Der Blitzer auf dem Grünstreifen der Uerdinger Straße erfasst unrechtmäßig durchfahrende Lkw (Foto: Stadt Meerbusch)
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Meerbusch. Nächster Schritt im über zehn Jahre langen Kampf gegen illegalen Lkw-Durchfahrtsverkehr in Lank-Latum und Nierst

Derzeit saniert die Stadt Meerbusch den Kreisverkehr am Knotenpunkt Uerdinger Straße, Robert-Bosch-Straße in Lank-Latum. Dabei geht es aber nicht nur um den Kreisverkehr als solchen, sondern auch um die Zufahrt zum Gewerbegebiet In der Loh über die Robert-Bosch-Straße. Diese wird – wenn der Kreisverkehr fertig saniert ist – mit Betonquadern verengt und dann zur Einbahnstraße umfunktioniert. Dazu muss die Einmündung in den Kreisverkehr noch bis voraussichtlich 15. Januar gesperrt bleiben.

Die Einbahnregelung ist der neueste Schritt im Rahmen des umfangreichen Maßnahmenpakets, das die Stadt seit dem Jahr 2010 schnürt, um den unzulässigen Lkw-Durchfahrtsverkehr durch Lank-Latum in Richtung Krefelder Hafen zu unterbinden oder zumindest zu erschweren. Dabei gilt es, die Interessen der lärmgeplagten Anwohner der Uerdinger Straße und die Belange der im Gewerbegebiet In der Loh ansässigen Unternehmen “unter einen Hut zu bringen” – ein überaus schwieriges Unterfangen, das mit ständiger Abwägung gegenläufiger Interessen verbunden ist.

Neu ist: Wenn die Sanierung des Kreisverkehrs abgeschlossen und die Einbahnstraßenregelung in Kraft getreten ist, können Lkw von der Robert-Bosch-Straße nicht mehr nach rechts Richtung Krefeld weiterfahren. Hintergrund: Ende November wurde an der Uerdinger Straße der neue “Traffi-Tower“, ein fest installierter Lkw-Blitzer der Firma Jenoptik, aufgestellt. Durch die Einbahnstraßenregelung ist es nicht mehr möglich, das Gerät durchs Gewerbegebiet zu umfahren. Ein zweiter Blitzer wurde außerdem an der Stratumer Straße in Nierst Richtung Krefeld aufgebaut, um Lkw-Ausweichverkehr zum Krefeld Hafen zu kontrollieren.

Die beiden “Traffi-Tower”, die die Stadt selbst angeschafft hat, messen nicht nur die Geschwindigkeit, sondern erkennen auch die Umrisse von Lastwagen über 7,5 Tonnen. Die Ahndung der Verstöße übernimmt wie bisher der Rhein-Kreis Neuss. Der Lkw-Verkehr vom und zum Gewerbegebiet In der Loh soll von all’ dem unbehelligt bleiben. Die ortsansässigen Firmen können für ihre Lkw und die ihrer Anlieferer Ausnahmegenehmigungen für Fahrten Richtung Krefeld beantragen. Die entsprechenden “Passierscheine” müssen, versehen mit einem Siegel der Stadt, gut sichtbar in der Windschutzscheibe der Lkw angebracht werden.

Zur Vorgeschichte

Das Lkw-Durchfahrtsverbot für Lank-Latum hat der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates bereits im Jahr 2010 beschlossen. Das Hauptaugenmerk lag darauf, den „Routenwiderstand“ zu erhöhen, das heißt die Ausweichstrecke durch den Ort für Lkw-Fahrer, die Richtung Krefelder Hafen abkürzen wollen, unattraktiver zu machen. Zu diesem Zweck wurde die Uerdinger Straße – bis dato Teil der Bundesstraße 222 – zur Stadtstraße herabgestuft. Danach wurde die Fahrbahn durch Kreisverkehre, Radwege, Verschwenkungen, Querungshilfen, Parkstreifen und Baumpflanzungen systematisch verengt. Zusätzliche Schilder weisen die Lkw-Fahrer schon nach Verlassen der Autobahn auf das Durchfahrtsverbot hin. Die Bürgergemeinschaft Meerbusch-Nord durfte Banner mit dem fetten Aufdruck “No trucks” über die Straße spannen. Auch Elektronik wurde eingesetzt: Im Februar 2018 stellten Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und die damalige Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage gemeinsam die erste vom Rhein-Kreis Neuss angemietete, mobile Messanlage auf der Uerdinger Straße vor. Ein Nachteil: Das Gerät wurde auch in anderen Kreiskommen eingesetzt und blieb deshalb nicht dauerhaft vor Ort. Zudem wurde es von den Lkw auf ihrem Weg Richtung Krefeld kurzerhand umfahren, um einem Bußgeld zu entgehen.

Den Lkw-Durchgangsverkehr konnten die konzertierten Aktionen der letzten zehn Jahre nicht unterbinden. Im Gegenteil: Seit sich die restriktiven Maßnahmen unter den Fahrern herumsprachen, weichen die Trucks auf dem Weg zum Hafen auch über Nierst aus – was zu weiteren Problemen führt. Die beiden hochmodernen stadteigenen Blitzer, ergänzt durch die Einbahn-Regelung in der Robert-Bosch-Straße, sollen der vorläufig letzte Schritt sein. Mit Straßen NRW bzw. mit der neuen Autobahn GmbH NRW wird parallel nur noch über Hinweistafeln für Lkw-Fahrer auf der Autobahn selbst verhandelt.

“Ich wünsche mir, dass damit auch die immer noch eingehenden Beschwerden jetzt erstmal abflauen”, so der Technische Dezernent Michael Assenmacher. Wie die jüngsten Maßnahmen wirken, möchten Politik und Verwaltung nun ein halbes Jahr lang beobachten und dann weiter entscheiden.

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