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Krefeld. „Wir möchten unseren Kindern und den Familien im stups-KNDERZENTRUM einen Bereich geben, in dem sie ihren Gefühlen Raum lassen können – Ihr Leben und ihre Zeit im stups-KINDERZENTRUM ist mit vielen fröhlichen und auch traurigen Momenten verbunden. Ein Licht in die Welt senden, um solche emotionalen Momente zu dokumentieren, ist in unserer Gesellschaft fast immer mit dem Anzünden einer Kerze verbunden“ – so erklärt Karin Meincke ein Projekt, dessen Umsetzung ihr anlässlich ihres Abschieds als Oberin der DRK-Schwesternschaft im Mai 2016 ein besonderes Anliegen gewesen ist.

Im Garten des stups-KINDERZENTRUM wurde am Mittwoch die „Gefühlsecke“ eingeweiht: ein Gemeinschaftsprojekt vieler Erwachsener – aber Namensgeberin war natürlich ein Kind. Karin Meincke hatte einem achtjährigen Mädchen erzählt, wie der Ort aussieht und welche Ideen dahinter stecken und damit war für das Mädchen klar: „Dann ist das eine Gefühlsecke“. Sie war dann auch am Mittwochabend diejenige, die die erste Kerze anzünden durfte.

Beschreibend gesagt ist die „Gefühlsecke“ ein durch Hecken und Gebäude geschützter Seitenbereich im Garten des stups-KINDERZENTRUMs: Dort wurde eine 57 cm hohe und 50 cm breite Stele aus Buntschiefer mit Murano-Glaselementen des Künstlers Gregor „Doc“ Davids aufgestellt, die dieser gestiftet hatte. Der Kontakt zu Doc Davids entstand über seinen Galeristen Egon Heidefeld von der Galerie Heidefeld und Partner, Krefeld. Hier steht dauerhaft eine Kerze (jährlicher Spender: Gospelchor family of hope) in einem Glaszylinder (Spender Kerzen Engels, Kempen) und die Kinder im stups-KINDERZENTRUM können diese Kerze anzünden, z.B. weil sie selbst Geburtstag haben oder weil ein anderes freudiges Ereignis ihnen sehr wichtig ist.

Ebenso steht die „Gefühlsecke“ bei traurigen oder in schwierigen Situationen den Kindern und Familien als ein Ort des Gedenkens, des Bittens, des Trauerns oder einfach nur Nachdenkens zur Verfügung; eben für alle Momente, in denen kleine und große Menschen ihre Gefühle mit dem Entzünden einer Kerze unterstreichen möchten. Das Licht, das so in die Welt gesendet wird, kann auch einen „Ausflügler“ begleiten, der für immer ganz weit von dieser Welt weggeflogen ist.

„Die Stele ist leicht konkav, damit sie die Kerze optisch aufnimmt. Ich möchte mit dieser Arbeit das bunte Kinderleben darstellen. Kunterbunt ist sonst nicht mein Stil, so etwas habe ich noch nie gemacht“, beschreibt Davids. Er habe bisher noch keine Berührung zum Thema Kinderhospiz gehabt, „das war eine großartige Aufgabe, für so einen Zweck arbeiten zu dürfen. Trost spenden und Freude geben – es gibt wenig, was für einen bildenden Künstler darüber geht“, so Davids. Er habe sich durch diesen „Auftrag“ auch selber als Künstler weiter entwickelt, „die Idee als Künstler Trauer zu begleiten und tröstende Gefühle zu geben, ist für einen Künstler großartig“.

Als Sitzgelegenheiten dienen große Findlinge, die die Baumschule Höfkes aus Kempen ebenso wie die Gartenarbeiten zur Gestaltung der Gefühlsecke gestiftet haben. Die Ecke ist überdacht – dieser Schutz wurde anteilig von BTW Wintergartenbau Christian Siempelkamp und dem Hilfsverein „Die Wiege e.V.“ gestiftet.

„Wir konnten diese Ecke aus Brandschutzgründen nicht im Haus einrichten, aber so ist jeder ganzjährig hier vom Wetter geschützt und hat wirklich einen ruhigen Bereich“, so Meincke. Sie möchte darauf hinweisen, dass die Umsetzung auch durch die Autorin Regine Zweifel und weitere Privatspender aus Krefeld ermöglicht wurde

Andrea Berg, Schirmherrin des stups-KINDERZENTRUM und von „Die Wiege e.V.“,  kam selber trotz ihres bevorstehenden Tour-Startes im Krefelder KöPa zur Einweihung: Am Mittwochabend wurde die „Gefühlsecke“ im Rahmen einer privaten Feier mit den Stiftern und den Familien im stups-KINDERZENTRUM vorgestellt – sie war erst am Tag vorher fertig geworden. Die „family of hope“ mit Chorleiter Gabriel Vealle begleitete die Feier.

„Wir freuen uns und sind sehr dankbar, dass sich so viele Menschen mit diesem Projekt auseinander gesetzt und es letztlich unterstützt haben. Ein solcher Bereich fehlte für die Kinder und die Familien“, meint Diane Kamps, die Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld.

 

Der Künstler

Gregor „Doc“ Davids arbeitet als Bildender Künstler und Designer in seinem Atelier in Mülheim / Ruhr – mit sechs weiteren Künstlern in der früheren Villa des Fabrikanten Carl Nedelmann. Er hat ein Kunststudium bei Prof. Günter H. Blecks (Uni Bonn) absolviert. Danach machte er eine praktische Ausbildung im Glas-Atelier von Bruno Regazoni in St. Gallen und absolvierte ein Kunststudium Malerei und Zeichnen an der Freien Kunstschule Köln.

Seine Werke setzt er unter den Titel „High–Lights aus Glas und Licht“

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