Engmaschige Intensivbetreuung auf der Stroke Unit (Foto: privat)
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Moers. Informationen zum Weltschlaganfalltag

„Leider rufen immer noch zu wenig Menschen bei Schlaganfall direkt den Rettungsdienst“, so Prof. Dr. Stefan Isenmann, Chefarzt der Neurologie am St. Josef Krankenhaus, „jeder Schlaganfall ist ein Notfall und Time is brain.“ Häufig wird zu lange gewartet, ob die Beschwerden und Alarmsignale von alleine wieder verschwinden. „Das kann fatale Folgen haben“, so Prof. Isenmann, „hier verstreicht wertvolle Zeit, die uns Ärzten in der Notaufnahme und auf der Schlaganfall-Spezialstation später fehlt.“ Gerade in der heutigen Corona-Zeit beobachtet der Mediziner das zögerliche Verhalten der Betroffenen aus Angst vor Ansteckung. Dabei werden im St. Josef Krankenhaus sehr weitreichende Vorkehrungen getroffen, um den Patienten schnell und zielgerichtet zu helfen und gleichzeitig alle Beteiligten – einschließlich der Behandler und Pflegekräfte – vor Infektionen zu schützen.

Bei einem Schlaganfall sterben durch eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns Nervenzellen unwiederbringlich ab. Daher weist Prof. Dr. Isenmann weist  zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober darauf hin, wie wichtig es für den Verlauf der Krankheit ist, , dass der Patient schon bei Verdacht auf einen Schlaganfall – selbst bei vorübergehenden oder nur geringen Anzeichen – unverzüglich zur ärztlichen Behandlung in ein geeignetes Krankenhaus mit einer neurologischen Stroke Unit gebracht wird. Das St. Josef Krankenhaus verfügt über eine überregional zertifizierte Schlaganfall-Spezialstation, deren Ärzte rund um die Uhr im Einsatz sind und eine besonders intensive Betreuung von Schlaganfallpatienten gewährleisten. Dazu gehören nicht nur die kontinuierliche Überwachung von Blutdruckdruck, Temperatur, Herzschlag und Herzrhythmus, sondern auch eine gezielte medikamentöse Therapie. Die Behandlung beginnt allerdings schon unmittelbar in der Notaufnahme: mit klinischer Untersuchung, Bildgebung des Kopfes, gezielter Gefäßdarstellung und, wenn nötig und möglich, der Eröffnung verschlossener Blutgefäße im Gehirn mit Medikamenten oder einem Katheter.

In jedem Jahr gibt es allein in der Bundesrepublik ca. 250.000 Schlaganfallpatienten. Das Risiko eines Schlaganfalls steigt mit dem Lebensalter, jedoch können auch jüngere Menschen betroffen sein. Die charakteristischen Anzeichen für einen Schlaganfall beschreibt Prof. Isenmann wie folgt: „Es treten plötzlich neurologische Ausfälle auf, wie zum Beispiel Lähmungen eines Armes oder auch einer kompletten Gesichtshälfte, Störungen beim Gehen oder auch Sprach- oder Sehstörungen.“

Eine Hilfe zur Erkennung eines Schlaganfalls ist der sogenannte FAST-Test, mit dem sich der Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen lässt. „FAST setzt sich aus den englischen Begriffen face, arms, speech und time zusammen“, erklärt der Chefarzt, „dazu bitten Sie die Person zu lächeln: falls der Mundwinkel herabhängt, deutet dies auf eine Lähmung hin. Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken mit nach oben gerichteten Handflächen. Bei einer Halbseitenlähmung sinkt ein Arm ab oder dreht sich um. Beim Punkt speech handelt sich sich gegebenfalls um eine Sprachstörung. Wenn es dem Patienten nicht gelingt, einen einfachen Satz nachzusprechen, liegt hier wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.“

Sollte eines der beschriebenen Symptome vorliegen, so ist es extrem wichtig, unverzüglich die Notfallnummer 112 zu wählen und den Schlaganfallpatienten ins Krankenhaus bringen zu lassen. Je schneller die Behandlung erfolgt, um so mehr können schwere Behinderungen vermieden werden.

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