Wer echte Kerzen verwendet sollte den Raum nicht verlassen, ohne sie vorher zu löschen. Kommt es dennoch zum Brand, können bereitgestellte Löschmittel wie Blumensprüher, Wasserlöscher oder ein Eimer Wasser helfen, die Ausbreitung zu verhindern (Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister)
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Düsseldorf. In der Adventszeit bis ins neue Jahr kommt es durch Kerzen, elektrische Lichter sowie Unachtsamkeit immer wieder zu Bränden. So verzeichnet die Feuerwehr jedes Jahr im Dezember Brände, die durch Weihnachtsdekoration entstanden sind. “Brennende Kerzen dürfen niemals aus den Augen gelassen werden. Der Umgang mit dem offenen Feuer sollte immer mit entsprechendem Respekt erfolgen”, appelliert Feuerwehrchef David von der Lieth. “Niemand soll in der besinnlichen Zeit auf geschmückte Kränze und Gestecke verzichten. Damit es ein besinnliches Weihnachtsfest bleibt, sind jedoch der richtige Umgang mit der Weihnachtsdekoration und das Berücksichtigen einiger Sicherheitsaspekte grundlegend”, ergänzt der Branddirektor.

Die Feuerwehr Düsseldorf weist jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auf die erhöhte Brandgefahr hin. Leider kommt es gerade zum Ende der Weihnachtstage alle Jahre wieder zu kritischen Situationen. “Die Adventskränze, Weihnachtsbäume und Tischdekorationen sind nach Tagen, teils sogar nach Wochen in den Wohnzimmern richtig ausgetrocknet”, führt Tobias Schülpen von der Düsseldorfer Feuerwehr aus. “Jeder muss sich dieser Gefahr bewusst sein. Denn nur wer gut vorbereitet ist und den nötigen Respekt beim Umgang mit den Kerzen hat, kann die Weihnachtszeit gefahrlos genießen”, erklärt Schülpen.

Meist zum Ende der Adventszeit kommt es immer wieder zu größeren Bränden. Wie gefährlich Adventsgestecke und Weihnachtsbäume – besonders mit echten Kerzen – sein können, belegen die Zahlen aus dem letzten Jahr; in den Klammern sind die Zahlen von 2016 zu finden. Die Einsatzzahlen zur Weihnachtszeit sind leicht rückläufig: Vom 1. Dezember 2017 bis zum Dreikönigfest am 6. Januar 2018 rückte die Düsseldorfer Feuerwehr zu insgesamt 422 (437) Brandeinsätzen aus. Rund 54 (75) dieser Einsätze standen im Zusammenhang mit Weihnachtsdekoration oder Silvesterartikeln.

Einsatzbeispiele des Jahres 2017
Ein brennendes Adventsgesteck meldete eine 77-Jährige über die Notrufnummer 112 der Feuerwehr Düsseldorf am 19. Dezember gegen 15.40 Uhr. Als die ersten Einheiten bereits drei Minuten später vor Ort eintrafen, hatte die Bewohnerin erste Löschversuche unternommen und sich dabei am gesprungenen Glastisch verletzt. Nach einer medizinischen Erstversorgung kam sie ins Krankenhaus. Die Feuerwehr führte noch Nachlöscharbeiten durch und befreite die Wohnung vom Brandrauch. Der Sachschaden blieb auf den Glastisch beschränkt.

Am frühen Abend des 22. Dezembers geriet ebenfalls ein Adventskranz in Brand. Nur durch das umsichtige Handeln eines 66-jährigen Nachbarn konnte eine 98-Jährige aus der verrauchten Wohnung gerettet werden. Dabei verletzten sich beide und mussten nach der Versorgung durch den Rettungsdienst mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus transportiert werden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr brachten die Flammen schnell unter Kontrolle und konnten damit den Sachschaden gering halten.

Anfang Januar kam es in Flingern zu einem Wohnzimmerbrand, der durch einen brennenden Tannenbaum ausgelöst wurde. Dabei rettete die Feuerwehr insgesamt sechs Bewohner vom Balkon der brennenden Wohnung im vierten Obergeschoss – alle kamen mit dem Schrecken davon. Zeitgleich löschten weitere Einsatzkräfte den Brand. Die Wohnung war nach dem Feuer nicht mehr bewohnbar. Es entstand ein Schaden von rund 70.000 Euro.

Tipps der Feuerwehr für die Advents- und Weihnachtszeit
Geschmückte Kränze und Gestecke sind schön anzusehen, aber leider auch “brandgefährlich”. Schleifen, Engelshaar oder gebastelte Sterne zieren viele Weihnachtsdekorationen. Echte Kerzen stecken mitten in brennbaren Kränzen, Bäumen und Gestecken. Nur einen kurzen Moment nicht aufgepasst und schon fällt der Baum um oder ein Windstoß streift die Gardine über die brennende Kerze. Wer echte Kerzen verwendet, sollte den Raum nicht verlassen, ohne vorher die Kerzen zu löschen. Auch ein bereitgestelltes Löschmittel, wie ein Blumensprüher, ein Eimer gefüllt mit Wasser oder ein Wasserlöscher, dürfen nicht fehlen.

Ein weihnachtliches Gesteck mit echten Wachskerzen sollte folgende Eigenschaften und Voraussetzungen erfüllen:

  • Adventskränze und Gestecke im Geschäft gut prüfen: Nadeln die Zweige bereits, sollte nach frischer Ware gefragt werden.
  • Wer selbst bastelt, sollte möglichst frisches, selbst geschnittenes Tannengrün verwenden.
  • Keine Steckschwämme verwenden, da diese wie Zunder brennen.
  • Ein Drahtgeflecht ist zwar teurer, brennt dafür jedoch nicht.
  • Unter den Kerzen gehört ein Tropffang aus Metall mit Steckdorn, damit die Kerzen sicher befestigt werden können.
  • Auf hinreichend Abstand zwischen Tannengrün und Accessoires zu den Kerzen muss geachtet werden.
  • Vertrocknetes Grün rechtzeitig aus den Gestecken herausnehmen.

Tipps im Hinblick auf Weihnachtsbaum und Lichter

  • Der Baum sollte möglichst frisch sein. Schon beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass er noch nicht rieselt. Bäume mit Wurzel bleiben wesentlich länger frisch. Der Baumständer muss mit Wasser gefüllt werden.
  • Schwere Baum- oder Kerzenständer erhöhen die Standfestigkeit.
  • Der Christbaum sollte auf einer sicheren, nicht brennbaren Unterlage aufgestellt werden.
  • Standorte in unmittelbarer Umgebung von brennbaren Gegenständen wie Gardinen sollten vermieden werden.
  • Bei echten Wachskerzen im Baum gilt: Kerzenhalter mit nicht brennbarem Tropffang verwenden. Fest, standsicher und nicht zu nah an benachbarten Ästen platzieren. Möglichst schwer entflammbaren Weihnachtsschmuck anbringen. Kerzen nicht zu weit herabbrennen lassen. Kerzen immer von oben nach unten anzünden und niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.
  • Menschen, die einen Baum mit echten Kerzen bevorzugen, sollten ein Löschmittel bereitstellen. Für Gestecke und Kränze reicht ein Blumensprüher. Für Tannenbäume sollte ein Wasserlöscher oder ein mit Wasser gefüllter Eimer bereitstehen.
  • Wer elektrische Lichter verwendet, sollte beim Kauf der Lichterkette auf das CE- und GS-Zeichen achten. Wer die Wohnung verlässt, sollte den Netzstecker der Lichterkette ziehen.

Tipps zu Fondue oder Tischgrill
An den Feiertagen ist es sehr beliebt, im Kreise der Familie bei Fondue oder Raclette zusammenzusitzen. Von den dabei verwendeten Töpfen, die mit heißem Fett gefüllt sind, geht dabei eine besondere Gefahr aus. Schon bei der Vorbereitung ist mit der notwendigen Vorsicht zu agieren. Überhitzt der Topf beim Erwärmen auf dem Herd, kann das Fett rasch anfangen zu brennen. Fettbrände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden. Das Wasser verdampft dann schlagartig und löst dabei eine gewaltige Fettexplosion aus. Schwerste Verbrennungen der Haut wären das Resultat und es kann schnell zu einem Wohnungsbrand kommen. Daher empfiehlt die Feuerwehr Düsseldorf:

  • Den Topf mit dem heißen Fett kippsicher auf eine feuerfeste Unterlage stellen.
  • Niemals Spiritus in das Rechaud des Fondues/Tischgrills nachgießen, wenn der Behälter noch heiß ist.
  • Generell ist Brennpaste wesentlich sicherer als der leichtentzündliche Spiritus.
  • Niemals Benzin, Feuerzeugbenzin oder ähnliche Brennflüssigkeiten verwenden. Denn dabei besteht Explosionsgefahr.
  • Fett oder Öl niemals überhitzen, ansonsten kann es sich entzünden.
  • Überhitztes und brennendes Fett/Öl nie mit Wasser löschen, denn dann besteht die Gefahr einer Fettexplosion. Die Flammen sollten mit einem passenden Topfdeckel oder ähnlichem erstickt werden.
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