(Symbolfoto)
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Mülheim/Duisburg. Zur ersten Kundgebung der Seebrücke Duisburg am 4. August kamen rund 400 Menschen. Nun soll eine Großdemonstration am 1. September ab 17 Uhr vom Ludgeriplatz in Neudorf bis zum Innenhafen Solidarität mit den Geflüchteten und Seenotretter*innen im Mittelmeerraum demonstrieren. Das Motto: EUROPEAN PROTESTS – Build Bridges not Walls!

Die Duisburger Großdemonstration wird von der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch, dem Flüchtlingsrat NRW sowie den Seebrücken-Teams aus Wuppertal, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Mülheim und vielen anderen Organisationen unterstützt. So wird Alina Krobok, eine der Sprecher*innen von Sea-Watch, über die Arbeit der Seenotretter*innen berichten, Geflüchtete werden die Geschichte ihrer Flucht erzählen. Mehrere Aktionen in denen Orange, die Farbe der Seebrücke, das verbindende Element ist, sollen für Aufmerksamkeit bei den Duisburger Bürgern sorgen.

„Duisburg ist eine multikulturelle Stadt. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich seit Langem ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe“, sagt Constanze Bohmann, eine der Aktiven der Duisburger Seebrücke. „Wie in Bonn, Köln, Düsseldorf, Berlin und Potsdam fordern wir daher die Stadt Duisburg auf, unsere Stadt zu einem sicheren Ort für Geflüchtete zu machen. Mit dem größten Binnenhafen der Welt könnte die Stadt Duisburg symbolisch Teil der #Seebrücke werden und sich solidarisch mit den Geflüchteten und Seenotretterinnen und Seenotrettern zeigen, indem sie aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge aufnimmt.“

Schon für den 25. August 2018 um 11:00 Uhr ist am Kurt-Schumacher-Platz eine gemeinsame Demonstration in Mülheim an der Ruhr geplant. Die Initiative übernahmen überparteiliche Bürger*innen, “die nicht dabei zuschauen wollen, wie durch das Handeln gewählter Politiker*innen Europas, Grundsätze der Menschlichkeit verletzt werden und dadurch Menschen bei ihrer Flucht ums Leben kommen.”

Laut UNHCR sind allein im Juni und Juli dieses Jahres über 850 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken, seit Januar 2018 waren es über 1.500 Menschen. Fast alle Schiffe von privaten Rettungsorganisationen wurden in Häfen festgesetzt. Denen, die Geflüchtete in Seenot aufnehmen, wird das Einlaufen in die Häfen verwehrt, sie werden verhaftet, festgesetzt, kriminalisiert. Die Behörden der EU-Staaten blockieren systematisch die private Seenotrettung. “Politiker, wie Horst Seehofer, Matteo Salvini und Sebastian Kurz, nehmen mit ihrer Politik den Tod von Menschen in Kauf. Dem müssen wir uns mit einem klaren Zeichen entgegensetzen”, so die Mülheimer Organisatoren. “Mülheim an der Ruhr ist Unterzeichnerin der „Europäischen Charta für Menschenrechte in der Stadt“. Gerade dies sollte uns Mülheimerinnen und Mülheimer an diesem Tag verpflichten, gemeinsam auf die Straße zu gehen.”

In den letzten Wochen mobilisierte die Bewegung SEEBRÜCKE bereits über 70.000 Menschen in mehr als 100 Städten auf die Straßen Deutschlands und darüber hinaus. Viele weitere Proteste und Aktionen sind bereits angekündigt.

Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, die von verschiedenen Initiativen und Privatpersonen getragen wird. Sie solidarisiert sich mit Geflüchteten und Retter*innen im Mittelmeerraum und fordert sichere Fluchtwege und -häfen, die Entkriminalisierung der Seenotrettung und Bewegungsfreiheit für alle Menschen. SEEBRÜCKE ruft dazu auf, Orange als Zeichen der Solidarität zu tragen – die Farbe der Rettungswesten.

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