Trotz Unverträglichkeiten gut und lecker leben – VHS und Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen informieren über Unverträglichkeiten (Foto: Fotolia)
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Oberhausen. Von Brot bekommt man Bauchschmerzen, Milch schlägt auf den Magen und Obst ist nur schwer verdaulich – immer mehr Menschen sind von Intoleranzen auf Gluten (auch Sprue oder Zöliakie genannt), Laktose und Fruktose betroffen.

Lebensmittelunverträglichkeit ist mittlerweile vielen Deutschen ein Begriff und auch in der Medizin wird verstärkt dazu geforscht. Warum immer mehr Menschen an Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, konnte jedoch bisher noch nicht aufgeklärt werden. Forscher vermuten, dass die Zunahme vor allem auf Umwelteinflüsse, wie künstliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln, zurückzuführen ist. „Wir verstehen die Prozesse der Verdauung aber schon viel besser als noch vor fünf Jahren“, weiß Dr. Ingo Böcker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen. „Heute wissen wir: Bei Betroffenen fehlt im Dünndarm ein Enzym, das Kohlehydrate wie Laktose und Fruktose spaltet.“ Das Problem: Stattdessen übernehmen Bakterien die Zersetzung. Der Körper kann die Nährstoffe so aber nicht aufnehmen. Blähungen, ein aufgedunsener Bauch, Bauchkrämpfe und Durchfall bis hin zu Mangelerscheinungen und Blutarmut sind die Folge.

Eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz erkennt man durch einen Atemtest. Der sicherste Weg, um eine Zöliakie festzustellen, ist eine Magenspiegelung. „Durch ein modernes Videoendoskop – quasi eine Kamera mit Greifarm – können wir kleinste Veränderungen des Magen-Darm-Traktes erkennen und Gewebeproben an sonst schwer zugänglichen Stellen entnehmen“, erklärt der Gastroenterologe. Wurde die Diagnose erst einmal gestellt, müssen Betroffene eine strikte Diät einhalten. „Aber auch damit lässt es sich gut und lecker leben“, beruhigt Böcker. „Es gibt mittlerweile eine ziemlich große Auswahl an Alternativprodukten, Enzyme in Tablettenform, die kurzfristig helfen, und mit ein bisschen Glück erholen sich die Darmzotten durch den Verzicht auf Fruktose bzw. Laktose sogar.“ Bei einer Glutenunverträglichkeit ist das allerdings nicht möglich. Hier hilft nur ein lebenslanger Verzicht.

Wer mehr über Lebensmittelunverträglichkeiten erfahren möchte, kann dies im Vortrag der Volkshochschule Oberhausen (VHS) in Kooperation mit der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen am Mittwoch, 9. Oktober 2019, ab 18.30 Uhr im Bert-Brecht-Haus, Raum 330a, Langemarkstr. 19-21, tun. Um Voranmeldung bei der Volkshochschule unter 0208 825 2385 wird gebeten.

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