzenlose Liebe Jesu Christi, wir haben es in unseren Häusern und Wohnungen, es begleitet uns.“ Und so sollten sich auch die Menschen im neuen Pfarrheim daran erinnern, dass Christus mit seiner Liebe da sei und die Menschen in der Lage seien, diese Liebe weiterzugeben. Theising: „Die Menschen sollen hier immer etwas von der Liebe Jesu Christi empfangen und erfahren, sie soll im Pfarrheim ganz konkret werden. Ich habe den Wunsch, dass das Kreuz das lebendige Zeichen dort sein und die Liebe weitergeben wird. Denn sie vermehrt sich, je mehr man sie verschenkt.“

 

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