Dr. Thomas Jablonski, Geschäftsführer der WFG Kreis Viersen (Foto: Marc Jones)
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Kreis Viersen. Kurz vor den Sommerferien hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Kreis Viersen eine erste Bilanz zur Coronakrise gezogen. Danach hat es im April einen spürbaren Umsatzrückgang für den Industriestandort Kreis Viersen gegeben. Die Gesamtumsätze lagen laut IT.NRW um rund 21 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dieser Wert entspricht etwa dem Landesdurchschnitt NRW. Im Kreis Viersen ist dies insbesondere auf die Auslandsumsätze zurückzuführen, die um 25 Prozent unter dem dem Wert von April 2019 lagen. Die Inlandsumsätze gingen um rund 14 Prozent zurück.

 

9162 Unternehmen im Kreis Viersen haben die Corona-Soforthilfe des Landes NRW in Anspruch genommen. Gestaffelt nach Firmengröße erhielten die Unternehmen 9000, 15000 oder 25000 Euro ausgezahlt. „Das war eine sehr gute Unterstützung für die Wirtschaft, auch wenn es an einigen Stellen geknirscht hat“, sagt WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski.

 

Er spielt damit auf die sich häufig ändernden Förderrichtlinien und Betrugsversuche an. „Unsere Mitarbeiter waren rund um die Uhr für die Unternehmen ansprechbar, um beim Abruf der Soforthilfe zu beraten“, sagt Dr. Jablonski. Dabei waren sie nicht nur informierende Stelle und Bindeglied zwischen dem Ministerium und den Wirtschaftsförderern vor Ort in den Städten und Gemeinden des Kreises, sondern auch eine Art „Kummerkasten“ für die Unternehmen, die ihren Frust über die wirtschaftliche Situation loswerden wollten. Gerade Gastronomie- und Tourismusbetrieben stand und steht das Wasser bis zum Hals. Dabei unterstützte die WFG die Firmen auch bei Sprachproblemen. Dr. Jablonski betont in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsförderern vor Ort: „Ohne deren Unterstützung wäre die Beratung nicht zu leisten gewesen.“ In Sachen Soforthilfe unterstützte die WFG die Unternehmen auch mit dem neuen digitalen Informationsformat „WFG connected“. Dabei lädt die WFG Unternehmensvertreter zu einem Videochat zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen ein.

 

Wie sich die Wirtschaft entwickeln wird, ist noch unklar. Derzeit befinden sich nach Schätzungen rund 40 Prozent der Beschäftigten im Kreisgebiet in Kurzarbeit. Dr. Jablonski rechnet damit, dass sich im Herbst klarere Trends abzeichnen werden. Für den Kreis spricht der breite Unternehmens- und Branchenmix mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen; so ist man nicht abhängig von einer Firma oder einer Branche. Und noch ein Punkt stimmt den WFG-Geschäftsführer hoffnungsfroh: „Die Nachfrage nach Existenzgründungsberatungen in unserem Startercenter im Technologiezentrum Niederrhein in Kempen ist in der Coronakrise nicht zurückgegangen.“

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