Fachkräftesicherung war das Thema des Forum Mittelstand in der Burg Brüggen. Unser Foto zeigt (v.l.) Dr. Thomas Jablonski (WFG Kreis Viersen), David Bergens (Pix Software), Guido Schmidt (Gemeinde Brüggen), Prof. Dr. Thomas Merz (Moderator), Dr. Bettina Rademacher-Bensing (Agentur für Arbeit) und Udo M. Strenge (Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft) (Foto: privat)
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Brüggen. Das erste Forum Mittelstand seit der Coronakrise beschäftigte sich mit dem Thema „Fachkräftesicherung in Covid-19-Zeiten“

„Ich freue mich, nach Monaten von Online-Veranstaltungen endlich wieder eine Präsenzveranstaltung moderieren zu dürfen.“ Mit diesen Worten begrüßte Prof. Dr. Thomas Merz (IST-Hochschule Düsseldorf) die Gäste des Forum Mittelstand, die in den Kultursaal der Burg Brüggen gekommen waren. Der war nach den aktuellen Hygieneregeln hergerichtet, die Besucherzahl auf 30 begrenzt worden. Guido Schmidt, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Brüggen, freute sich über das große Interesse trotz Coronakrise: „Das zeigt auch, welch hochspannende Themen die Veranstaltungsreihe immer wieder zu bieten hat.“

 

Veranstaltet wird das Forum Mittelstand vom Technologiezentrum Niederrhein (TZN) und der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft (IMW). Das Impulsreferat zum Thema „Fachkräftesicherung in Covid-19-Zeiten“ hielt Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Krefeld/Kreis Viersen. Sie zeigte auf, dass durch die Pandemie vor allem Branchen wie Gastronomie, Hotellerie und Tourismus, aber auch der Kunst- und Kulturbereich betroffen seien. Durch das erfolgreiche Instrument Kurzarbeit seien die Arbeitslosenzahlen nicht so stark gestiegen wie befürchtet. Die Dimensionen machte sie deutlich mit einem Vergleich zur Wirtschaftskrise 2010: Damals waren 1,4 Millionen Menschen in Kurzarbeit, jetzt waren es bis zu acht Millionen Menschen. Zeitweilig sei jedes dritte Unternehmen in Krefeld und dem Kreis Viersen betroffen gewesen.

 

Doch während sich die Pandemie abschwächen werde, sei der Facharbeitermangel chronisch. So gehen in den nächsten fünf Jahren im Kreis Viersen über 12000 Fachkräfte in Rente. „Hier muss man etwas tun, das kann der Markt nicht allein regeln“, betonte Rademacher-Bensing. Neben Integration und qualifizierter Zuwanderung gehe es um Ausbildung, Qualifizierung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir steuern auf einen Arbeitnehmermarkt zu, die Arbeitgeber müssen sich besser darstellen und auf sich aufmerksam machen.“

 

Das unterstrichen auch der Unternehmer David Bergens (Pix Software Niederkrüchten) und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Kreis Viersen, Dr. Thomas Jablonski. Bergens hat die Initiative „Arbeiten, wo du wohnst“ ins Leben gerufen. Er hielt ein Plädoyer für das Handwerk; dort werde eine gute Ausbildung geboten, dafür müsse man junge Menschen mehr begeistern. Eine Internetseite zu haben, reiche für Unternehmen nicht mehr aus, sagte Jablonski. Es sei wichtig, dass die Hidden Champions der Region in besseres Licht gerückt werden, damit sie wahrnehmbarer werden. „Das ist ein Kernthema der WFG.“ Dazu trage auch das gemeinsame Mentoring-Programm mit der IST-Hochschule Düsseldorf bei: „Mit diesem Netzwerk bringen wir den Kreis Viersen stärker auf die bundesweite Landkarte und machen ihn attraktiver für Hochschulabsolventen.“

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