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(Symbolfoto)

Rheinberg. Wie heute die Staatsanwaltschaft Kleve und die Kreispolizeibehörde Wesel in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt gaben, hatte am Freitag, dem 23.12.2016, gegen 00.17 Uhr, eine Anwohnerin sprichwörtlich den richtigen Riecher: Ein Unbekannter hatte an ihrem Haus Sturm geklingelt und sie dadurch geweckt. Nachdem die Rheinbergerin die Tür geöffnet hatte, sah sie einen unbekannten Mann, der in Richtung Schützenstraße davon lief. Die 54-Jährige vermutete, dass der Flüchtende bei ihr einbrechen wollte und verhielt sich vorbildlich: Sie rief über Notruf die Polizei und gab eine Beschreibung des Unbekannten an die Kolleginnen und Kollegen weiter.

Diese trafen im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung auf einen 29-jährigen Mann aus Bosnien-Herzegowina, der die Schützenstraße in Richtung Zeisigweg entlanglief. Da die Beschreibung der Anwohnerin auf den 29-Jährigen zutraf, nahmen die Beamten ihn vorläufig fest.

Des Weiteren bemerkten sie, dass der Verdächtige ein Funkgerät mitführte. Nachdem die Polizistinnen und Polizisten die Funksprüche mitgehört hatten, stellten sie schnell fest, dass weitere Personen in dem Wohngebiet unterwegs waren und über Funk ihre Flucht vorbereiteten sowie die Unterbringung der Beute abzuklären versuchten.

Doch die Einbrecher hatten die Rechnung ohne die Polizei gemacht: Diese nahm im Laufe der Nacht weitere drei Männer im Alter von 20, 23 und 24 Jahren aus Rheinberg, Montenegro und Bosnien sowie eine 27-jährige Rheinbergerin vorläufig fest. Darüber hinaus stellten sie in einem Gebüsch an einem Spielplatz einer Grundschule an der Straße Grote Gert zwei hochwertige Profiwinkelschleifer der Marke Stiehl sicher.

Die Kriminalpolizei übernahm anschließend die Ermittlungen, die sich zunächst schwierig gestalteten, da nicht bekannt war, aus welchem Einbruch die Beutestücke stammten. Daher nahmen die Kriminalisten das Wohngebiet genauer unter die Lupe und wurden schließlich fündig: Das Werkzeug stammte aus einem Einbruch in ein Haus an der Schützenstraße. Hier hatten Unbekannte die Terrassentür aufgehebelt, alle Räume durchwühlt und anschließend das hochwertige Werkzeug entwendet, das von seinem Besitzer zweifelsfrei wiedererkannt wurde.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Moers erließ ein Richter gegen die vier Männer Haftbefehl, die Frau wurde aus besonderen Umständen zunächst bis zur Anklage in ihren festen Wohnsitz entlassen. Polizeihauptkommissarin Andrea Markgraf von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Wesel betont in diesem erfolgreichen Zusammenhang der Festnahmen, dass Bürgerinnen und Bürger lieber einmal zuviel den Polizeinotruf 110 wählen sollten, als zu wenig. “Meist stimmt das Bauchgefühl”, erklärt Markgraf, die nicht ausschließen kann, dass noch weitere Einbrüche von dieser Gruppe verübt wurden. (ots)

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