Die 15-jährige Aidi hat das "Seepferdchen" erschwommen (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)
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Duisburg/Krefeld. Der Sport ist seit vielen Jahren ein wichtiger Motor der Integrationsarbeit in Duisburg und Krefeld. Neues Selbstvertrauen, -bewusstsein und keine Angst vor dem Wasser – dieses Vorhaben stand in den beiden Rheinstädten bei Mädchen-Schwimmkursen in den Herbstferien an oberster Stelle.

Die Duisburger Sportvereine sind mit ihrer täglichen aktiven Arbeit in den Sporthallen, Fußballplätzen und allen anderen Sportstätten Garant dafür. Und der Stadtsportbund Duisburg unterstützt diese Arbeit durch Beratung, Projektarbeit, Qualifizierung und Netzwerkaktivitäten in der ganzen Stadt.

Gemeinsam mit dem Mädchenzentrum Mabilda e.V. aus Duisburg-Obermarxloh bekamen einige Mädchen die Chancen in den Herbstferien unter Anleitung von erfahrenden Schwimmtrainern vom Duisburger Schwimm- und Sportclub 09/20 e.V. erste Erfahrungen im Schwimmen zu machen. In dem zweiwöchigen Kurs war das primäre Ziel, dass die Kinder ohne Angst und Panik sicher schwimmen lernen. Zudem lernen sie wie man sich im Wasser bewegt und nimmt das Element als Freund war. Unter Anleitung sollen die Kinder sich im Wasser wohl fühlen und erste Erfahrungen im Schwimmen machen. Des Weiteren soll über die Etikette und Verhaltensweisen in öffentlichen Einrichtungen insbesondere in einem Schwimmbad aufgeklärt werden. Die Mädchen verließen den Kurs mit Begeisterung und einige schafften in kurzer Zeit das Seepferdchen.

Möglich gemacht wurde das Projekt gemeinsam von der Bürgerstiftung Duisburg und dem Stadtsportbund Duisburg. Gemeinsam stellten sie einen Antrag für den GLS Treuhandfonds „Auf Augenhöhe“. Ziel des Projektes war es Kinder, die in Duisburg wohnen, die Möglichkeit zu bieten schwimmen zu lernen.

Foto: Mädchen von Mabilda e.V.

30 zugewanderte Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren aus verschiedenen Schulen in Krefeld haben in den Herbstferien im Uerdinger Stadtbad Schwimmunterricht erhalten. Sie stammen alle aus Zuwandererfamilien, zumeist aus dem Irak, Syrien und Afghanistan, und haben wenig oder überhaupt keine Vorkenntnisse. Insgesamt kamen sie achtmal in das Hallenbad.

Darunter auch Aidi. Die 15-Jährige kommt aus dem Irak und lebt seit knapp zwei Jahren in Krefeld. Ein Schwimmbad hatte sie bislang noch nie von innen gesehen. Jetzt aber hält die Gymnasiastin stolz ihr Seepferdchen-Abzeichen in den Händen, zwei Bahnen schafft sie ganz alleine. Ihr Lächeln spricht Bände und ist so etwas wie der verdiente Lohn für Katja Spielmann und Julia Schnorrbusch vom Schwimmverein Bayer Uerdingen 08. Sie haben die Schwimmneulinge in Zehner-Gruppen unterrichtet. Der Kurs wurde vom Kommunalen Integrationszentrum in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung des Schwimmvereins, der Krefelder Bürgerstiftung und der Spardabank auf die Beine gestellt. KI-Mitarbeiterin und Lehrerin Mary Akrivi hielt die Fäden in der Hand.

„Zunächst mussten die Mädchen ihre Angst überwinden. Wir mussten also erst einmal Selbstvertrauen vermitteln“, schildert Katja Spielmann. Jungs seien als Schwimmanfänger selbstbewusster und haben zu Beginn nicht so großen Respekt vor dem Wasser. Doch die Angst wich auch bei den Mädchen schnell. Sie halfen sich untereinander und machten in der Familie Werbung: „Oftmals kamen sie mit Freundinnen oder Geschwistern.“

Beide Trainerinnen sind von den großen Fortschritten der Neulinge nach den acht Schwimmeinheiten begeistert. „Die Mädchen hatten großen Spaß, einige lächelten im Wasser permanent, weil sie so viel Freude hatten“, so Spielmann. Alle haben eine Urkunde erhalten, einige sogar das Schwimmabzeichen, wie eben Aidi. „Ich bin so stolz, nun schon zwei Bahnen selbständig schwimmen zu können. Auf dem Rücken im Wasser zu liegen, ist für mich das schönste Wassergefühl.“ Ihre Urkunde wird einen Ehrenplatz erhalten.

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