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Oberhausen. Weltweit leiden über 125 Millionen Menschen an der Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, einer chronischen Entzündung der Haut. In Deutschland gibt es rund 2 Millionen Betroffene. Zwar ist die Erkrankung nicht vollständig heilbar, doch die Symptome lassen sich mit modernen Wirkstoffen gut in den Griff bekommen. Welche Therapiemethoden es gibt, darüber spricht Prof. Alexander Kreuter, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der HELIOS St. Elisabeth Klinik Oberhausen, in seinem Vortrag am Donnerstag, 27. Oktober 2016.

Schuppige, stark gerötete und teilweise blutige Hautstellen – das sind die unübersehbaren Auswirkungen der Psoriasis. Sie kann im Kindesalter und bis ins hohe Erwachsenenalter erstmalig auftreten. Grund ist eine erbliche Prägung, die in Kombination mit verschiedenen Auslösern wie Stress, Alkoholmissbrauch, Infektionen oder Medikamenten wie etwa Betablockern dafür sorgt, dass die Haut sich entzündet. Der Verlauf der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. „Mal handelt es sich um kleinere Hautareale rund um die Ellenbogen, bei manchen Patienten ist der ganze Körper betroffen. Mal ist das Krankheitsbild über lange Zeiträume gleichbleibend, mal treten die Beschwerden schubweise auf“, erläutert Prof. Alexander Kreuter. Häufig sei auch die Genitalregion von den juckenden Hauterscheinungen betroffen, was bei vielen Patienten für große Scham und Problemen etwa in zwischenmenschlichen Beziehungen sorge, so der Experte. Bei der sogenannten Psoriasis-Arthritis kommt es zudem zu einem Befall der Gelenke, an dem etwa 20 Prozent der an Schuppenflechte erkrankten Menschen zusätzlich leiden. „Je nach Ausprägung kann die Psoriasis eine hohe seelische Belastung darstellen. Darüber hinaus haben die Betroffenen oftmals mit Stigmatisierungen zu kämpfen. Deshalb mit aller Deutlichkeit: Schuppenflechte ist nicht ansteckend!“ hält Prof. Kreuter fest.

Allerdings ist die Psoriasis bei vielen Patienten nicht die einzige Krankheit, die die behandelnden Mediziner im Blick halten müssen. „In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass sie gehäuft mit anderen Begleiterkrankungen wie krankhaftem Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auftritt. Die Betroffenen werden von uns dann ganzheitlich gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin am Haus betreut“, sagt Prof. Kreuter.

Gänzlich heilen lässt sich die Schuppenflechte leider nicht. Doch seit einigen Jahren gibt es zielgerichtete Medikamente, sogenannte Biologicals, die die Symptome lindern und den Betroffenen dadurch wieder mehr Lebensqualität schenken. „Im Gegensatz zu früher unterdrücken die neuen Medikamente nicht mehr das gesamte Immunsystem, sondern setzen nur noch den Schlüsselbotenstoff für die Psoriasis außer Gefecht“, erläutert der Dermatologe. Damit fallen die Nebenwirkungen der geschwächten Abwehrkräfte des Körpers weg. Neben dieser medikamentösen Therapie stehen je nach individueller Ausprägung der Erkrankung auch Hautpflegeprodukte in unterschiedlichen Wirkstärken, Vitamin-D-Präparate oder die Phototherapie mit bestimmten Bestandteilen des Lichts zur Verfügung. In seinem Vortrag am Donnerstag, 27. Oktober 2016, gibt Chefarzt Prof. Alexander Kreuter anlässlich des Welt-Psoriasis-Tags einen Überblick über die verschiedenen modernen Behandlungsmöglichkeiten der Schuppenflechte. Im Anschluss steht der Experte für Fragen zur Verfügung. Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Cafeteria der HELIOS St. Elisabeth Klinik, Josefstraße 3. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Hintergrund Welt-Psoriasistag 2016:

Schon die alten Griechen kannten die Symptome: rötliche, schuppende Hautareale, die stark juckten und schmerzhafte Risse oder Bläschen bildeten. Die Schuppenflechte ist eine unangenehme Systemerkrankung, die die Lebensqualität der Patienten häufig stark eingeschränkt. Erst im Jahr 1860 wurde die Psoriasis durch den Österreichischen Arzt Ferdinand von Hebra von der Lepra abgegrenzt. Allerdings haben die Betroffenen noch heute mit vielen Vorurteilen und Stigmata zu kämpfen. Der Welt-Psoriasistag am 29. Oktober 2016 steht daher unter dem Motto „Verstehen – anerkennen – einbeziehen“. Der Aktionstag wurde bereits 2004 von verschiedenen Patientenverbänden ins Leben gerufen.

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