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Mülheim/Essen/Oberhausen. Zehn erfolgreiche Jahre Gründungsberatung und Start-up Unterstützung mit über 9.000 Intensivberatungen liegen hinter den STARTERCENTERN NRW Mülheim, Essen und Oberhausen. Sie begleiten seit 2006 als zertifizierte Qualitätsberatungen in Trägerschaft der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung (in Mülheim), der IHK zu Essen (in Essen) und der Handwerkskammer Düsseldorf (in Oberhausen) Gründer und Startups auf ihrem Weg von der Gründungsidee bis zum unternehmerischen Erfolg. Dieser besondere Geburtstag war am 15. Juni Anlass für eine landesweite Feier mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin im Mülheimer HAUS DER WIRTSCHAFT. Begrüßt von Oberbürgermeister Ulrich Scholten erlebten über 150 Gäste einen beeindruckenden Nachmittag, bei dem nicht nur die erfolgreiche Arbeit der letzten zehn Jahre in den STARTERCENTERN gewürdigt, sondern auch intensiv über eine immer wieder notwendige Neuausrichtung der Gründungsberatung diskutiert wurde.  

„Mit rund 67.000 Existenzgründungen im vergangenen Jahr ist Nordrhein-Westfalen bundesweit Spitzenreiter. Mehr als ein Viertel der Gründungen gehen dabei auf das Ruhrgebiet zurück. Hinter diesen beachtlichen Zahlen steckt nicht zuletzt das Engagement der STARTERCENTER NRW. Seit zehn Jahren begleiten die STARTERCENTER in Mülheim, Essen und Oberhausen Gründerinnen und Gründer von der ersten Idee bis zum unternehmerischen Erfolg. Damit sind sie Pioniere der einmaligen Beratungsinfrastruktur in NRW, die weit über das Land hinaus Maßstäbe setzt“, betonte Minister Duin.  

„Mit der Digitalisierung und den geschäftlichen Optionen des Internets einher geht ein revolutionärer Innovationsschub für technische Entwicklungen, neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Und das ist ein mehr als fruchtbarer Boden für erfolgreiche wissensbasierte Unternehmensgründungen, zum Beispiel als Ausgründung aus der Hochschule“, zeigte sich auch Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Mülheim & Business Wirtschaftsförderung überzeugt. Gemeinsam mit Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der IHK zu Essen und Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, diskutierte er unter Moderation von Radio Mülheim Chefredakteur Olaf Sandhöfer-Daniel in einer Talkrunde die Bedeutung der STARTERCENTER NRW für die Gründerszene in der MEO-Region.  

Jutta Kruft-Lohrengel bekräftigte die geänderten Anforderungen einer sich neu formierenden Gründerszene. Sie zeigte sich aber überzeugt: “Auch hierauf werden die  STARTERCENTER adäquate Antworten finden, ohne Bewährtes aufzugeben. Denn wir wissen aus unseren Untersuchungen, dass gerade wissensbasierte Gründungen auf Dauer erfolgreicher sind und Arbeitsplätze schaffen.“ Für die STARTERCENTER ergäben sich hieraus, so Kruft-Lohrengel, ganz neue Chancen: „Die Hochschulen liefern das Wissen und die STARTERCENTER das betriebswirtschaftliche Know-How sowie die Kontakte in die Wirtschaft.“  

Diese neuen Entwicklungen und Perspektiven sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass jenseits aller „High-Tech-Gründungen“ weiterhin die intensive Begleitung potenzieller Existenzgründer von der Unternehmensidee bis zu einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept im STARTERCENTER einen großen Raum einnimmt. „Das Brot und Butter Geschäft der Gründungsförderung ist und bleibt die Gründung jenseits des Scheinwerferlichts im Mittelstand, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich“, ist Präsident Andreas Ehlert von der Handwerkskammer Düsseldorf sicher. Ihm bereitet vor allen Dingen Sorge, dass in den kommenden fünf Jahren allein im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf jeder sechste Handwerksbetrieb einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin benötigt. „Wollen wir den Verlust von tausenden Handwerkbetrieben und zehntausend Beschäftigter verhindern, müssen wir alles daran setzen, den Anteil an Unternehmerinnen im Handwerk deutlich zu steigen. Denn Handwerkerinnen bilden die größte Unternehmerinnenreserve“, so Andreas Ehlert.  

Unter anderem aus diesem Grund liegt ein besonderer Fokus der STARTERCENTER in der MEO-Region deshalb auch auf der intensiven Unterstützung von Frauen, die sich mit der Idee zur Gründung eines eigenen Unternehmens beschäftigen oder diesen Schritt bereits gewagt haben. Wie wichtig eine solche besondere Förderung für Frauen sein kann, darüber berichteten in einer weiteren Talkrunde die Inhaberinnen der im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Buchhandlungspreis prämierten Buchhandlung „Bücherträume“, Petra Büse-Leringer und Karin Tator. Die beiden Existenzgründerinnen hatten ihre Selbständigkeit sorgfältig vorbereitet und sich intensiv vom STARTERCENTER Mülheim begleiten lassen. Sie waren Teilnehmerinnen der sog. „GründerinnenWerkstatt“, nutzten das Unternehmerinnen-Netzwerk mep-net Mülheimer Expertinnen Pool und beteiligten sich erfolgreich am Wettbewerb um den Unternehmerinnenbrief NRW 2011.  

Netzwerken war und ist auch für den zweiten Gründer der Talkrunde, Markus Steck aus Oberhausen, ein ganz wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Unternehmensgründung. Der Inhaber des 2014 gegründeten Aufzugsservice Steck hatte sich im Vorfeld nicht nur intensiv vom STARTERCENTER Oberhausen beraten lassen, „ich war auch auf fast allen Netzwerk- und Infoveranstaltungen, die mir geboten wurden“ erzählt der erfolgreiche Jungunternehmer, der in seinem Betrieb mittlerweile neben seiner Ehefrau Julia Steck zwei weitere Mitarbeiter beschäftigt.

Einen ganz anderen Weg gingen die dritten Gesprächspartner der Talkrunde, Ralf und Frank Iding. Die Brüder hatten im vergangenen Jahr für den geplanten Aufbau eines neuen Geschäftszweiges auch gleich einen neuen Standort als Alternative zum Stammsitz ihres Unternehmens, der Metz Textil & Design GmbH – ein Produktions- und Handelshaus für hochwertige Filzprodukte – in Aschau am Inn gesucht. Geplant war eine Erweiterung des Portfolios durch Filzprodukte aus Pflanzenfasern mit dem Ziel, hiermit auch den veganen Markt für Filzprodukte zu erschließen. Der Start des neuen Unternehmenszweigs hätte besser gar nicht sein können, berichteten die Brüder in der Gesprächsrunde. Sie führen den schnellen Erfolg auch auf die intensive Beratung und Begleitung durch das STARTERCENTER Essen im Hinblick auf Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten des neuen Geschäftszweigs und Unternehmensstandorts zurück.  

Am Schluss der rund zweistündigen Veranstaltung war für die Gäste eines ganz klar: STARTERCENTER.NRW sind und bleiben die zentrale Anlaufstelle für alle Gründer, eine Qualitätsmarke, auf die Gründer bauen können. Bei allem Stolz auf das Geleistete wurde aber auch deutlich: Die STARTERCENTER könnten noch viel mehr Gründungsinteressierte erreichen, wenn sie bekannter wären. Hier ist allerdings auch das Land NRW gefordert. Daher werden zur Zeit Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium u.a. über eine Marketingkampagne inkl. Internet-Relaunch im Hinblick auf soziale Netzwerke geführt. „Das Geld für diese Maßnahmen wäre mit Sicherheit gut und nachhaltig angelegt“, appellierte Jürgen Schnitzmeier in seinem Schlusswort an Minister Duin.

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