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Mit dem Alkoholkonsum nicht zu übertreiben ist sicherlich auch der erste und nachvollziehbarste Tipp gegen Katerstimmung und Kopfschmerzen am nächsten Morgen (Foto: HELIOS)

Oberhausen. Am kommenden Freitag hält eine zünftige Tradition Einzug in Oberhausen – dann startet das große Salzburger Oktoberfest am CentrO. Ganze 17 Tage lang kann im großen Festzelt geschunkelt, getrunken und geschlemmt werden. Doch nicht für jeden bleiben das deftige Essen und die vielen Maßkrüge ohne Folgen: Unangenehmer Druck im Magen, ein Brennen hinter dem Brustbein, ständiges Aufstoßen und/oder ein ordentlicher Kater können die Folge sein. Dr. med. Ingo Böcker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin an der HELIOS St. Elisabeth Klinik Oberhausen gibt ein paar Tipps, wie die Oberhausener ohne Nachwehen feiern können.

Nicht nur beim Oktoberfest: Etwa jeder fünfte Deutsche leidet unter chronischem Sodbrennen, einem unangenehmem Reiz in der Speiseröhre. Frauen und Männer, egal welchen Alters, sind davon gleichermaßen betroffen. Schuld sind oftmals unsere Lebensumstände: Schnelles und ungesundes Essen, Übergewicht und zu wenig Bewegung begünstigen Verstimmungen des Magen-Darm-Traktes. Alkohol und fettige Speisen reizen die Schleimhaut zusätzlich und regen die Säureproduktion im Magen an. Fließt diese – vielleicht sogar mit Speiseresten – zurück in die Speiseröhre, verursacht das ein unangenehmes Brennen. Halten die Beschwerden dauerhaft an, kann eine schmerzhafte sogenannte Refluxerkrankung entstehen. „Dabei schädigt der gesteigerte Rückfluss mit seiner ätzenden Flüssigkeit die Röhre, denn die Schleimhaut besitzt dagegen keinen ausreichenden Schutz“, sagt Dr. Ingo Böcker. Im schlimmsten Fall begünstige dies das Wachstum von Tumorzellen.

Um das lästige Sodbrennen gar nicht erst aufkommen zu lassen gilt: Bewusst und langsam essen, auch in geselliger Runde im Festzelt. „Außerdem sollte man ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine Mahlzeit mehr zu sich nehmen“, so der Experte. Kaugummi kauen regt den Speichelfluss an und „spült“ die Säure nach unten, Milchprodukte können den Magen beruhigen und die Säureproduktion hemmen. Wer im Bierzelt aber kein Glas Milch bestellen will, dem hilft stilles Wasser. „Zwischen den Maßkrügen können ein paar Gläser stilles Wasser helfen, damit die Säurekonzentration im Magen nicht zu hoch wird.“

Mit dem Alkoholkonsum nicht zu übertreiben ist sicherlich auch der erste und nachvollziehbarste Tipp gegen Katerstimmung am nächsten Morgen. Wer dennoch das ein oder andere Maß über den Durst trinkt, bei dem können sich tags drauf Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Herzrasen und Übelkeit bemerkbar machen. „Das liegt in erster Linie daran, dass im Körper das Gleichgewicht zwischen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium sowie Wasser völlig durcheinander geraten ist“, erklärt Dr. Ingo Böcker. Um das wiederherzustellen, sind leicht bekömmliche Speisen mit vielen Mineralstoffen ideal. Außerdem helfen Mineralwasser und Saftschorlen das Flüssigkeitsdefizit zu beheben. Bei einem flauen Magen kann eine Gemüsebrühe helfen, den Elektrolythaushalt wieder aufzufüllen. „Ein Spaziergang an der frischen Luft ist zudem gut für den geschwächten Kreislauf“, sagt der Mediziner. Von einem Katerfrühstück bestehend aus Kaffee und einer Kopfschmerztablette rät er hingegen ab: Das reizt den Magen nur noch mehr. Auch ein Konterbier macht keinen Sinn. „Dadurch verlängert sich nur die unangenehme Katerstimmung“, so Dr. Böcker.

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