Ministerin Ina Scharrenbach (2.v.r.) eröffnete das digitale Depot im Begas Haus zusammen mit Anna Petra Thomas (rechts) sowie Dr. Rita Müllejans-Dickmann und Kai Louis (von links) (Foto: Heimatverein/Renate Resch)
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Heinsberg. NRW-Ministerin Ina Scharrenbach kommt selbst nach Heinsberg, um das virtuelle Heimatzeugnis-Projekt zu starten

Das Begas Haus, Museum für Kunst und Regionalgeschichte in Heinsberg, hat jetzt ein im Internet dauerhaft sichtbares, digitales Museumsdepot für den Bestand, der nicht in der Dauerausstellung gezeigt werden kann: www.begas-haus.de/depot

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, war am Donnerstag, 25. Februar 2021, selbst im Museum, um für das digitale Depot, das im Rahmen eines Heimatzeugnisses realisiert wird, den Startschuss zu geben.

Begrüßt wurde Ina Scharrenbach im Museum von der Vorsitzenden des Heimatvereins der Heinsberger Lande, Anna Petra Thomas, der Träger des Projekts ist, und von Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann. Beide hatten bei Konzeption und Realisierung eng kooperiert.

Als sie 2017 Vorsitzende des eigentlich vor der Auflösung stehenden Heimatvereins geworden sei, habe sie immer wieder Gerüchte gehört, dass viele historische Objekte aus der Zeit des Kreisheimatmuseums vor dem Wandel zum Begas Haus einfach verschwunden oder gar weggeworfen worden seien, erzählte Anna Petra Thomas. Gleich nach ihrer Wahl hatte sie daher Kontakt zur Museumsleiterin gesucht und erfahren, dass sich der Großteil der regionalgeschichtlichen Sammlung wohlbehütet in einem Depot befindet. Schon wenige Monate später entwickelten beide gemeinsam ein Konzept für ein digitales Depot, um auch all die aufgrund mangelnder Ausstellungsfläche verborgenen Schätze wieder sichtbar zu machen. Der Heimatverein bewarb sich für ein sogenanntes Heimatzeugnis und erhielt im Juni 2019 den Zuwendungsbescheid für eine 90-prozentige Förderung des Projekts mit Landesmitteln in Höhe von 97.820 Euro.

Die Bestände im Begas Haus, dem Museum für Kunst und Regionalgeschichte in Heinsberg, umfassen weit über 5.000 Objekte, davon die Mehrzahl in der regionalgeschichtlichen Sammlung, knapp 400 in der Sammlung zur Künstlerdynastie Begas. In der Dauerpräsentation sind rund 130 Werke von über vier Generationen der Familie Begas ausgestellt, dazu rund 120 Objekte der regionalen Geschichte.

Dank der Förderung konnten und können jetzt sämtliche eingelagerten Museumsstücke neu fotografiert, inventarisiert, dokumentiert und in einem eigenen, von einer Heinsberger Agentur gestalteten Internetauftritt gezeigt werden. Alle Fotoaufnahmen wurden und werden im Rahmen eines inklusiven Projekts in einem eigens eingerichteten Fotostudio in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg-Oberbruch erstellt. Rund 1000 Objekte wurden inzwischen in das digitale Depot eingepflegt.

Im September 2022, zum Ablauf der dreijährigen Projektphase, sollen alle Objekte im Depot zudem über eine Medienstation im Museum abrufbar sein. Die eigens für dieses digitale Museumsdepot entwickelte Datenbank, die Ina Scharrenbach beeindruckte, ist bislang ein Novum in der deutschen Museumslandschaft. „Ein tolles Museum!“, lautete dann auch ihr Fazit nach einem kurzen Rundgang durchs Museum.

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