v.l.: Leiterin stationäres Hospiz Annette Helling, Bewohnerin Auguste Kehl, Leiter ambulantes Hospiz Walter Tewes, Gesamtleiterin Hospiz Mechthild Schulten (Foto: privat)
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Duisburg. Das Malteser Hospizzentrum feiert in diesem Jahr silbernes Jubiläum. Das wird am kommenden Wochenende groß gefeiert. Während am Samstag Vorträge und Workshops im Mittelpunkt stehen, gibt es am Sonntag ein attraktives Programm für Familien. Schirmherr ist Oberbürgermeister Sören Link.

Mit der Gründung des ambulanten Hospizdienstes am ersten Standort im Rathauscenter Duisburg-Hamborn hat vor genau 25 Jahren die Erfolgsgeschichte des Malteser Hospizzentrums St. Raphael in Duisburg-Huckingen begonnen. Nur ein Jahr später kam dann auch das stationäre Hospiz hinzu. 1999 fand der Umzug in den Neubau in den Duisburger Süden statt. Mittlerweile wurden durch die vielen festen und ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr als 6000 Patienten und ihre Angehörigen begleitet. Seit genau 20 Jahren gibt es zudem eine Trauerberatung für Angehörige und seit zehn Jahren  den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst. Grund genug am kommenden Wochenende das Jubiläum groß zu feiern. Am Samstag gibt es ab 10 Uhr im Bürgerzentrum Steinhof in Duisburg-Huckingen Workshops und Vorträge, die unter der Überschrift „Kontinuität im Wandel – Sichern, was uns trägt“ stehen. Schirmherr ist Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, der auch persönlich ein Grußwort sprechen wird. „Wir sind sehr stolz, dass wir alle Zusagen von hochkarätigen Referenten, und auch von vielen interessierten Gästen bekommen haben“, berichtet die Leiterin des Malteser Hospizzentrums St. Raphael, Mechthild Schulten. Anmeldungen zu den Vorträgen und Workshops sind nach wie vor noch möglich, die Anmeldegebühr beträgt 20 Euro (anmeldung@hospizfachtagungen.de oder per Fax: 0203/7552099).

 

„Großes Familienangebot am Sonntag“

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen der Familien. „Auch hier haben wir ein schönes Programm zusammengestellt. Zum einen präsentieren wir natürlich unser Hospizzentrum mit all seinen verschiedenen Angeboten. Zum anderen können sich die Kinder schminken lassen, wir haben einen Clown engagiert, es gibt Live-Musik, ein Impro-Theater, eine Kreativ-Werkstatt und vieles mehr“, erklärt Walter Tewes, Leiter des Kinder- und Jugendhospizdienstes. Start des Familientages ist um 11 Uhr ebenfalls im Steinhof in Duisburg-Huckingen (Düsseldorfer Landstr. 347). Um 11.45 Uhr und um 13.45 Uhr finden Führungen im stationären Hospiz statt. Um 13 Uhr und um 15 Uhr gibt es Vorträge zum Thema „Patientenverfügung“. „Wir würden uns freuen, wenn wir viele Interessierte bei uns begrüßen können, die sich selbst mal ein Bild vom Hospiz und der Hospizarbeit machen wollen“, hofft Schulten.

 

„Es gibt kaum eine sinnhaftere Arbeit“

25 Jahre Hospizarbeit bedeutet natürlich auch, dass man noch mal zurückblickt. „Ich betrachte es als Geschenk, dass ich das Malteser Hospizzentrum aufbauen durfte. Auch wenn die ersten Jahre äußerst schwierig waren – weil die Bürger uns zwar wollten, die bestehenden Strukturen jedoch keinen Platz für uns hatten.  Dennoch war und ist diese Arbeit sehr erfüllend und ich finde, eine Arbeit kann kaum sinnhafter sein“, berichtet die Leiterin des Hospizzentrums Mechthild Schulten. Vor allem die große Dankbarkeit der Patienten, aber auch der Angehörigen sei eine große Antriebskraft: „Es bewegt uns sehr, wenn wir sehen, wieviel Positives es bei den Patienten auslöst, wenn sie spüren, dass sie wirklich im Mittpunkt stehen. Sie fühlen sich angenommen und verstanden. Sie erfahren, dass wir nicht nur ihre körperlichen Beschwerden, sondern auch ihre seelischen Nöte ernst nehmen.“ Annette Helling ist Leiterin des stationären Hospizes, sie ergänzt: „Die Patienten spüren schnell, dass wir sie mit all ihren Sorgen ernst zu nehmen und dass sie mit uns über alles reden können. Wir beobachten, wie viel Entspannung es auslöst, wenn der kranke Mensch Ruhe und seinen eigenen Rhythmus finden kann.“

 

„Hospizarbeit erfordert hohe Fachkompetenz“

Trotz all der Erfolge, die es in den letzten 25 Jahren der Hospizarbeit gegeben hat, gibt es immer noch Dinge, die verbessert werden können. „Viele Menschen glauben, dass der wesentliche Inhalt unserer Hospizarbeit ein „Händchen halten“ sei. Dabei wird verkannt, dass neben der selbstverständlich wertvollen psychosozialen Kompetenz eine hohe Kompetenz in allen Fragen der Schmerztherapie und Symptomlinderung vorliegt. Dies gilt sowohl für das festangestellte Team als auch für unsere Kooperationspartner“, erklärt Schulten, die sich wünscht, dass vor allem die bisherige Strahlkraft des Hospizzentrums erhalten bleibt. „Ich wünsche mir in den nächsten 25 Jahren, dass wir weiterhin von den Partnern im Netzwerk des kommunalen Gesundheitssystems als Fachleute angefragt werden. Das gilt für die Alten- und Behindertenheime, die unseren ambulanten Hospizdienst für die Begleitung von Bewohnern oder für die Beratung in palliativ-pflegerischen Fragen anfragen. Das gilt für die Hausärzte und die Krankenhäuser, das gilt für die Kranken- und Altenpflegeschulen und das gilt natürlich für die Kollegen im hospizlich-palliativen Netz der Stadt.“

 

Zahlen und Fakten:

1991                Planungen und Gespräche mit der Stadt und den Krankenkassen

1991                Beginn des ersten Ausbildungskurses

April 1992      Aufnahme der ersten Patientin in die ambulante Versorgung

1993                erste Patienten im stationären Hospiz

1997                Start der Trauerberatung

1999                Umzug des stationären Hospizes nach Huckingen

2007                erste Patienten im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst

 

Im Hospizzentrum arbeiten:

31 hauptamtliche Mitarbeiter

84 ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter

40 weitere ehrenamtliche Mitarbeiter (Secondhandladen, Gremien, Empfang, etc.).

 

Zahl der Begleitungen:

Ca. 6.000 betreute Patienten

73 Familien mit einem kranken Kind/Jugendlichen

Knapp 200 Beratungen/Begleitung bei Angehörigen

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