Frank Volkmann, Ressortleiter Kommunikation der im Juli 2017 gegründeten „ÖkÖkTransRheinRuhr“ (ÖÖTRR) (Foto: privat)

Duisburg/Krefeld/Meerbusch/Moers/Rheinberg. Jeweils über 100.000 Fahrzeuge passieren täglich die beiden Autobahnbrücken der A40 und 42 über den Rhein bei Duisburg. Die beiden innerstädtischen Rheinüberquerungen sind ebenso gut frequentiert und die Bundesstraße 288 von Uerdingen in den Duisburger Süden bietet während der Rush-Hour auch schon mal nur Schleichverkehr. Die Rheinfähre Walsum-Orsoy erlebte im letzten Herbst während der gleichzeitigen Sperrung und Einschränkung der Neuenkamper und der Baerler Autobahnbrücken einen Rekordumsatz, bei der Nutzung der Brücke der Solidarität oder der Friedrich-Ebert-Brücke mussten Pendler bis zu dreieinhalb Stunden mehr Fahrzeit einplanen. Alle Brücken weisen Schäden auf, der Neubau der Brücke Neuenkamp aus 1970 soll 2020 starten, die Fertigstellung des ersten Brückenteils ist für 2023 und des Zweiten für 2026 geplant.

Aber der achtspurige Ausbau der A40 wird für den steigenden Transitverkehr zwischen West- und Osteuropa nicht reichen, prognostiziert ein bisher noch nicht öffentlich aufgetretenes Konsortium aus 75 einflussreichen Unternehmen und 42 Wirtschaftsfachleuten vom Niederrhein und dem westlichen Ruhrgebiet. „Die schon fast turnusmäßigen jährlichen Fahrbahnreduzierungen und –sperrungen zur Brückenreparatur, aber auch der Stau-Gau vor wenigen Monaten sowie die Schiffshavarie mit einem Brückenpfeiler an Weihnachten zeigen deutlich, welche Mehraufwendungen durch den Privat- und Güterkehr täglich die Volkswirtschaft schädigen“, erklärt Frank Volkmann, Ressortleiter Kommunikation der im Juli 2017 gegründeten „ÖkÖkTransRheinRuhr“ (ÖÖTRR), bei der Pressevorstellung am Gründonnerstag. „Die Kapazitätssteigerung der A40 auf vermutete 115.000 Fahrzeuge darunter 15 Prozent LKW in 2030 täglich, ist nach unserer Expertise sehr unwahrscheinlich. Wir gehen von mindestens 200.000 Fahrzeugen mit einem Güterkraftverkehr von 40 Prozent für die Strecke Venlo ins westliche Ruhrgebiet aus, da es immer noch keine Pläne gibt, die Güter auf die Schiene zu bekommen. Für alle 5 Rheinbrücken in Duisburg haben wir schon für 2025 Verkehrsbewegungen von 400.000 bis 500.000 Fahrzeugen täglich errechnet“, verdeutlicht Volkmann auch sein Unverständnis, dass im Duisburger OB-Wahlkampf Herbst 2017 nur der Kandidat Thomas Wolters die Brückenproblematik thematisiert hat.

Die ÖÖTRR plant deswegen alternative, privatwirtschaftlich gebaute Transitquerungen unter dem Rhein, ökonomische und ökologische Aspekte sollen berücksichtigt werden. In den nächsten zwei Wochen werden die Vorhaben in den entsprechenden Landes- und Bundesministerien vorgestellt. Das Konsortium plant die Fertigstellung von 8 autonomen Tunnelröhren von Duisburg-Rheinhausen zum Autobahnkreuz Duisburg für April 2022 und eine 6-röhrige Untertunnelung soll von Walsum mit Abzweigungen nach Rheinberg-Budberg und Duisburg-Baerl Ende 2022 fertig sein. Der Rheintunnel Duisburg-Süd/Krefeld-Uerdingen mit 4 Fahrbahnen parallel zur B228 wird per Vorschubtechnik bis 2024/25 gegraben. Mit einer Abzweigung nach Meerbusch ist nicht vor 2027 zu rechnen „Wir werden mit den Investitionskosten für alle drei Tunnelstrecken mit einer Gesamtlänge von 23 km unter den Baukosten von 800 Millionen Euro für die A40-Brücke liegen, da wir bei den beiden nördlichen Tunneln auf Sohlen und Streben in 40 bis 75 Meter Tiefe aus dem Bergbau zurückgreifen können“, benennt der ÖÖTRR-Sprecher als wichtigen ökonomischen Grund. „Bei den Nordtunneln wird jeweils die Hälfte der Röhren mit Förderbändern ausgestattet, auf die die Fahrzeuge ähnlich wie in eine Waschstraße fahren können. Im Regelbetrieb laufen die Bänder mit 70 km/h und wir können CO2 und NO2 um 35 bis 40 Prozent reduzieren. Zudem werden die Abgase in die vorhandenen Bergwerksstollen geleitet“, so Volkmann über die ökologischen Vorteile.

Die voraussichtlichen Mautgebühren zur Tunnelnutzung werden nach heutigem Preisniveau bei den beiden längeren Strecken im Norden bei 5 Euro pro Fahrt (hin und zurück) liegen, im Süden bei 3,80. Monatskarten könnten zwischen 80 und 130 Euro liegen.

Christian Voigt/LokalKlick

 

Auch wenn der ein oder andere Kommentar in den verschiedenen Facebook-Gruppen sehr positiv ausfiel, hier war natürlich “Münchhausen-Voigt​” zum 1. April am Werke … 😉 Danke an meinen Freund Frank Volkmann​, der gerne als Kommunkationsbeauftragter der “ÖÖTRR” mitgespielt hat 😉 Die kleine Lügengeschichte basiert aber auf einen wahren Hintergrund: Thomas Wolters​ hat im Duisburger OB-Wahlkampf über Lösungen zur Stauproblematik wie z.B. zusätzliche Fährlinien oder Einsatz von Pontonbrücken der Bundeswehr quergedacht und OB Sören Link​ aufgefordert, einen Krisenarbeitskreis einzurichten.

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