Besuch bei der Bundesrettungshundestaffel in Bucholtwelmen mit dem Bundestagskandidaten Jürgen Preuß (Foto: privat)
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Hünxe/Schermbeck/Voerde. „Meine Besuche bei Organisationen, die auf ehrenamtliche Kräfte setzen, beeindrucken mich sehr und ich bin allen engagierten Menschen von Herzen dankbar. Zahlreiche Aufgaben, die ich als staatliches Pflichtprogramm betrachte, liegen in der Hand von Menschen, die ihre Freizeit opfern, um die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten“, sagt Jürgen Preuß, SPD-Bundestagskandidat für den Kreis Wesel, zum Abschluss seiner Ehrenamtstour. Zuletzt besuchte Preuß gemeinsam mit Vertretern der SPD-Ortsvereine Hünxe, Schermbeck und Voerde den Bundesverband Rettungshundelstaffel (BRH) am ehemaligen Anita-Thyssen-Heim in Bucholtwelmen.

Im Gespräch mit Henri Paletta, 1. Vizepräsident des Bundesverbands, erhielt Preuß einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Rettungshundestaffel. Gegenwärtig verfügt der BRH über 100 Hundestaffeln mit insgesamt 700 Rettungshunden und 2.000 Mitgliedern. Grundsätzlich sind die Tätigkeiten der aktiven Mitglieder, Ausbilder und Hundeführer im BRH unentgeltlich und ehrenamtlich. So erfüllt auch Paletta seine Aufgaben „als leidenschaftliches Hobby“ neben dem eigentlichen Beruf als Bewährungshelfer. Seit 2015 gilt der Bundesverband Rettungshundestaffel als älteste und größte rettungshundeführende Organisation Deutschlands.

Auf rund 75.000 m² hat sich der BRH auf dem Gelände des ehemaligen Anita-Thyssen-Heimes bei Bucholtwelmen eingerichtet. Der Standort fungiert auch als Lagezentrum für die teils weitweiten Einsätze des BRH im Rahmen der ISAR Germany (International Search and Rescue). Dabei werden Daten der Vereinten Nationen aus Katastrophengebieten, beispielsweise einem Erdbeben mit vielen Trümmerfeldern in Südostasien, direkt nach Bucholtwelmen übertragen. Nicht selten jedoch sind die Rettungshundestaffelführer des BRH eine der ersten vor Ort in Krisengebieten.

Ferner finden auf dem Gelände die Ausbildungen der Hundeführer statt. Grundsätzlich sind alle Hunderassen als Rettungshunde geeignet; entscheidend ist die Beziehung zwischen Hundeführer und Hund selbst. Die Ausbildung, die über das Prinzip „Spiel und Belohnung“ funktioniert, umfasst über zwei Jahre und muss mit jedem neuen Hund durchgeführt werden, selbst wenn ein Hundeführer sie bereits absolviert hat. Ausgebildet werden die unterschiedlichen Hunde auf Suchen in Trümmerfeldern, Wasserortungen, Lawinensuchen und dem sogenannten „Mantrailing“. Dabei können Hunde in der Regel bis zu 48 Stunden noch eine Spur von vermissten Personen wittern und zurückverfolgen.

„Freiwillige Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und der Bundesverband Rettungshunde in Hünxe sind darauf angewiesen, dass auch in Zukunft das Ehrenamt seinen Stellenwert in unserer Gesellschaft behält. Das kann nur dann funktionieren, wenn schon junge Menschen trotz Ganztagsschule den Weg zu den Hilfsorganisationen finden und wenn die notwendige Freistellung der ehrenamtlich Tätigen klar geregelt wird. Es reicht deshalb nicht aus, wenn die Helfer und Helferinnen ihren Verdienstausfall ersetzt bekommen, sondern auch die Arbeitgeber müssen für den Produktionsausfall eine Entschädigung erhalten“, fordert Preuß einem Fazit seiner Ehrenamtstour. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben könne ein ehrenamtlich engagierter Mitarbeiter ungewollt wirtschaftliche Probleme verursachen.

„Für die Gemeinde Hünxe ist es eine große Ehre, dass wir das Lagenzentrum der Bundesrettungshundestaffel bei uns beherbergen dürfen. Was von hier aus, teils weltweit, geleistet wird, verdient großen Respekt. Ich freue mich, dass die Gemeinde für das einstige Anita-Thyssen-Heim eine so tolle Anschlussverwendung finden konnte“, so Jan Scholte-Reh, SPD-Ratsmitglied und –Vorsitzender in Hünxe, der Jürgen Preuß zu diesem Termin begleitete.

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