Die wahlkreisweite Bildungskonferenz von Charlotte Quik mit Sven Volmering MdB (Foto: privat)
Anzeige

Hamminkeln/Schermbeck/Wesel/Voerde/Hünxe. Um „Familie und Bildung“ geht es in der aktuellen Themenwoche von CDU-Landtagskandidatin Charlotte Quik. Ein Herzstück: Die Schulpolitik. Um sich aus erster Hand über den Alltag in nordrhein-westfälischen Schulen zu informieren, hat die CDU-Landtagskandidatin Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu einer nicht-öffentlichen Bildungskonferenz mit CDU-Experten eingeladen. Und viele Pädagogen, einige Schüler und auch Elternvertreter aus der Region waren gekommen, berichteten ungeschminkt aus ihrem schulischen Alltag und äußerten Wünsche an die Politik.

Zur Verstärkung hatte sich Charlotte Quik den Bundestagsabgeordneten Sven Volmering dazu geholt, selbst Oberstudienrat und Bildungsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Für die Kommunalpolitik mit dabei waren auch die Schulpolitiker der Wahlkreisgemeinden: Hildegard Neuenhoff (Schermbeck), Volker Haubitz (Wesel), Michael Helmich (Hünxe), Matthias Holtkamp (Hamminkeln) und Walter Seelig (Voerde).

Schnell wurden nach einleitenden Worten von Charlotte Quik und ihren Kollegen in einer offenen Diskussionsrunde die Probleme des NRW-Schulsystems schonungslos deutlich: Unterrichtsausfall, Lehrermangel, nicht besetzte Schulleiterstellen, gescheiterte Inklusion und eine schlechte Ausstattung der Schulen führen trotz eines teils überdurchschnittlichen Einsatzes vieler Pädagogen zu Frustration und viele Lehrer sind „desillusioniert“, wie es ein Schulleiter formulierte. „Die Kolleginnen und Kollegen stehen auf dem Schlauch“, sagte ein Gast. Ein weiterer fügte hinzu: „Viele gehen an die Grenzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann einige zusammen brechen. Ich registriere eine Flut von Erschöpfungssymptomen.“

Großes Problem: Die Inklusion. Es fehle, bestätigten viele Gäste, fast an allem. „Wir werden allein gelassen.“ Die Lehrer seien diesbezüglich nicht ausgebildet. Sonderpädagogen fehlten an allen Ecken und Enden. Es nutze auch nichts, Stellen zu schaffen, die wegen mangelnder Bewerber nicht besetzt werden könnten oder auf „normale“ Lehrerstellen angerechnet würden. „Wir haben ja nichts gegen die Inklusion“, unterstrich ein Schulleiter. „Es ist ja in Ordnung, dass der Bettelgang der Eltern aufgehört hat und ein Rechtsanspruch besteht, auf eine Regelschule zu gehen. Aber dann muss man uns auch die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, um dies umzusetzen!“

Ob an Grundschulen oder weiterführenden Schulen: Es fehlen Lehrer. „Es nützt nichts, wenn ich Stellen habe, die ich nicht besetzen kann“, beklagte ein Vertreter der Grundschulen und regte an, statt der heute üblichen schulscharfen Ausschreibung wieder auf das alte Verteilsystem zurück zu greifen, betonte in diesem Zusammenhang aber auch, die Attraktivität und die Wertschätzung des Lehrerberufes zu steigern. „Ein guter Lehrer erreicht mit Kreide und Tafel mehr, als es ein Whiteboard jemals kann.“ Ein weiterer Kollege ergänzte: „Ich verstehe die zum Teil hohen NC auf einige Lehramtsstudiengänge diesbezüglich überhaupt nicht.“

Ebenfalls wurde von vielen Anwesenden die Problematik der „Beschulung der Seiteneinsteiger“ angesprochen. Auch dies könne nur über einen entsprechenden Personalschlüssel geregelt werden. Auch fehlt es offenbar an Personal durch die hohen Schülerzahlen aufgrund der Flüchtlingsbewegung. Klassenstärken von bis zu 30 Schülerinnen und Schülern seien keine Seltenheit, war zu hören. „Wir rasen da auf ein Erdbeben zu“, machte sich ein Kollege Luft.

Zum Thema G8/G9 zeigten sich die Vertreter der Schüler überraschend entspannt. „Das“, sagten sie, „ist nicht das Problem.“ Ein Elternvertreter unterstrich: „Ich kann nur sagen, wir brauchen Lehrer, Lehrer, Lehrer.“

Sven Volmering als Bundespolitiker regte eine Entbürokratisierung der Schulen an, forderte sogar eine „radikale Entschlackung“ bürokratischer Vorschriften und verwies unter anderem darauf, dass der Bund fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung zur Verfügung stellen werde. Er forderte die Länder auf, für die personelle Ausstattung der Schulen und die entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte zu sorgen.

Einhellige Forderung aller Vertreter: „Wir wollen Politikerentscheidungen, die uns helfen.“ Charlotte Quik, die durch die nichtöffentliche Bildungskonferenz die Probleme genau registriert hat, versprach: „Ich werde nicht alles sofort ändern können, aber alles in meiner Macht Stehende in die Wege leiten, um in Düsseldorf Verbesserungen zu erreichen.“ Quik verwies noch einmal auf das CDU-Wahlprogramm, das unter anderem vorsehe, ein digitales System zur Erfassung von Unterrichtsausfall einzuführen, (Vertretungs-)Lehrer und Verwaltungsassistenten einzustellen, die bauliche Qualität der Schulen zu verbessern und bei der Umsetzung der Inklusion Tempo heraus zu nehmen durch den Erhalt der vorhandenen Förderschulen. Charlotte Quik: „Bildung und Familie sind zwei der wichtigsten Politikfelder, denn hier liegt unsere Zukunft. Momentan dümpelt NRW leider auch hier auf den bundesweiten Schlusslichtplätzen herum. Das müssen wir ändern – Schluss mit Schlusslicht NRW!“

Beitrag drucken
Anzeigen