v.l. Brudermeister Michael Klein, Geschäftsführer Sascha Kaulen und Jürgen Baumanns (Aktion Schützen helfen) vom Vorstand der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn informierten sich Anfang 2019 bei Petra und Stephan Adomeitis (Integrative Gruppen TV Schiefbahn) über die Verwendung der Spende (Foto: TVS / Archiv)
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Willich. „Es berührt einen schon, wenn man erfährt, wie groß manchmal die Not in dem Ort ist, in dem man selbst auch lebt“ – Jürgen Baumanns, im Vorstand der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn verantwortlich für die Aktion „Schützen helfen“, kann auf einen besonderen Anlass hinweisen: Vor zehn Jahren – im Januar 2011 – haben die Vorstandsmitglieder der Schiefbahner Bruderschaft und der St. Johannes Bruderschaft Niederheide, den Leitfaden für die Spendenabwicklung der Aktion unterzeichnet.

Seither sind fast 100 000,- Euro Spendengelder gesammelt worden, davon wurden bereits knapp 86 000,- Euro ausgegeben, um Menschen in wirtschaftlich schwierigen Situationen zu helfen oder verschiedene Hilfsprojekte zu unterstützen – unbürokratisch und im privaten Bereich immer anonym. „Wenn eine Anfrage kommt – sei es von einer Privatperson oder zum Beispiel über die Pfarrgemeinden – dann berät nur ein ganz kleiner Kreis von drei bis vier Personen darüber. Keiner gibt Namen weiter“, betont Baumanns. Die Empfänger der Hilfe sollen immer geschützt werden: „Jeder soll die Möglichkeit haben, in einer Notsituation an uns heran zu treten“. Eine Notsituation sei oftmals schnell gegeben, sei es, dass ein alleinerziehender Mensch auf einmal ein neues Haushaltsgerät braucht, dass das Geld für die Stromrechnung fehlt, ein älterer Mensch mit der Rente nicht auskommt oder dass in einer Familie nicht genug Geld da ist, um den Schulausflug für das Kind bezahlen zu können… „Wir wissen aber auch, dass es viele Menschen gibt, bei denen die Not groß ist, die sich aber schämen uns anzusprechen“, meint er.

Neben diesen privaten Hilfen unterstützen die Bruderschaften auch das Gemeinschaftsleben im Ort – seien es Anschaffungen für die Grundschulen im Ort, für das Hubertus-Stift oder aber auch Unterstützung für die „Integrativen Gruppen“ des TV Schiefbahn. „Diese Verbreitung der Mittel dient dann vielen, auch das ist über den Leitfaden geregelt“, erklärt Baumanns. Die Hilfe erfolge immer unabhängig von Konfession, Alter oder Herkunft, das ist beiden Bruderschaften wichtig.

Was ihn und die anderen Verantwortlichen sehr freut: Die Spendenbereitschaft ist hoch – Einzelspender geben einen Beitrag, die Königshäuser bitten um Spenden oder Schützenzüge sammeln. Auch bei Bestattungen haben Angehörige bereits um Spenden für „Schützen helfen“ gebeten. „Sehr erfolgreich waren wir auch mit unseren Benefiz-Konzerten oder mit den Verlosungsaktionen beim Oktoberfest. In 2020 sind solche Möglichkeiten natürlich entfallen, aber wir hatten immerhin noch ein Spendenaufkommen von knapp 5000 Euro und hoffen, dass wir auch 2021 wieder mit Unterstützung aus der Bevölkerung rechnen können. „Laut unserer Satzung sind wir verpflichtet Spenden zeitnah zu verwenden“, erklärt Baumanns, bisher ist uns das gelungen, so dass die Hilfsaktion nur ein eher geringes Budget in Reserve hat.

Die Aktion „Schützen helfen“ war 2010 von den damaligen Brudermeister Manfred Hendricks (Schiefbahn) und dem Präsidenten Alfred Kopp (Niederheide) sowie den Vorständen der Bruderschaften ins Leben gerufen worden. Infos zu „Schützen helfen“ gibt es auf www.sebastianus.de. Ansprechpartner sind der Schiefbahner Brudermeister Michael Klein (Tel.: 0162 69 29 458) und Jürgen Baumanns (Tel.: 0172 266 14 29).

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