(Foto: privat)
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Düsseldorf. So helfen zentren plus, Tagesstätten & Co.

In der Diakonie sind zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, um Hilfen für die Schwächsten in der Corona-Krise aufrechtzuerhalten. Wir haben uns telefonisch in den Einrichtungen umgehört wie die Menschen mit der Krise umgehen, was sie gegen den Lagerkoller tun und welche Dinge jetzt dringend benötigt werden.

Tagesstätte Shelter
Luca Scholten lebt seit mehreren Monaten auf der Straße. Das Shelter, die Tagesstätte für Wohnungslose der Diakonie in der Altstadt, ist seitdem sein Dreh- und Angelpunkt. „Hier kann ich mich ausruhen, es ist warm und ich bekomme etwas zu essen“, sagt er. Er ist froh, dass das Shelter in der Corona-Krise im Notbetrieb geöffnet hat. Für die Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel kann nur eine kleine Anzahl Menschen die Räume für einen gewissen Zeitraum betreten, hat er großes Verständnis. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr vernünftig. Es ist jetzt wirklich wichtig, ausreichend Abstand zu halten.“ Gut findet er auch, dass er im Shelter jetzt täglich eine kostenlose, warme Mahlzeit bekommt. Möglich gemacht hat das unter anderem das Unternehmen Frankonia (Andreasquartier), das dem Shelter nun jeden Tag bis zu 50 Mahlzeiten zur Mittagszeit liefert, um die Hauswirtschaft zu entlasten. Eine tolle Sache, findet Scholten: „In der Altstadt ist ja nichts mehr los. Es gibt niemanden mehr, der einem mal ein paar Cent zusteckt.“ Positiv sieht er auch, dass nun weitere Notunterkünfte öffnen, obwohl er so lange das möglich ist, in seinem Zelt übernachten möchte. „Ich bin einfach froh zu wissen, dass es einen Platz gibt, wo ich im Fall der Fälle unterkommen kann.“

zentren plus
Bei der zentralen Nothilfe-Hotline (Tel. 0211 9 96 39 33) der zentren plus der Diakonie, die täglich von 10 bis 14 Uhr besetzt ist, gehen derzeit jede Menge anrufen ein“, berichtet Margit Risthaus, Leiterin des zentrum plus in Benrath. „Den einen fehlt der Kontakt zu Angehörigen, die anderen haben finanzielle Sorgen oder suchen dringend jemanden, der für sie die Einkäufe erledigt, weil sie zur sogenannten Risikogruppe gehören, die jeden Kontakt zu Außenstehenden meiden soll, um sich nicht mit dem Corona-Virus zu infizieren.“ Risthaus und ihre Kolleginnen und Kollegen nehmen sich allen Anruferinnen und Anrufern an: Spenden Trost, wenn ein Mensch einsam ist, unterstützen ältere Menschen, die in finanziellen Nöten sind, zum Beispiel mit Zuschüssen zum Mittagessen vom Lieferdienst, oder vermitteln Kontakte zu freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Nachbarschaft, die für ältere Menschen einkaufen gehen und die Einkäufe vor deren Tür abstellen. „Es ist gut zu sehen, dass so viele Menschen bereit sind, ältere Menschen in dieser Krise zu unterstützen“, sagt Risthaus. „Toll ist aber auch, zu merken, wie gefasst die älteren Menschen mit der jetzigen Situation umgehen und wie dankbar sie für die Hilfe sind – so groß die Sorgen auch sind.“

Stammhaus Kaiserswerth
„Ob ich mich langweile? Ach was!“, sagt Karin-Ursula Volckmann. „Es gibt ja trotzdem genug zu tun. Und wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, kann ich immer noch in den Garten gehen. “ Die 83-Jährige lebt im Stammhaus Kaiserswerth der Diakonie Düsseldorf. Um zu vermeiden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich mit dem Corona-Virus infizieren, können diese derzeit keinen Besuch von Angehörigen bekommen und auch den Garten nur abwechselnd betreten. Zu gefährlich ist das Virus für ältere Menschen. Damit die Sehnsucht nach den Angehörigen nicht zu groß wird, helfen Mitarbeitende wie Veronika Großmann vom Sozialen Dienst des Stammhauses Kaiserswerth den Bewohnerinnen und Bewohnern dabei, per skype Kontakt zu den Angehörigen zu halten. Für Karin-Ursula Volckmann sind die Sicherheitsvorkehrungen deshalb auch noch lange kein Grund für schlechte Laune. „Wir sind hier alle guten Mutes. Was nicht geht, das geht eben nicht. Die Gesundheit geht vor.“

Kita Hochstraße
Es ist ruhig geworden in der Kita Hochstraße: Normalerweise wuseln hier 59 Kinder durch die Räume. Derzeit sind deutlich weniger da. Ihre Eltern arbeiten in der kritischen Infrastruktur, zu der beispielsweise Polizei und Pflegeberufe gehören. Deshalb dürfen sie trotz Corona-Schließung weiter in die Kita gehen. „Die Eltern geben wirklich ihr Bestes, um andere Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder zu finden“, erzählt Verena Borgmann, Leiterin der Kita. Bei etwa jeder zweiten Kita der Diakonie werden sogar alle Kinder zu Hause betreut. „Die Stimmung ist gut und die Kinder selbst fühlen sich pudelwohl“, berichtet Borgmann. „Sie dürfen sich auf dem Außengelände austoben und haben den Turnraum quasi für sich.“ Die Erzieherinnen und Erzieher können sich aktuell viel Zeit für die einzelnen Kinder nehmen und das Tagesprogramm ganz nach deren Wünschen ausrichten. Und wenn alle Kinder gerade beschäftigt sind, werden all die Arbeiten erledigt, für die im Alltag zu wenig Zeit ist, wie extragründliches Aufräumen oder Streichen. „Wir bleiben flexibel und machen das Beste daraus“, schließt Borgmann.

Friedrich-Naumann-Haus
Morgens, mittags und abends desinfiziert ein Bewohner seit Beginn der Corona-Krise die Türklinken, Armaturen oder Tischplatten im Friedrich-Naumann-Haus. In der Einrichtung der Diakonie leben junge Männer, die Schwierigkeiten haben, alleine zu recht zu kommen. Der 28Jährige ist vor sieben Monaten eingezogen und nimmt seine Aufgabe sehr ernst: „Ich habe keine Angst, selbst zu erkranken. Ich mache mir aber große Gedanken um ältere Menschen, die zur Risikogruppe gehören“, sagt er. Deshalb hält er sich auch an die neu aufgestellten Regeln im Haus. Dazu zählt auch, dass er und seine Mitbewohner das Haus derzeit nur zu zweit und in Ausnahmefällen verlassen können, etwa um für das gemeinsame Mittagessen einkaufen zu gehen. In der derzeitigen Situation ein Kraftakt. Denn die Regale sind häufig leer. „Dann müssen wir flexibel sein und gucken, was es sonst so gibt“, sagt er. Was ihm fehle, sei der Gang ins Fitnessstudio. Aber Zum Glück gebe es im Friedrich-Naumann-Haus genügend tagesstrukturierende Angebote, so dass keine Langeweile aufkomme. Eine Mitarbeiterin biete zum Beispiel Autogenes Training an – das sei gerade hoch im Kurs. Lagerkoller komme deshalb nicht auf – auch nicht bei seinen Mitbewohnern. „Wir gehen damit alle positiv um“, sagt er.

Mehr Informationen zu allen Hilfsangeboten der Diakonie gibt es unter www.diakonie-duesseldorf.de

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